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Geschäftsreisen Dienstreisen dürfen wieder etwas mehr kosten

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Komfort-Plus muss nicht unbedingt mehr kosten

Maschinen- und Anlagenhersteller Dürr Quelle: dpa

Produzierendes Gewerbe und Handel haben das nach Vorndrans Einschätzung bereits weitgehend berücksichtigt, im Dienstleistungssektor und bei vielen Mittelständlern gibt es allerdings Nachholbedarf. Das gilt vor allem für kleinere Unternehmen, die weniger bekannt sind und ihren Sitz abseits attraktiver Standorte haben. Kaum nachvollziehbar, denn für 97 Prozent dieser Firmen ist die Gewinnung von Fach- und Führungskräften die wichtigste strategische Zukunftsaufgabe und rangiert weit vor dem freien Zugang zu Rohstoffen oder den Energiekosten, ergab eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte unter Mittelständlern in Nordrhein-Westfalen.

„Travel Manager, die sich als Hilfspolizisten verstehen, passen nicht zu den neuen Anforderungen“, kritisiert Egencia-Chef Storp. Zumal die Rolle des Kontrollfreaks häufig nicht mehr zur veränderten Unternehmenslandschaft passt: „Die Reiserichtlinie muss zur Firmenphilosophie passen“, fordert Beraterin Feisel. In Softwarefirmen oder bei Modeherstellern, in denen Turnschuhe, Jeans und T-Shirt üblich sind und wo junge Chefs und ihre gleichaltrigen Mitarbeiter sich duzen, wird auch mehr Reisefreiheit verlangt. „Diese Leute sind mit mobiler Kommunikation groß geworden, sie wollen nicht mehr im Sekretariat oder in der Reisestelle anrufen, sondern flexibel sein und mit ihrem Smartphone oder Tablet buchen“, sagt Storp.

Viele aus dieser Generation entscheiden sich lieber für den Smart vom Carsharing-Anbieter anstelle eines Golf vom Autovermieter. Und statt in der standardisiert eintönigen Tristesse eines Maritim Hotels übernachten sie lieber in klassenlosen, aber hippen Herbergen wie etwa dem 25Hours in der Hamburger Hafencity, wo der Tagungsraum hinter einem alten Container versteckt ist und die Gäste im Restaurant „Heimat“ auf Teppichstapeln sitzen.

So komfortabel ist die Business Class: elektrisch verstellbare Sitze und massig Beinfreiheit Quelle: dpa/dpaweb

Und auch am anderen Ende der Alterskohorte haben reisende Mitarbeiter in Zukunft andere Bedürfnisse. Das Kreditkartenunternehmen AirPlus fordert darum spezielle Reiserichtlinien für diese Gruppe. Fast ein Fünftel der Unternehmen in Nordeuropa gewährt ihren Silver Agern höhere Serviceklassen im Flugzeug, schnellere Umsteigeverbindungen und mehr Komfort im Hotel. In deutschen Unternehmen sind solche Regelungen noch die Ausnahme. Noch.

Das Plus an Komfort muss nicht unbedingt mehr kosten – das Reisemanagement muss nur andere Schwerpunkte setzen. Wie das geht, zeigt der Anlagenbauer Dürr . Rund 4500 der weltweit 7500 Beschäftigten sind Vielreisende. Der mit Abstand größte Teil des gut 45 Millionen hohen Reisebudgets entfällt auf die Flugkosten.

Grundsätzlich ist für alle Reisenden die Economy vorgeschrieben, aber es gibt Ausnahmen. Dürr-Dienstreisende, die zum Beispiel sofort nach der Ankunft beim Kunden vorsprechen müssen, haben Anrecht auf ein Businessclass-Ticket. Damit die Mehrkosten nicht aus dem Ruder laufen, hat Travel Manager Marcus Scholz mit vielen Airlines eigene Preise ausgehandelt.

Management



Darüber hinaus dürfen die Mitarbeiter in die von rund 30 Fluglinien (ab November auch von Lufthansa) angebotene Premium Economy umsteigen, in der sie mehr Platz und besseren Service bekommen. Zwar gibt es streckenabhängige Preisobergrenzen, aber wer frühzeitig bucht, hat gute Chancen auf mehr Komfort.

Die Monteure des Anlagenbauers wissen das zu schätzen. Viele sind 120 Tage im Jahr im Ausland unterwegs, „unsere Aufgabe ist es, ihnen ihre Tätigkeit so angenehm wie möglich zu machen“, verspricht Scholz.

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