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Globalisierung Deutsche Fachkräfte für Brasilien

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Ausgezeichnete Qualifikation

Nivea-Dosen Quelle: AP

Das zieht, bis heute: Von Juni 2010 bis Juni 2011 kamen laut Statistik mehr als 90 000 Menschen auf die Insel, darunter 2144 Deutsche.

Rechtsanwalt Wolfgang Babeck, der für die Kanzlei Buse Heberer Fromm in Sydney arbeitet, nennt einen weiteren Grund für die Popularität der Landsleute in Australien: „Dank des dualen Ausbildungssystems haben wir das Image, ausgezeichnet qualifiziert zu sein. Davon wollen viele Unternehmen profitieren.“ Die Nachfrage betreffe Ausbildungsberufe wie Handwerker und Außenhandelskaufleute, aber auch Ingenieure oder Finanzexperten.

Nirgendwo aber ist der Bedarf an Migranten so groß wie in Brasilien: Dort schaffen Unternehmen seit fast einer Dekade jährlich eineinhalb Millionen Jobs – und trotzdem bleiben Positionen im technischen Bereich unbesetzt. Eine halbe Million zusätzlicher Ingenieure braucht Brasilien allein, um die Infrastrukturprogramme für die Fußball-WM 2014 und die Olympiade 2016 zu bewältigen. Aber nur 30 000 Ingenieure verlassen jährlich die Unis; doppelt so viele wären notwendig.

Umso häufiger nehmen die Brasilianer die Abkürzung – und kaufen internationalen Konzernen einfach die Fachkräfte weg. So wie Nicolas Fischer, der als Brasilien-Chef von Beiersdorf zum lokalen Konkurrenten Hypermarcas wechselte.

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Standort erkennen

    In nur vier Jahren hatte der Karlsruher die Kosmetikumsätze des Hamburger Nivea-Herstellers verdoppelt – und Brasilien zum für Beiersdorf weltweit zweitwichtigsten Wachstumsmarkt gemacht. Eigentlich sollte er bis 2015 die Umsätze der Brasilien-Tochter erneut verdoppeln – doch der Mittvierziger wird den Job jetzt für den lokalen Konkurrenten Hypermarcas machen, der in Brasilien schon heute doppelt so viel umsetzt wie der Nivea-Anbieter.

    Hohes Risiko

    Den Betriebswirt aus Karlsruhe erwartet eine knifflige Aufgabe: Er soll den chaotisch geführten Mischladen als Präsident der Konsumsparte neu organisieren. Das Risiko, zu scheitern, ist hoch – aber Fischer hat die einmalige Chance zum Aufstieg in die brasilianische Managerelite. Denn neben der Bezahlung entwickeln sich auch die Karrieren in brasilianischen Konzernen sehr viel dynamischer als bei den meisten europäischen oder amerikanischen Konkurrenten.

    Ein Zuckerschlecken sollte aber niemand erwarten: Zwar ist der Mangel an Ingenieuren und Technikexperten groß. Doch die Ansprüche an Manager in Brasilien sind andere als in Deutschland:

    Management



    Gesucht sind Jungmanager zwischen 30 und 35 Jahren, die fließend Portugiesisch sprechen, sich in der Praxis schon bewiesen haben und in der Lage sind, in der schwierigen brasilianischen Managementkultur führen zu können, sagt Axel Werner von Kienbaum: „Brasilien sucht Macher, die als Persönlichkeit überzeugen und nicht mit einer Vielzahl von MBA-Abschlüssen.“

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