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Globalisierung Deutsche Fachkräfte für Brasilien

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Neue Stufe

Heiko Vogelsang Quelle: Stefen Chow für WirtschaftsWoche

All diese aufstrebenden Volkswirtschaften haben das gleiche Ziel: Ihre Raffinerien, Hotels, Autobauer, Supermärkte und Banken sollen so perfekt funktionieren wie im Westen, aber kein Land will diese Branchen allein westlichen Multis überlassen. Die Regierungen haben den Ehrgeiz, selbst nationale Konzerne in den Wettbewerb zu schicken.

Die Champions von morgen mit Technologien und Management-Know-how von heute auszustatten ist der Job erfahrener Fachleute, die mit Fach-, Orts- und Sprachkenntnis in den Regionen glänzen.

„Wir erleben gerade eine neue Stufe der Globalisierung“, sagt Peter Felix, Präsident des Weltverbands der Headhunter (AESC). „In Ländern wie Brasilien, Indien, Russland entstehen globale Konzerne, die aus ihrer Heimat mit breiter Brust in die Welt drängen. Das verstärkt Tempo und Bedarf an erfahrenen Fachkräften.“

Weil dieser Bedarf aus den eigenen Reihen nicht gedeckt werden kann, sind Leute wie Siegfried Wolf gefragt. Als langjähriger Chef des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna hatte er versucht, Opel mithilfe der russischen Sberbank zu übernehmen und mit dem russischen Partner GAZ zu verbandeln.

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    Indien sucht Hotelprofis

    Als der Plan misslang, heuerte ihn Oligarch Oleg Deripaska an, dessen Beteiligungen in der Autobranche der Haudegen Wolf jetzt sanieren soll. Der abgeblitzte Opel-Partner GAZ ist mittlerweile als Lohnfertiger für Volkswagen tätig – wohl auch dank Siegfried Wolf, der die Produktion modernisiert.

    Gesucht sind aber nicht nur schlagzeilenträchtige Top-Manager, sondern mehr noch Macher im Hintergrund: Fachleute mit technischer Expertise, Betriebswirte unterhalb der obersten Führungsebene. In Indien etwa sind Hotelprofis besonders begehrt. Brasilien sucht Ingenieure, die in Südamerika knapp sind.

    Russische Unternehmen buhlen um Produktionsexperten oder um Banker mit guten Kontakten, die einen Börsengang vorbereiten.

    Besonders populär sind Fachkräfte, die sich mit der Entwicklung und Vermarkung klassischer deutscher Qualitätsprodukte auskennen – Möbel etwa, das Fachgebiet von Heiko Vogelsang. Der 46-Jährige ist vor sechs Jahren nach China umgezogen, wo er für den Pekinger Möbelhersteller Boloni als technischer Direktor arbeitet.

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