WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Heideldruck-Chef Rainer Hundsdörfer „Bei der Infrastruktur für die E-Mobilität können wir was“ 

Rainer Hundsdörfer, Vorstandschef bei Heidelberger Druckmaschinen Quelle: PR

Im angestammten Markt gab es für Heidelberger Druckmaschinen nur noch wenig zu gewinnen. Also bat Chef Rainer Hundsdörfer seine Mitarbeiter um neue Ideen – und wurde mit einem ganz neuen Produktfeld belohnt.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:

Einmal im Jahr zeichnet die WirtschaftsWoche zusammen mit KPMG besonders prägende Manager als Entscheidungsmacher des Jahres aus. Rainer Hundsdörfer ist 2021 in der Kategorie „Technologie“ nominiert.

Bei Druckmaschinen ist der Maschinenbauer Heidelberg seit Langem Weltmarktführer. In einem schrumpfenden Markt aber hat dieser Titel seine Tücken. „Wenn das Kerngeschäft nicht mehr richtig wachsen will, dann muss man sich neu erfinden“, sagt Vorstandschef Rainer Hundsdörfer. Und so hat das Unternehmen jüngst einen neuen Markt erobert, der auf den ersten Blick wenig mit den Lkw-großen Printmaschinen zu tun hat: Ladestationen fürs Elektroauto zu Hause, so genannte Wallboxen. „Wir haben eine intelligente Steckdose erfunden“, sagt Hundsdörfer.

Die Innovation begann mit einem bewussten Nachdenkprozess. „Wir haben uns überlegt, was unsere Stärken sind“, erzählt der Vorstandschef. Die Entwicklung von smarter Leistungselektronik stand ganz oben auf der Liste. Engagierte Mitarbeiter, die von Elektroautos fasziniert waren, schlugen vor, eine Ladestation für die Autos der Zukunft zu entwickeln. Der Vorstand stimmte zu. Heraus kam eine robuste und kostengünstige Platine voller Elektronik, verpackt in einem kompakten Gehäuse, das sich etwa an der Garagenwand montieren lässt.

Mit der Idee waren die Heidelberger zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Der Markt für Elektroautos hebt ab, der Absatz von Wallboxen steigt rasant. Wurden die ersten Wallboxen auf einer Werkbank zusammengebaut, entschied der Konzern bald, in eine Fertigungslinie zu investieren. Und das war nur der Anfang: Inzwischen ist die fünfte Montagelinie in Arbeit, Ende des Jahres sollen pro Tag 1000 Wallboxen produziert werden. „Aus einem Schneeball wurde eine Lawine“, sagt Hundsdörfer.

Dabei half auch, deutschlandweit Elektriker mit dem neuen Produkt vertraut zu machen – denn die sind schließlich oft die ersten Berater, wenn Kunden nach einer Ladelösung für ihr Elektroauto suchen. Darum hat Heidelberg inzwischen mehrere Tausend Elektriker allein in Deutschland mit Webinaren geschult. In der Hoffnung, dass die Techniker ein Produkt weiterempfehlen, mit dem sie schon gute Erfahrungen gemacht haben.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Das interessiert WiWo-Leser heute besonders


     Was heute noch wichtig ist, lesen Sie hier


    Nun will Vorstandschef Hundsdörfer das Geschäft mit solchen Energielösungen rasch ausbauen. Heidelberg soll Ladestationen nicht nur bauen, sondern auch betreiben. Stromabrechnung, die Zusammenarbeit mit der Solaranlage auf dem Dach oder einem stationären Batteriespeicher – das alles soll möglichst reibungslos per Software gesteuert werden, am besten aus der Cloud. So soll Heidelberg, ein weit über hundert Jahre alter Druckmaschinenbauer, zu einem Anbieter von umweltfreundlichen Energielösungen werden.

    Am 18. November wird der Entscheidungsmacher im Rahmen eines exklusiven Dinners in Frankfurt gekürt. Mehr über diese Veranstaltung und auch die Anmeldung finden Sie hier: https://anmeldung.me/enma/

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%