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Heimliche Herrscher Die Strippenzieher der deutschen Wirtschaft

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Bewegende Gewerkschaftsbosse

Das sind die Topverdiener unter den Dax-Vorständen
Platz 15 - Georg Pachta-Reyhofen (MAN)Der Vorstandsvorsitzende des Lastwagenbauers MAN verdiente im vergangenen Jahr 2,626 Millionen Euro. Das waren rund 26 Prozent weniger als 2010. Die Lösung des Dauerstreits um den Essener Industriedienstleister Ferrostaal verhagelte MAN die Bilanz. Der Konzern verdiente angesichts der Kosten für den Deal deutlich weniger Geld als 2010. Am Ende blieb der VW-Tochter unter dem Strich ein Gewinn von 247 Millionen Euro. Quelle: dpa
Platz 15 - Heinrich Hiesinger (Thyssen-Krupp)Der Vorstandsvorsitzende der Thyssen-Krupp AG kommt auf ein Jahreseinkommen von 3,52 Millionen Euro. Hiesinger ist seit Januar 2011 Vorstandsvorsitzender des Stahlkonzerns. Daher gibt es keine Vergleichszahlen. Hiesinger baut Thyssen-Krupp derzeit um, vor allem die Stahlwerke in Übersee erweisen sich aber als Bremsklotz. Quelle für alle Angaben: Berechnungen Evers-Vergütungsberatung nach bisher veröffentlichten Vergütungsberichten, Nachrichtenagenturen Quelle: dapd
Platz 14 - Peter Bauer (Infineon)Die Infineon Technologies AG überweist ihrem Vorstandssprecher für das abgelaufene Geschäftsjahr 3,721 Millionen Euro. Das ist ein sattes Plus von 67 Prozent. Damit ist Peter Bauer einer der Gewinner in den Top 15 der Dax-Vorstände. 2010 hatte der Chef des Halbleiterkonzerns lediglich 2,227 Millionen Euro verdient. Quelle: dpa
Platz 13 - Ben Lipps (Fresenius Medical Care)Der US-Amerikaner in Diensten von Fresenius Medical Care kann beim Verdienst leicht zulegen. Mit 3,81 Millionen Euro erhält Lipps rund fünf Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr. Der Dialysespezialist FMC enttäuschte mit seinem Ausblick auf das laufende Jahr zuletzt so manchen Analysten. Für Lipps ist 2012 das letzte Jahr an der Spitze der Fresenius-Tochter. Der 71-Jährige hört im kommenden Jahr als Vorstandsvorsitzender auf. Quelle: dpa
Platz 12 - Karl-Ludwig Kley (Merck)Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Merck KGaA konnte für das vergangene Jahr ein dickes Plus verbuchen. Karl-Ludwig Kley erhält 4,228 Millionen Euro und damit rund 31 Prozent mehr als 2010. Und das, obwohl hohe Abschreibungen nach einer Übernahme und teure Medikamenten-Fehlschläge den Gewinn des Pharma- und Spezialchemiekonzerns unerwartet stark haben sinken lassen. Quelle: dpa
Platz 11 - René Obermann (Deutsche Telekom)Der Telekom-Chef landet auf Platz 11 der besten Dax-Verdiener. Für das vergangene Geschäftsjahr erhält René Obermann 4,354 Millionen Euro. Das sind sieben Prozent mehr als 2010. Der neueste Hoffnungsträger des Telekommunikationsunternehmens ist die „Cloud“ - von Obermann hier vorgestellt auf der Cebit in Hannover. Quelle: dapd
Platz 10 - Marijn Dekkers (Bayer)Der niederländische Chef des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer erhält für seine Arbeit im Jahr 2011 4,487 Millionen Euro. Marijn Dekkers ist seit Oktober 2010 an der Bayer-Spitze und kann sich nicht nur über sein Gehalt freuen: Im vergangenen Jahr schnellte der Konzernüberschuss um fast 90 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro in die Höhe. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von guten Geschäften in den Schwellenländern. Quelle: Reuters

Auch so mancher hochrangige Gewerkschaftsboss bewegt mehr, als sein Auftritt bei Tarifverhandlungen es vermuten lässt. Michael Vassiliadis von der IG Bergbau Chemie Energie sitzt nicht nur als Arbeitnehmervertreter in Konzernen wie BASF, Henkel und beim Düngemittelproduzenten K+S im Aufsichtsrat. Er bestimmt auch über die Zukunft von Evonik mit, indem er im Kuratorium der RAG-Stiftung wirkt. Die besitzt rund 75 Prozent des Essener Chemiekonzerns und soll mit dessen Vermögen die Spätfolgen des deutschen Steinkohlebergbaus begleichen.

Auch Wissenschaftler haben es in die verschwiegenen Zirkel geschafft, deren Mitglieder ihre Macht hinter den Kulissen zelebrieren. So kontrolliert die BWL-Professorin und ehemalige McKinsey-Beraterin, Ann-Kristin Achleitner, neben ihrem Job an der Technischen Universität München gleich zwei Dax-Konzerne mit: den Münchner Industriegase-Hersteller Linde und den Handelskonzern Metro. Ihr Gatte ist Paul Achleitner, der künftige Oberaufseher der Deutschen Bank. Die beiden gelten als Power-Paar der deutschen Wirtschaft.

Die Mächtigen der Wirtschaft

In einer siebenteiligen Serie wird sich die WirtschaftsWoche den heimlichen Herrschern der deutschen Wirtschaft widmen und schildern, wer hinter wem steht und wer Strategien und Karrieren bewegt.

Noch vor wenigen Jahren war es mit der Heimlichkeit der Herrschenden nicht weit her. Die Mächtigen in der Wirtschaft bekannten sich vielmehr offen zu ihrem Einfluss und bildeten einen allseits bekannten Kreis herausragender Manager und Unternehmer, für den das Wort von der Deutschland AG stand. In deren Mittelpunkt agierten vor allem die Chefs der großen deutschen Finanzinstitute, insbesondere der Deutschen Bank und der Allianz-Versicherung, die über ihre großen Industriebeteiligungen die Kernbereiche der deutschen Industrie mehr oder weniger mitregierten.

Deutsch-Banker wie Hermann Josef Abs, der es zu seiner Glanzzeit auf 20 Aufsichtsratsmandate brachte, Alfred Herrhausen und Hilmar Kopper, aber auch Allianz-Vorsteher wie Henning Schulte-Noelle prägten über Jahrzehnte diese Machtelite. Dadurch bildeten sie gleichzeitig einen Beistandspakt und schreckten Ausländer vor Übernahmen deutscher Konzerne ab.

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