Human Ressources Personaler sind bei Mitarbeitern schlecht angesehen

Jeder Dritte Personaler erfüllt offenbar nicht die ihm gestellte Aufgabe. Eine neue Studie sieht schwere Kompetenz- und Imageprobleme bei Personalabteilungen.

Diese Bewerber machen Personaler wahnsinnig
Helden und SupermännerKlar müssen sich Bewerber beim Vorstellungsgespräch möglichst gut verkaufen - Helden und Supermänner fallen dagegen negativ auf. Der Typus "Kann alles, weiß alles, trotzdem immer sehr bescheiden" ist weder bei Personalern noch bei Kollegen gut gelitten. Quelle: Fotolia
Überhebliche TypenDas gleiche gilt für arrogante Kandidaten, die dem Unternehmen mit ihrer Bewerbung quasi einen riesigen Gefallen tun und den Job sowieso schon sicher haben. Nur der dumme Personaler weiß das noch nicht... Quelle: Fotolia
Menschen, die sich selbst ins Aus schießenWer seine Bewerbung nicht selbst geschrieben hat, gar kein Spanisch kann und auch nicht studiert hat, sollte dem Personaler wenigstens die kleine Freude machen, es ihn selbst herausfinden zu lassen. Typen, die im Vorstellungsgespräch mitteilen, was sie alles nicht können und wo sie überall bei ihrem Lebenslauf getrickst haben, bekommen den Job nämlich genauso wenig wie Angeber. Quelle: Fotolia
FreizeitarbeiterGleiches gilt für Bewerber, die reichlich verfeiert wirken, vielleicht sogar noch nach Alkohol riechen und deren größtes Interesse Urlaubszeiten, Sabbaticals und Überstundenregelungen gilt. Quelle: Fotolia
Zerstreute Professoren"Ich....ähm.... also...wie war doch die Frage gleich?" Unternehmen, die keine Stelle für einen zerstreuten bis zerstörten Professor ausgeschrieben haben, suchen in der Regel auch keinen. Quelle: Fotolia
LabertaschenEbenfalls unbeliebt sind Menschen, die aus der Antwort auf die Begrüßung "Erzählen Sie uns etwas von sich" einen zweistündigen Monolog machen. Die Vertreter dieses Bewerbertyps neigen auch dazu, beim Lebenslauf bei der eigenen Zeugung zu beginnen. Quelle: Fotolia
SchüchterneGenauso nervig sind schüchterne Schweiger, denen der Personaler alles aus der Nase ziehen muss. Wie introvertierte Menschen Vorstellungsgespräche dennoch heil überstehen, lesen Sie übrigens hier. Quelle: Fotolia
Womanizer und ManeaterAußerdem ist das Vorstellungsgespräch keine Gelegenheit, den Partner fürs Leben zu treffen. Bewerber, die den Personaler oder Abteilungsleiter anflirten oder vielleicht sogar anfassen, können sich den Job definitiv abschminken. Quelle: Fotolia
Aggressive BewerberEbenfalls ein No-Go ist Aggressivität. Bewerber, die auf provokante Fragen oder niedrige Gehaltsangebote aggressiv oder schnippisch reagieren, sind sofort raus. Quelle: Fotolia

Der Wertbeitrag der Personalabteilung zum Unternehmenserfolg wird von den eigenen Mitarbeitern eher gering bis mäßig eingeschätzt. Auch viele Mitarbeiter der oft "Human Resources" (HR) genannten Personalabteilungen stellen sich selbst ein schlechtes Zeugnis aus.

Die im Rahmen der Studie der Beratungsfirma Kienbaum befragten 180 Manager und Mitarbeiter aus rund 120 deutschen Unternehmen sowie 425 Studierenden sehen vor allem Mängel in Schlüsselkompetenzen, wie Führungs- und Managementkompetenzen. Insbesondere Markt- und Strategiekompetenzen sowie unternehmerisches Handeln und Denken werden als Schwachstellen ausgemacht. Dieselben Schwächen sehen auch Mitarbeiter der Personalabteilungen selbst. Als wichtigste Ursache macht die Studie das schlechte Image des Arbeitsfeldes HR aus.

Geringen Wert für Unternehmen

Verglichen mit anderen Geschäftsfeldern sehen die Befragten in den Personalabteilungen nur einen geringen bis mäßigen Wertanteil am Unternehmen. Hierin sind sich die firmeninternen Auftraggeber und die Personaler selbst weitgehend einig. Jeweils um die 60 Prozent sehen beispielsweise die Unternehmensstrategie als wertvoller an. Als Gründe dafür nennen die Macher der Studie unter anderem mangelnde Messbarkeit wichtiger Personalprozesse sowie die schwache Eigendarstellung des Bereichs im Unternehmen - sprich: die Personaler verkaufen sich schlecht. Das heißt aber nicht, dass die Bedeutung des Aufgabenfeldes der HR gering geschätzt wird. Im Gegenteil: Im Schnitt wird deren Brisanz höher eingeschätzt als die anderer strategischer Unternehmensfelder.

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Wenig attraktives Berufsfeld

Herausfordernde Tätigkeiten, individueller Gestaltungsspielraum und Führungsverantwortung, sind die relevantesten Aspekte bei der Berufswahl. Die Personalabteilungen kommen hier nur schlecht weg. Unter den Befragen geben mehr als die Hälfte an, dass sie eine Beförderung in der Personalabteilung als eher karriereschädigend wahrnehmen.

Die Studienautoren schlagen zur Besserung des Ansehens der HR in den Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Akzeptanz und größerer Attraktivität für Berufseinsteiger vor. Dass 72 Prozent der angefragten 120 Unternehmen gar keine Kompetenzanforderungen an Mitarbeiter der Personalabteilung formuliert haben, sieht die Beratungsagentur als weiteren Kritikpunkt.

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