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Industrial Excellence Award Das ist Deutschlands beste Fabrik

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Innovationsmotor für den Standort Deutschland

Und auch 2014 treibt die Industrie den Standort Deutschland mit innovativen Produkten und Prozessen voran. Laut ifo Institut planen 66 Prozent der Unternehmen höhere Investitionen als im vergangenen Jahr. Insgesamt sollen diese um neun Prozent steigen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet für 2014 außerdem mit 40.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, und auch die aktuelle Auftragslage lässt hoffen. Die eingehenden Bestellungen haben sich im April im Vergleich zum Vormonat um 3,1 Prozent erhöht.

Die 30 kreativsten Mittelständler
Rund 3000 Unternehmen mit einem Umsatz zwischen zehn Millionen und etwa einer Milliarde hat die Unternehmensberatungsberatung Munich Strategy Group für das WirtschaftsWoche-Ranking analysiert. Für 400 von ihnen haben die Berater nach der Auswertung von Experten-Interviews und Analysen einen Vergleichswert, den Innovations-Score ermittelt. In diesen fließt die Zahl der neuen Produkte und deren Marktchancen ein. Gleichzeitig hat MSG ermittelt, in welchem Maße die Innovationskultur im Unternehmen verankert ist. Die Top 30 der innovativen Mittelständler zeigt die folgende Übersicht. Quelle: Fotolia
Platz 30: VacomUmsatz: 16 Mio. EuroInnovations-Score: 135Das 1992 gegründete Unternehmen Vacom  gilt als einer der führenden Anbieter von Vakuumtechnik. Der Mittelständler aus Jena produziert unter anderem für Unternehmen aus Bereichen wie der Analytik, Elektronik, Optik, Solar- und Beschleunigertechnik. Quelle: Screenshot
Platz 29: Elementar AnalysesystemeUmsatz: 42 Mio. EuroInnovations-Score: 136Ob Kohlen-, Stick- oder Wasserstoff: Die Analyse nicht-metallischer Elemente ist das Kerngebiet des Geräteherstellers aus Hanau (Hessen). Quelle: Screenshot
Platz 28: GK SoftwareUmsatz: 27 Mio. EuroInnovations-Score: 138Das Technologie-Unternehmen GK Software aus Sachsen entwickelt und vertreibt spezielle Computer-Programme für den Einzelhandel - darunter Software für Kassen und Backoffice-Programme. Die börsennotierte Firma wurde 1990 gegründet. Quelle: PR
Platz 27: Walter Rau Neusser Öl und Fett AG Umsatz: 333 Mio. EuroInnovations-Score: 140Fett und Öl - damit verdient das Neusser Unternehmen Walter Rau Geld. Rund 200 Mitarbeiter veredeln pflanzliche Rohstoffe zu Spezial-Fetten für Lebensmittel. Quelle: Presse
Platz 26: WiloUmsatz: 1187 Mio. EuroInnovations-Score: 141Die Dortmunder Unternehmens-Gruppe zählt zu den führenden Herstellern für Pumpen und Pumpsysteme. Mehr als 7000 Wilo-Mitarbeiter arbeiten weltweit daran, Produkte für Wärme- und Klimatechnik sowie die Wasserversorgung zu entwickeln und zu produzieren. Quelle: dpa Picture-Alliance
Platz 25: Becker Marine SystemsUmsatz: 74 Mio. EuroInnovations-Score: 144Egal ob Luxus-Jacht oder Super-Tanke: Die Hamburger von Becker Marine Systems sind auf Ruder und Steuerungseinheiten für Schiffe spezialisiert. Das 1946 gegründete Unternehmen hat mittlerweile mehr als 110 Mitarbeiter und Büros in China, Singapur, Korea und Norwegen. Quelle: Presse

Auch MDC Power stockt die Produktionskapazitäten auf. Gerüste umringen derzeit die beiden neuen Werkshallen in Kölleda. Während die Fassade der einen verkleidet wird, bringen die Dachdecker bei der anderen noch letzte Rinnen an. Ende 2015 sollen dort die ersten Motoren vom Band laufen.

Wie Geschäftsführer Breitschwerdt trotz immer größerer Stückzahlen den Überblick behalten will?

„Verantwortlichkeiten müssen klar verteilt sein“, sagt der 46-Jährige. „So können Fehler am schnellsten behoben werden, ohne dass drei Arbeitsgruppen einberufen werden müssen.“

Die Arbeit in der Fabrik ist in knapp 300 Prozesse gegliedert, die in einem speziellen Computersystem detailliert beschrieben und gespeichert sind – von der Qualitätskontrolle bis hin zur Urlaubsplanung. Für jeden dieser Abläufe ist einer der zwölf Manager aus Breitschwerdts Führungsmannschaft verantwortlich.

Stabile Prozesse

Qualitätsleiter Stefan Odermatt etwa kümmert sich unter anderem um Prozess Nummer P-261: die Evakuierung im Brandfall. Auch der jüngste Probealarm vor einigen Tagen war reibungslos verlaufen – innerhalb von fünf Minuten hatten alle Mitarbeiter die Werkshalle verlassen und sich vorschriftsgemäß am dafür vorgeschriebenen Platz versammelt. Doch ein aufmerksamer Mitarbeiter gab zu bedenken, dass eine Evakuierung während eines Schichtwechsels wesentlich unübersichtlicher sei und mit dem bisherigen Ablauf wichtige Fragen unbeantwortet blieben: Wer ist zum Zeitpunkt des Brands auf dem Werksgelände? Wo genau halten sich die Mitarbeiter auf? Wie stellt man sicher, dass niemand vergessen wird?

Seitdem prangt auf Odermatts Bildschirm ein roter Punkt hinter Prozess P-261. Zwei Wochen hat der Manager nun Zeit, eine Lösung zu finden. Und wenn das rote Zeichen bis dahin nicht verschwunden ist, wird sich das gesamte Führungsteam mit dem Problem beschäftigen.

„Fehler werden so nicht ewig diskutiert, sondern ein für alle Mal eliminiert“, sagt WHU-Professor Huchzermeier. Das schlage sich auch auf die Fehlerquote bei den Motoren nieder. Breitschwerdts ehrgeiziges Ziel: „Am Ende des Jahres sollen alle Reklamationen der Kunden auf eine Din-A4-Seite passen – und zwar so groß gedruckt, dass ich es noch ohne Brille lesen kann“, sagt der 46-Jährige.

„Diese sehr niedrige Quote verdanken wir unseren stabilen Prozessen“, ergänzt der Manager. Veränderungen werden bei MDC Power auf ein Minimum reduziert und dann sehr deutlich kommuniziert, um Missverständnisse auszuschließen.

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