Inspiration vom CEO Was internationale Top-Manager anderen raten

Wer als Manager etwas auf sich hält, verbreitet seine Weisheiten neuerdings in Form von Hirtenbriefen. Zehn Lebenslektionen von internationalen Topmanagern.

„Tag 2 ist Stillstand. Gefolgt von entsetzlichem, qualvollem Niedergang”
Jeff Bezos Quelle: REUTERS
Elon Musk Quelle: REUTERS
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James Dyson Quelle: AP
Warren Buffett Quelle: REUTERS
Wolfgang Grupp Quelle: dpa

Jeff, wie sieht Tag zwei aus? Mit diesen Worten beginnt der Brief, den der Amazon-Gründer kürzlich an seine Aktionäre richtete. Selten haben zwei DIN-A4-Seiten solch eine globale Resonanz erzeugt.

In dem Anschreiben listet Bezos seine persönlichen Erfolgsrezepte auf: sich wie besessen am Kunden zu orientieren; Entscheidungen zu treffen, die er persönlich für Unsinn hält; und eben jenen zweiten Tag zu vermeiden. Stattdessen müsse der Geist des ersten Tages stets lebendig bleiben, sonst sterbe das Unternehmen.

Bezos verkauft Visionen

Aber warum teilt Bezos seine geheimen Erfolgsformeln mit der ganzen Welt? Ist er etwa doch nicht der knallharte Unternehmer, den der Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes im Jahr 2014 zum „schlimmsten Chef des Planeten“ wählte, weil er Mitarbeiter überwachen, ausnutzen und beleidigen soll – sondern ein missverstandener Philanthrop? Experten glauben vielmehr: Er hat keine andere Wahl.

Mantras aus der Chefetage

Seit dem Börsengang im Jahr 1997 verkauft Bezos vor allem Visionen. Er skizziert gerne Ideen, mit denen er vielleicht irgendwann Geld verdienen wird, aber zunächst mal verschwenden muss. Bezos brauchte Investoren, die jahrelange Verluste akzeptierten. „Deshalb informiert er die Aktionäre in aller Klarheit über Erfolge, Misserfolge – und deren Lektionen“, sagt Christopher Storck, Dozent für Strategie und Kommunikationsmanagement an der Quadriga Hochschule Berlin. Philosophische Weisheiten als Kompensation für fehlenden betriebswirtschaftlichen Erfolg? Möglich. Sicher jedoch ist Bezos damit nicht allein.

Zuckerberg, Musk - alle verbreiten ihre Weisheiten

Spätestens seit Steve Jobs’ legendärer Rede vor Stanford-Absolventen im Jahr 2005 („stay hungry, stay foolish“) gilt: Wer als Manager etwas auf sich hält, verbreitet seine (Lebens-)Führungsweisheiten gerne möglichst öffentlich. Konzernchefs und Gründer wenden sich wie in einem modernen Hirtenbrief an ihre Anhänger, Aktionäre und Angestellten.

Neben Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Autovisionär Elon Musk, IBM-Chefin Virginia Rometty etwa auch Ray Dalio, einer der erfolgreichsten Hedgefondsmanager der Welt.

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