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Internationaler Vergleich Deutsche Chefs halten länger durch

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Vor allem Erfahrung und Führungsstärke zählen

Deutschlands heimliche Herrscher
Ralph Wollburg Quelle: Picture-Alliance/dpa
Ann-Kristin Achleitner Quelle: dpa
Henning Kagermann Quelle: dpa
Michael Vassiliadis Quelle: AP
Michael Hoffmann-Becking Quelle: Frank Reinhold für WirtschaftsWoche
Gerhard Cromme Quelle: dpa
Manfred Schneider Quelle: Picture-Alliance/dpa

Die relative Stabilität in den deutschen Führungsetagen der größten börsennotierten plus der 300 größten Unternehmen erklärt Gushurst mit der guten wirtschaftlichen Lage hierzulande. In 79,5 Prozent der Fälle erfolgt die CEO-Wachablösung nach Plan, also entweder weil der Vertrag auslöst oder die Altersgrenze erreicht ist. Nur 14,5 Prozent der Vorstandschefs werden gefeuert und weitere sechs Prozent scheiden wegen Firmenübernahmen oder Fusionen aus. Ihre Hausaufgaben machten die Vorstände auch im Hinblick auf das, was ihnen Unternehmensberater seit fast 15 Jahren schon predigen: Sie angeln sich immer mehr Führungskräfte im Ausland so wie Bayer oder Henkel. Bei den frischgebackenen CEO´s kommen bereits 37 Prozent nicht aus dem deutschsprachigen Raum. Ob die denn auch tatsächlich der bessere personelle Schachzug sind, muss sich aber noch erweisen.

Immerhin 68 Prozent der Neuankömmlinge auf dem CEO-Chefsessel haben zuvor Auslandserfahrung gesammelt, europaweit sind das nur 57 Prozent und weltweit nur 45 Prozent.

Vergleicht man die Branchen, so sind die Energieversorger die Wechselwütigsten: Jeder dritte CEO (29,4 Prozent) wurde ausgetauscht (2011: 12.5 Prozent). Von den Top-3-Unternehmen bekamen zwei einen neuen CEO in 2012 und zwar RWE und EnBW. Bei den IT-Unternehmen war es immerhin gut jedes fünfte, das einen neuen CEO bekam (22,2 Prozent). Ruhiger wurde es in der Pharmaindustrie, die in 2011 eine Fluktuationsquote von 33 Prozent hatte und es jetzt nur noch auf 20 Prozent bringt. Doktortitel werden immer bedeutungsloser: Nur noch 23 Prozent der frischgekürten CEOs haben einen Dr. vor ihrem Namen. Weltweit sind es sogar nur neun Prozent.

Erfreulich ist, dass die Branchen durchlässiger werden: „Bei der Suche nach Kandidaten zählen Erfahrung, Führungsstärke und CEO-Qualitäten inzwischen mehr als nur die Branchenkenntnis,“ beobachtet Gushurst, der selbst Automotive-Experte ist. 41 Prozent der neuen CEO´s sind Branchenwechsler. Gushurst überraschte es beispielsweise, als Friedrich Joussen von Ex-Vodafone-Chef  aus der Telekommunikationsbrache zum Touristikkonzern TUI wechselte.

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