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Interview Horst Neumann "Schlüssel für Erfolg"

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Projekte für duale Ausbildungen

Welche Jobs sich ohne Studium lohnen
Vorfeldmitarbeiter Quelle: dpa
Flugzeugführer Quelle: AP
Flugbegleiter Quelle: gms
Vorstandssekretäre Quelle: Fotolia
Fahrlehrer Quelle: dpa
Laborleiter Quelle: dpa
Verwaltungsfachangestellte Quelle: dpa

Und wie ist die Resonanz darauf?

Sehr gut. In China läuft gemeinsam mit anderen Automobilherstellern ein Projekt zur dualen Ausbildung. Dort haben wir zusammen mit dem Bildungsministerium schon den deutschen dualen Beruf Kfz-Mechatroniker eingeführt. Außerdem erhalten wir aus aller Welt Anfragen: Wie macht ihr das? Die amerikanische Arbeitsministerin hat in einem Brief um Information über die duale Ausbildung bei Volkswagen gebeten, der israelische Wirtschaftsminister hat sich in Wolfsburg informiert, französische Politiker fragen nach. Alle haben begriffen: Wirtschaftlicher Erfolg hängt auch von der Qualität der Fachkräfte ab.

Sie schicken Heerscharen von Ausbildern um die Welt, betreiben etwa bei Seat in Spanien eine eigene Berufsschule. Was kostet das alles?

Heerscharen sind es nicht, aber die Ausbildung unserer Mitarbeiter ist uns tatsächlich viel wert. Insgesamt geben wir rund 600 Millionen Euro aus, allein 300 Millionen Euro für die Group Academy. Aber diese Investition zahlt sich aus. Für eine gut laufende Produktion brauchen wir erstklassige Fachkräfte. Wir haben sie. Wie zum Beispiel erstklassige Werkzeugmacher. Was die können, das sehen Sie ja an jeder scharfen Kante unserer Autos.

Wie groß ist die Gefahr, dass die Mitarbeiter später abgeworben werden?

Die Fluktuation in China oder Russland ist tatsächlich höher als in Deutschland. Aber eine gute Attraktivität als Arbeitgeber hilft schon, die Mitarbeiter zu halten.

Sind die Mitarbeiter in allen Werken alle auf dem gleichen Ausbildungsstand?

Noch nicht alle überall, aber wir sind auf einem guten Weg dorthin.

Mitarbeiter aus China wären also auch jederzeit in Wolfsburg einzusetzen?

Gewiss. Mit unserem Programm „Wanderjahre“ machen wir das schon. 328 Ausgebildete und ehemalige Studierende im Praxisverbund haben dadurch an anderen Volkswagen-Standorten internationale Erfahrung gesammelt – zum Beispiel junge Polen, Argentinier oder Deutsche, zum Beispiel in Südafrika, in der Slowakei, in Mexiko oder in Deutschland. Im Übrigen: Nach der dreijährigen Ausbildung kann nicht Schluss sein mit dem Lernen. Während der ersten fünf bis sieben Jahre müssen Wertschöpfungs- und Ausbildungsphasen Hand in Hand gehen. Bis ein Werkzeugbauer seinen Beruf beherrscht, braucht er sechs bis sieben Jahre.

In Arbeit
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Dazu müssten wir die Schulzeit hierzulande aber nochmals drastisch verkürzen. Wollen Sie das wirklich?

Das ist nicht mein Thema. Es kommt darauf an, junge Menschen schon während der Schulzeit mit der Lebenswirklichkeit in Kontakt zu bringen. In Deutschland hat das Gros der Jugendlichen bis zum 20. Lebensjahr nichts mit Arbeit und Wirtschaft zu tun. Da kann man noch viel verbessern.

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