Interview Horst Neumann "Schlüssel für Erfolg"

VW-Personalvorstand Horst Neumann erklärt, warum der Konzern die Berufsausbildung im Ausland lieber selbst organisiert.

Horst Neumann, Personalvorstand bei Volkswagen, im Interview mit der WirtschaftsWoche Quelle: Presse

WirtschaftsWoche: Herr Neumann, wie viele junge Menschen haben sich 2012 um einen Ausbildungsplatz bei Volkswagen beworben?

Horst Neumann: Rund 50.000. Gut 5.000 Bewerberinnen und Bewerber haben einen Ausbildungsplatz im VW-Konzern erhalten, 3.518 davon in Deutschland. Außerdem haben wir weltweit rund 10.000 Hochschulabsolventen eingestellt, davon 3.556 in Deutschland. Darüber hinaus eröffnen wir gerade einen dritten Zugangsweg in unser Unternehmen.

Nämlich?

Neben der dualen Berufsausbildung und den Traineeprogrammen für Hochschulabsolventen gibt es den Einstieg über die Zeitarbeit. Wir bieten jedem Zeitarbeiter einen fachlichen Qualifizierungsweg, auf dem wir künftig berufliche Grundlagen vermitteln.

Die drei Wege gibt es weltweit?

Ja, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, teils gibt es auch spezielle Programme. In Spanien und Portugal haben wir für Hochschulabsolventen das Traineeprogramm Startup Europe aufgelegt. Der Andrang war gewaltig, er zeigt die Not der jungen Leute dort: Auf 104 Stellen hatten wir 3.600 Bewerber. Allein bei Seat sind 2.800 Bewerbungen eingegangen – trotz hoher Hürden. Beispielsweise haben wir gute Deutschkenntnisse verlangt.

Die duale Ausbildung deutscher Prägung ist also ein Exportschlager?

Modell Deutschland

Sie ist der Schlüssel für gute Facharbeit und somit für die Top-Qualität unserer Autos. Deshalb bringen wir die duale Ausbildung mit aller Kraft weltweit in unsere Betriebe. Derzeit werden von den 16.500 Auszubildenden im Konzern bereits drei Viertel dual ausgebildet.

Weil die Schulabschlüsse in anderen Ländern oft zu wünschen übriglassen?

Die Schulsysteme etlicher Länder sind noch nicht so entwickelt wie unseres. Auf dem Land in Indien zum Beispiel müssen deshalb junge Leute in mancher Hinsicht erst noch ausbildungsfähig gemacht werden.

Und wie macht Volkswagen das?

Zum Beispiel fördern wir an den Standorten über die Belegschafts- stiftung Projekte, die jungen Leuten handwerkliche Fähigkeiten und andere Kompetenzen vermitteln. Wir bieten Schulen fachliche Praktika, wir helfen bei der Gestaltung von Unterrichtsmodulen, und wir stellen Exponate für technischen Unterricht zur Verfügung. In Russland und China zum Beispiel arbeiten wir mit der Regierung an der Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems.

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