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IT-Sicherheit "Die größte Bedrohung sind die Mitarbeiter"

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Die Suche nach Anomalien im System

Wie schützen sich Unternehmen Ihrer Erfahrung nach gegen Cyberkriminalität?
Es gibt drei gängige Wege, wie sich Unternehmen vor Cyberkriminellen schützen: Sie versuchen, beim Wettrüsten immer ein bisschen schneller zu sein als die Angreifer. Also zum Beispiel immer die beste Firewall zu haben.
Stichwort Firewall: Variante zwei ist, dafür zu sorgen, dass niemand in die eigenen Systeme hineingelangt. Und Variante drei ist, möglichst viele Alarmanlagen einzubauen. Wenn jemand reinkommt, wissen die Firmen es sofort, können den Eindringling rauswerfen und dafür sorgen, dass das System für die Zukunft lernt, mit derartigen Angriffen umzugehen.

Letzteres ist die Kernkompetenz Ihres Unternehmens. Was machen Sie genau?
Wir schauen uns anonymisiertes Nutzerverhalten an und suchen nach Anomalien. Wenn Mitarbeiter der Personalabteilung regelmäßig Gehaltsdaten der Angestellten abrufen, ist das völlig normal. Tut es ein Vertriebsmitarbeiter, stimmt irgendetwas nicht. Um das herauszufinden, müssen Sie aber erst einmal analysieren, was Ihre Nutzer in Ihren Systemen tun.

Sie spionieren den Leuten nach.
Hier geht es nicht um einzelne Mitarbeiter. Wir schauen nicht nach, ob Peter den ganzen Tag bei Facebook aktiv ist oder Sarah Urlaubsfotos anschaut. Das ist schließlich kein Sicherheits-, sondern ein Motivationsproblem.

Wenn Sie nicht herausfinden, wer die fragliche Überweisung getätigt hat, die die Firma in den Ruin treibt - wo ist dann der Nutzen?
Um Angriffe von Mitarbeitern zu entdecken, müssen Sie definieren, was zu den normalen Aufgaben einzelner Mitarbeitergruppen gehört und auf welche Bereiche im System sie Zugriff haben. Welche Datenmengen laden sie hoch, welche runter, tätigen Sie Überweisungen und falls ja, in welchem Umfang? Bricht dann jemand aus dem normalen Schema aus, alarmiert unser System die entsprechende Führungskraft. Die sieht dann erst einmal nur, dass zum Beispiel ein Mitglied der Controlling-Abteilung in der vergangenen Woche verstärkt Personalbögen anderer Kollegen aufgerufen hat. Oder ein Mitglied des Marketingteams überweist 250.000 Euro anstatt wie sonst zwischen 10.000 und 50.000 Euro.
Sollen die Controller gerade Kollegen identifizieren, die sich für ihre Abteilung eignen und hat das Marketing gerade eine große, internationale Kampagne mit vielen Partnern gestartet, ist alles in Ordnung. Gibt es nichts dergleichen, ist das ein Grund, genauer nachzusehen, was dort im Unternehmen vor sich geht. Und dann kann man auch sehen, welcher Kollege was gemacht hat.

Und wenn etwas nicht stimmt, gibt es die Kündigung?
Natürlich muss man dann immer noch vorsichtig sein, damit niemand rausgeworfen wird, dessen Computer gehackt wurde. In den meisten Fällen ist es aber nichts Ernstes, wenn das Tool Alarm schlägt.

Nutzen Ihre deutschen Kunden dieses Angebot? Da gehen doch sämtliche Betriebsräte auf die Barrikaden.
Die deutschen Firmen sind da sehr sensibel. Aber das gilt allgemein für europäische Betriebe - jedenfalls im Vergleich zu amerikanischen Unternehmen. In den USA stimmen die Mitarbeiter per Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag zu, dass ihr Arbeitgeber sie dieser Art überwachen darf.

Elf Anzeichen, dass Sie gehackt wurden
Software installiert sich selbstständigUngewollte und unerwartete Installationsprozesse, die aus dem Nichts starten, sind ein starkes Anzeichen dafür, dass das System gehackt wurde. In den frühen Tagen der Malware waren die meisten Programme einfache Computerviren, die die "seriösen" Anwendungen veränderten - einfach um sich besser verstecken zu können. Heutzutage kommt Malware meist in Form von Trojanern und Würmern daher, die sich wie jede x-beliebige Software mittels einer Installationsroutine auf dem Rechner platziert. Häufig kommen sie "Huckepack" mit sauberen Programmen - also besser immer fleißig Lizenzvereinbarungen lesen, bevor eine Installation gestartet wird. In den meisten dieser Texte, die niemand liest, wird haarklein aufgeführt, welche Programme wie mitkommen. Quelle: gms
Was zu tun istEs gibt eine Menge kostenlose Programme, die alle installierten Applikationen auflisten und sie verwalten. Ein Windows-Beispiel ist Autoruns, das zudem aufzeigt, welche Software beim Systemstart mit geladen wird. Das ist gerade in Bezug auf Schadprogramme äußerst aussagekräftig - aber auch kompliziert, weil nicht jeder Anwender weiß, welche der Programme notwendig und sinnvoll und welche überflüssig und schädlich sind. Hier hilft eine Suche im Web weiter - oder die Deaktivierung von Software, die sich nicht zuordnen lässt. Wird das Programm doch benötigt, wird Ihnen das System das schon mitteilen… Quelle: AP
Die Maus arbeitet, ohne dass Sie sie benutzenSpringt der Mauszeiger wie wild über den Bildschirm und trifft dabei Auswahlen oder vollführt andere Aktionen, für deren Ausführung im Normalfall geklickt werden müsste, ist der Computer definitiv gehackt worden. Mauszeiger bewegen sich durchaus schon einmal von selbst, wenn es Hardware-Probleme gibt. Klick-Aktionen jedoch sind nur mit menschlichem Handeln zu erklären. Stellen Sie sich das so vor: Der Hacker bricht in einen Computer ein und verhält sich erst einmal ruhig. Nachts dann, wenn der Besitzer mutmaßlich schläft (der Rechner aber noch eingeschaltet ist), wird er aktiv und beginnt, das System auszuspionieren - dabei nutzt er dann auch den Mauszeiger. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Wenn Ihr Rechner des Nachts von selbst "zum Leben erwacht", nehmen Sie sich kurz Zeit, um zu schauen, was die Eindringlinge in Ihrem System treiben. Passen Sie nur auf, dass keine wichtigen Daten kopiert oder Überweisungen in Ihrem Namen getätigt werden. Am besten einige Fotos vom Bildschirm machen (mit der Digitalkamera oder dem Smartphone), um das Eindringen zu dokumentieren. Anschließend können Sie den Computer ausschalten - trennen Sie die Netzverbindung (wenn vorhanden, Router deaktivieren) und rufen Sie die Profis. Denn nun brauchen Sie wirklich fremde Hilfe. Anschließend nutzen Sie einen anderen (sauberen!) Rechner, um alle Login-Informationen und Passwörter zu ändern. Prüfen Sie Ihr Bankkonto - investieren Sie am besten in einen Dienst, der Ihr Konto in der folgenden Zeit überwacht und Sie über alle Transaktionen auf dem Laufenden hält. Um das unterwanderte System zu säubern, bleibt als einzige Möglichkeit die komplette Neuinstallation. Ist Ihnen bereits finanzieller Schaden entstanden, sollten IT-Forensiker vorher eine vollständige Kopie aller Festplatten machen. Sie selbst sollten die Strafverfolgungsbehörden einschalten und Anzeige erstatten. Die Festplattenkopien werden Sie benötigen, um den Schaden belegen zu können. Quelle: dpa
Online-Passwörter ändern sich plötzlichWenn eines oder mehrere Ihrer Online-Passwörter sich von einem auf den anderen Moment ändern, ist entweder das gesamte System oder zumindest der betroffene Online-Dienst kompromittiert. Für gewöhnlich hat der Anwender zuvor auf eine authentisch anmutende Phishing-Mail geantwortet, die ihn um die Erneuerung seines Passworts für einen bestimmten Online-Dienst gebeten hat. Dem nachgekommen, wundert sich der Nutzer wenig überraschend, dass sein Passwort nochmals geändert wurde und später, dass in seinem Namen Einkäufe getätigt, beleidigenden Postings abgesetzt, Profile gelöscht oder Verträge abgeschlossen werden. Quelle: dpa
Was zu tun ist: Sobald die Gefahr besteht, dass mit Ihren Daten handfest Schindluder getrieben wird, informieren Sie unverzüglich alle Kontakte über den kompromittierten Account. Danach kontaktieren Sie den betroffenen Online-Dienst und melden die Kompromittierung. Die meisten Services kennen derartige Vorfälle zu Genüge und helfen Ihnen mit einem neuen Passwort, das Konto schnell wieder unter die eigene Kontrolle zu bekommen. Einige Dienste haben diesen Vorgang bereits automatisiert. Wenige bieten sogar einen klickbaren Button "Mein Freund wurde gehackt!" an, über den Dritte diesen Prozess für Sie anstoßen können. Das ist insofern hilfreich, als Ihre Kontakte oft von der Unterwanderung Ihres Kontos wissen, bevor Sie selbst etwas davon mitbekommen. Werden die gestohlenen Anmeldedaten auch auf anderen Plattformen genutzt, sollten sie dort natürlich schnellstmöglich geändert werden. Und seien Sie beim nächsten Mal vorsichtiger! Es gibt kaum Fälle, in denen Web-Dienste E-Mails versenden, in denen die Login-Informationen abgefragt werden. Grundsätzlich ist es immer besser, ausschließlich Online-Dienste zu nutzen, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung verlangen - das macht es schwieriger, Daten zu entwenden. Quelle: dapd
Gefälschte Antivirus-MeldungenFake-Warnmeldungen des Virenscanners gehören zu den sichersten Anzeichen dafür, dass das System kompromittiert wurde. Vielen Anwendern ist nicht bewusst, dass in dem Moment, wo eine derartige Meldung aufkommt, das Unheil bereits geschehen ist. Ein Klick auf "Nein" oder "Abbrechen", um den Fake-Virusscan aufzuhalten, genügt natürlich nicht - die Schadsoftware hat sich bestehende Sicherheitslücken bereits zunutze gemacht und ist ins System eingedrungen. Bleibt die Frage: Warum löst die Malware diese "Viruswarnung" überhaupt aus? Ganz einfach: Der vorgebliche Prüfvorgang, der immer Unmengen an "Viren" auftut, wird als Lockmittel für den Kauf eines Produkts eingesetzt. Wer auf den dargestellten Link klickt, gelangt auf eine professionell anmutende Website, die mit positiven Kundenbewertungen und Empfehlungen zugepflastert ist. Dort werden Kreditkartennummer und andere Rechnungsdaten abgefragt - und immer noch viel zu viele Nutzer fallen auf diese Masche herein und geben ihre Identität freiwillig an die Kriminellen ab, ohne etwas davon zu merken. Quelle: dpa/dpaweb
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