Kienbaum-Vergütungsreport Deutschlands Chefs verdienen immer mehr

Der aktuelle Kienbaum-Vergütungsreport verrät: Deutschlands Geschäftsführer verdienen deutlich mehr als noch im Jahr zuvor. Besonders in der Pharma- und Autobranche werden satte Gehälter eingestrichen.

Wo Frauen ähnlich verdienen wie Männer - und wo nicht
Frauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Quelle: Fotolia
Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Quelle: dpa
Führungskräfte Quelle: Fotolia
Akademische Berufe Quelle: dapd
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei Quelle: AP

Nach Abschluss seines BWL-Studiums steigt er im September 1995 als Personalassistent bei Spar ein, nach dreieinhalb Jahren geht’s weiter in die Personalentwicklung der SB-Warenhauskette Kaufland. Dort bleibt Marc Ebert acht Jahre und wechselt nach insgesamt knapp zwölf Jahren im Einzelhandel im Mai 2007 als Personalmanager zum amerikanischen Maschinenbauer Mag Industrial Automation Systems. Bereits nach einem Jahr zieht Ebert weiter zu einem mittelständischen IT-Berater und bleibt dort vier Jahre, bevor er in diesem Jahr als Personalchef zum IT-Dienstleister GFT wechselt.

"Personaler werden in jeder Branche gebraucht. Wer eine rasche Auffassungsgabe hat und komplexe Sachverhalte schnell zu entschlüsseln in der Lage ist, kann auch in unterschiedlichen Branchen arbeiten", erklärt Ebert seine drei Jobwechsel zwischen drei verschiedenen Branchen in seinen 17 Berufsjahren.

Gut bezahlter Job-Hopper: Mit gezielten Branchenwechseln hat GFT-Personalchef Ebert sein Gehalt verdoppelt Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

Mut und Flexibilität, die sich für den 37-Jährigen auch finanziell ausgezahlt haben: Seit seinem Einstieg als Newcomer in der Arbeitswelt im Jahr 1995 konnte Ebert sein Gehalt immerhin fast verdoppeln.

"Entscheidend ist, dass man Fachwissen mitbringt, weniger das Branchen-Know-how", sagt Ebert. "Dieses Spezialwissen kann man sich rasch aneignen."

Dass sich Blick und Sprung über den Tellerrand der eigenen Branche für die eigene Karriereplanung in vielen Fällen durchaus lohnen, zeigt der Blick auf den Vergütungsreport für GmbH-Geschäftsführer, den die Unternehmensberatung Kienbaum Management Consultants jedes Jahr berechnet und der der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt: Kienbaum befragte 1.424 Geschäftsführer und Vorstände aus 859 Unternehmen zu ihren Verträgen mit ihren Firmen – und förderte zum Teil eklatante Gehaltsunterschiede zutage. Wem es etwa gelingt, als Chef einer Logistikfirma zu einem Entsorgungsunternehmen zu wechseln, kann dadurch sein Gehalt auf etwa 450.000 Euro verdoppeln.

Die Hitliste der Chef-Lügen

Gehalt verdreifachen

Deutlich wird auch, dass Geschäftsführer in Krankenhäusern, die sicher nicht weniger Verantwortung tragen als Kollegen aus der Pharmaindustrie, selbige unter finanziellen Gesichtspunkten nie und nimmer einholen werden. Kommt ein Klinikprofi im Schnitt auf 208.000 Euro jährlich, scheffelt ein Geschäftsführer in der Pharmaindustrie im gleichen Zeitraum fast das Dreifache – nämlich 615.000 Euro.

Dass sich berufliche Beweglichkeit auszahlt, zeigte auch die Personalie Birgit Fischer im vergangenen Jahr: Als die langjährige Chefin der Barmer Ersatzkasse im Frühjahr 2011 als Top-Lobbyistin an die Spitze des Pharmaverbands wechselte, steckte sie zwar viel Kritik ein – aber auch viel Geld: Fischer konnte durch ihren Jobwechsel ihr Gehalt auf einen Schlag mehr als verdoppeln – von 198.000 Euro auf 440.000 Euro, wie Branchenkenner Wolfgang Lange im Fachdienst "A+S" vorrechnete.

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