KPMG-Umfrage CEOs sind vorsichtig optimistisch

Wie schätzen Vorstandschefs die Zukunft ein – und wo sehen sie die größten Herausforderungen? Antworten liefert der „Global CEO Outlook 2017“ von KPMG.

„Tag 2 ist Stillstand. Gefolgt von entsetzlichem, qualvollem Niedergang”
Jeff Bezos Quelle: REUTERS
Elon Musk Quelle: REUTERS
Kasper Rorsted Quelle: AP
James Dyson Quelle: AP
Warren Buffett Quelle: REUTERS
Wolfgang Grupp Quelle: dpa

Immerhin 65 Prozent der CEOS weltweit rechnen damit, dass die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird. Zu diesem Ergebnis kommt die „Global CEO Outlook Survey“ von KPMG. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft befragte dafür knapp 1300 CEOs aus zehn Ländern, darunter 125 aus Deutschland. Alle Topmanager verantworteten einen Umsatz von mindestens 500 Millionen US-Dollar, ein Drittel sogar mehr als 10 Milliarden. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zuversicht allerdings gesunken. Damals waren noch 80 Prozent optimistisch. Auch die Zuversicht in das Wachstum der eigenen Branche ist zurückgegangen - von 85 auf 69 Prozent. Deutsche CEOs äußerten sich vergleichsweise optimistisch: Immerhin 77 Prozent gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird.

KPMG macht für die geringere Zuversicht vor allem geopolitische Faktoren wie die Trump-Präsidentschaft, den Brexit oder Cyber-Risiken verantwortlich. „Zur wachsenden Unsicherheit trägt auch die zunehmende Branchenkonvergenz bei, der sich praktisch sämtliche Unternehmen stellen müssen“, sagt Angelika Huber-Straßer, Bereichsvorstand Corporates bei KPMG. Die meisten CEOs betrachteten das aber eher als Chance, ihr Geschäftsmodell zu verändern. – indem sie darauf setzen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Das Motto dieser Tage, sagt Huber-Straßer, lautet „Disrupt and Grow“. 74 Prozent der Topmanager seien darauf aus, die eigenen Branchengrenzen selbst zu überschreiten, anstatt von branchenfremden Wettbewerbern angegriffen zu werden. Allerdings gaben 61 Prozent der CEOs zu, dass ihr Unternehmen das eigene Geschäftsmodell nicht so stark umgestellt hat, wie es möglicherweise nötig wäre.

Diese Unsicherheit wirkt sich auch auf die Personalplanung aus. Im vergangenen Jahr gingen noch 73 Prozent aller CEOs davon aus, die Zahl der Mitarbeiter innerhalb von drei Jahren um mindestens sechs Prozent zu erhöhen. In diesem Jahr sagten das lediglich 47 Prozent. Für Huber-Straßer deutet dies darauf hin, dass Unternehmen in den kommenden Jahren vor allem mehr Fachkräfte einstellen wollen: „Gerade im Bereich kognitive Technologien, aber auch für geopolitische Themen werden händeringend Experten gesucht“, sagt die KPMG-Managerin.

Mantras aus der Chefetage

Angesichts der Entwicklungen überdenken viele Topmanager ihre eigene Rolle. 70 Prozent sagen, dass sie durch ein Training oder den Erwerb einer neuen Qualifikation in den vergangenen 12 Monaten begonnen haben, sich darauf vorzubereiten. Ebenso viele sagen, dass sie noch nie zuvor in ihrer Karriere aufgeschlossener waren gegenüber neuen Einflüssen und Kooperationen.

„Der moderne CEO denkt nicht mehr in Branchengrenzen“, sagt Huber-Straßer. Ihm sei bewusst, dass heutzutage zur Führung eines Unternehmens mehr gehört als über Innovationen und neue Geschäftsmodelle zu reden: „Es braucht Mut und Inspiration, die Fähigkeit, sowohl zu provozieren als auch Bewährtes zu schützen“, sagt Huber-Straßer, „und bei allen Entscheidungen sämtliche Bereiche der eigenen Organisation eng mit einzubinden.“

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%