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Lasten abnehmen und sich verbünden Acht Tipps gegen den Karrierekiller Mental Load

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Was man selbst gegen den Mental Load tun kann

Unsichtbares sichtbar machen

Wenn man ständig erschöpft ist und auch mit nicht mehr ganz kleinen Kindern abends um 20 Uhr einschläft, deutet das auf eine Schieflage hin. „Wenn man einmal aufschreibt, was einen alles gedanklich beschäftigt, ist man ganz schnell beim Thema Mental Load“ sagt Patricia Cammarata und empfiehlt, Aufgaben und die dazugehörigen Unteraufgaben zu sortieren – ähnlich wie im Projektmanagement. Das macht die unsichtbaren To-do-Listen, die durch den Kopf rattern, erst sichtbar. Beispiel Kindergeburtstagseinladung: „Ein Geschenk überlegen und kaufen ist nicht die einzige Aufgabe, sondern es ist die ganze Organisation drumherum: Wie kommt das Kind hin? Kann es von jemandem mit abgeholt werden? Wird dafür in der Betreuungseinrichtung eine Vollmacht benötigt? Wie passt das in die Arbeitspläne, wer kann wann abholen? Was, wenn das Meeting länger dauert? Dann wird aus einem kleinen Punkt im Kalender ein großes Netz.“

Verhandlungsposition gegenüber dem Partner stärken

Die Aufgabenteilung bei deutschen Paaren wird selten hinterfragt. Ein häufiges Argument lautet auch: Wer weniger verdient, kann eher Stunden reduzieren und hat mehr Zeit für unbezahlte Carearbeit. Cammarata rät Frauen, sich durch ein möglichst hohes eigenes Gehalt bessere Chancen für eine wirklich gleichberechtigte Partnerschaft zu sichern. „Wo man finanziell auf gleicher Ebene startet, hat man eine gute Verhandlungsposition. Das ist auch deshalb vernünftig, weil dann einer auch mal ausfallen kann oder den Job wechseln.“ Ihre Erfahrung aus Workshops fasst sie so zusammen: „80 Prozent aller Männer sind natürlich gewillt, daran zu arbeiten, dass sie eine gute Beziehung und eine entspannte Partnerin haben.“

Sich verbünden: Mental Load und Financial Load teilen

Wenn Frauen über Mental Load klagen, gerät manchmal in Vergessenheit, dass auf der anderen Seite eine andere Last steht: die Last, der Ernährer zu sein – zumindest in Vollzeit-Teilzeit-Konstellationen. Der Financial Load ist das Pendant zum Mental Load. Eine Lösung kann sein, sich beides zu teilen. „Das übersehen viele in ihren Vorstellungen von Rollenverteilung“, so die Autorin. Geteilter Mental Load macht im Alltag entspannter, geteilter Financial Load gibt beiden Partnern mehr Spielraum im Job. Wenn etwas nicht passt, hat jeder die Freiheit, auch mal zu gehen und sich eine neue Stelle zu suchen. Der Partner oder die Partnerin kann es eine Zeit lang finanziell auffangen – und den Blick für andere Jobs und Arbeitgeber zu weiten, kann neue Karriereschritte bedeuten. „Wenn Paare sich zusammentun und ihre Loads teilen, können sie einen Hebel entwickeln, Unternehmen zu verändern“, hofft Cammarata.

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