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Management Sieben goldene Regeln für mehr Zeit im Beruf

Der effiziente Umgang mit Zeit entscheidet für Unternehmer nicht nur über den beruflichen Erfolg, sondern letztendlich auch über Gesundheit und privates Glück. Der Coach Martin Geiger gibt in einem Gastbeitrag praktischen Rat.

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Die Uhr tickt gnadenlos - nicht nur für Jackie Chan und Owen Wilson im Film

Lang ist es her, dass der Arbeitstag eines Unternehmers um 8 Uhr begann und um 18 Uhr endete. Heute stehen zwischen Geschäftsfrühstück und Business-Dinner unzählige Meetings an. Hin- und Rückfahrten werden für Telefonate oder den Abruf von Emails genutzt, das Wochenende für das Lesen von wichtigen Informationen und die Nächte für Telefonate mit Geschäftspartnern aus anderen Zeitzonen.

Martin Geiger ist Coach und Experte für die Steigerung der persönlichen und unternehmerischen Produktivität. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Unternehmern in ganz Europa. Quelle: Presse

Immer neue Tools der Kommunikationstechnik versprechen uns Zeitersparnis: Ein ausgeklügeltes Zeitmanagementsystem in der Cloud, unzählige To-do-Listen und Terminplanung auf dem Smartphone. Doch hat dies dazu geführt, dass wir mehr Zeit haben? Im Gegenteil: Der Tag könnte 48 Stunden haben, ohne dass wir es schaffen würden, alles zu erledigen. Wie können wir die Macht über unsere Zeit und unser Leben zurückgewinnen?  Die folgenden sieben Ratschläge können dabei helfen.

Motivierende Ziele setzen

Erfolg bedeutet das planmäßige Erreichen eines selbst gesteckten Zieles. Entscheidend ist, das Ziel zu kennen. Erst dann können wir möglichst effizient agieren. Vor der Revolution des Zeitmanagements müssen unsere Ziele formuliert werden. Wie ist der Stand der Lebensbereiche Persönlichkeit, Gesundheit, Beruf, Vermögen, Beziehungen, Freizeit? Was will ich wirklich? Wo will ich in fünf bis zehn Jahren stehen? Die Antwort ist entscheidend für Ihre Motivation, Ihre Produktivität, Ihre Effizienz und damit natürlich für die Ergebnisse.

Zehn Tipps für mehr Produktivität
1. Tierfotos aufhängen…Klingt skurril, funktioniert aber tatsächlich. Davon ist zumindest Hiroshi Nittono von der Universität Hiroshima überzeugt. Für seine Studie im vergangenen Jahr teilte er 132 Freiwillige in zwei Gruppen. Gruppe A blickte zunächst auf Fotos verschiedener Kleintiere, darunter Hundewelpen und Katzenbabys. Gruppe B sah zwar ebenfalls Bilder von Tieren, allerdings von ausgewachsenen. Nun absolvierten alle Probanden unterschiedliche Geschicklichkeitsspiele. Und siehe da: In allen drei Experimenten schnitten jene am besten ab, die zuvor die Tierbabys angeschaut hatten. Nittono glaubt: Beim Anblick niedlicher Tiere wird uns sprichwörtlich warm ums Herz. Und dieses Gefühl kann offenbar auch unsere geistigen Fähigkeiten steigern – zumindest kurzfristig. Quelle: REUTERS
2… oder einen echten Hund anschaffenVorausgesetzt natürlich, der Arbeitgeber stimmt zu. Doch mit ziemlicher Sicherheit werden es ihm die Angestellten mit mehr Leistung danken. Zu diesem Ergebnis kam auch eine Studie, über den der britische „Economist” vor einigen Jahren berichtete. Darin sollten sich die Freiwilligen zum Beispiel Ideen für einen Werbespot ausdenken. Bei manchen hatte es sich unter dem Konferenztisch ein Hund gemütlich gemacht – und genau jene Probanden waren am kreativsten. Außerdem fühlten sie sich auch am wohlsten. Quelle: dpa
Geschenke verteilenHöhere Löhne? Boni für besondere Leistungen? Alles schön und gut – aber kleine Geschenke helfen viel mehr. Das glaubt etwa Sebastian Kube, Verhaltensökonom an der Universität Bonn. In seiner Studie sollten im Jahr 2011 48 Studenten drei Stunden lang die Bücher einer Bibliothek katalogisieren – für zwölf Euro Stundenlohn. Doch Gruppe A gestattete Kube im Verlauf des Experiments eine Gehaltserhöhung von 20 Prozent. Gruppe B schenkte er einen Gutschein für eine Thermoskanne im Wert von sieben Euro. Kaum zu glauben: Die Lohnerhöhung brachte gar nichts. Wirksam war hingegen der Gutschein: Er steigerte die Produktivität im Schnitt um 30 Prozent. Kube erklärt sich dieses Ergebnis mit dem so genannten Reziprozitäts-Effekt. Vereinfacht gesagt: Wer uns etwas schenkt, dem fühlen wir uns anschließend verpflichtet. Wer von seinem Unternehmen also ein Geschenk erhält, erhöht im Anschluss sein Engagement. Quelle: Fotolia
4. Im Internet surfenNoch immer soll es Unternehmen geben, die ihren Angestellten verbieten, während der Arbeit privat im Netz herumzusurfen – ein großer Fehler. Das zumindest legt eine Studie aus dem Jahr 2011 nahe. Don Chen und Vivien Lim von der Nationaluniversität von Singapur reichten 96 Studenten einen Text mit einer Länge von 3500 Wörtern. Darin sollten sie 20 Minuten lang jedes „E“ markieren – eine zugegebenermaßen stupide Aufgabe. Dann teilten die Wissenschaftler die Probanden in drei Gruppen. Die einen mussten eine zehnminütige Zusatzaufgabe lösen, die anderen konnten entspannen, wieder andere durften im Internet herumsurfen. Jetzt bekamen alle einen 2000 Wörter langen Text, in dem sie jedes „A“ kennzeichnen sollten. Wer sich am besten schlug? Jene Gruppe, die zuvor im Netz herumgesurft war. Offenbar sorgte Surfen für Entspannung und lud den geistigen Akku am besten auf. Quelle: Reuters
5. Mit Kollegen tratschenDie Psychologin Kathryn Waddington von der Universität von London befragte für ihre Studie im Jahr 2005 knapp 100 Krankenschwestern und –pfleger. Ergebnis: Ein kurzer Plausch in der Kaffeeküche oder in der Raucherecke war für die meisten eine gute Gelegenheit, um Frust und Freude zu teilen – und sich letztendlich wieder besser auf die Arbeit zu konzentrieren. Quelle: Fotolia
6. Musik hörenMusik hat durchaus magische Kräfte. Das konnte 2008 auch Costas Karageorghis von der Brunel-Universität in London nachweisen. 30 Freiwillige strampelten sich auf einem Laufband ab und lauschten währenddessen unterschiedlicher Musik. Und siehe da: Liefen die Freiwilligen zu einem Rhythmus von 120 bis 150 Pulsschlägen pro Minute, brachten sie bis zu 15 Prozent mehr Leistung – und fanden das Training außerdem weniger anstrengend. Quelle: dpa
7. Pflanzen mitbringenEin norwegisch-amerikanisches Forscherteam um Ruth Raanaas ließ für eine Studie im Jahr 2011 34 Studenten verschiedene Aufgaben lösen. Die eine Hälfte war derweil von Blumen und Pflanzen umgeben, die andere nicht. Mehrmals testete Raanaas die Aufnahmefähigkeit und Konzentration der Probanden – und stellte fest: Die Blumen-Gruppe schnitt jedes Mal besser ab. Offenbar steigerte die Flora die geistigen Fähigkeiten. Quelle: dpa

Eine der besten Methoden, die erforderlichen Schritte festzulegen, ist die Interview-Technik. Führen Sie in der Gegenwart ein imaginäres Zeitungsinterview auf dem zukünftigen Höhepunkt Ihres Erfolges und schreiben Sie es auf. Am einfachsten geht das mit einem Partner: Ihr Gegenüber spielt den Chefreporter eines Fachmagazins und führt ein Interview mit Ihnen. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie alle Ihre Ziele nicht nur erreicht, sondern übertroffen haben. Wichtig ist, dass Sie sich ganz in diese Rolle begeben. So können Sie locker und leicht berichten, wie sie es dahin gebracht haben. Das macht nicht nur unglaublich Spaß – diese Übung wird Ihnen am Ende eine Anleitung liefern, was zu tun ist, um Ihre Vision zu verwirklichen. Es ist, als ob Sie am Gipfel stehen und auf den zurückgelegten Weg vom Tal bis ganz nach oben blicken. Mit dieser Methode gelang es im Rahmen meiner Coachings mit den jeweiligen Geschäftsführern beispielsweise, die Unternehmensstruktur bei Metallbau Burkhardt in Hannover neu zu organisieren oder die Wettbewerbsfähigkeit des Logistikers Fastline durch eine generelle Neuausrichtung zu verbessern – weg vom Stückgutgeschäft hin zu Sonderfahrten. Die Ideen zu diesen Veränderungen kamen den Verantwortlichen selbst in solchen imaginären Interviews. Der größte Vorteil solcher langfristiger Zielplanung besteht darin, dass wir uns nicht von der Gegenwart einschränken lassen.

Maximal konzentrieren

Die besten Apps für Manager
iPad-App der Deutschen Börse
Screenshots von ABBYY Business Card Reader Quelle: iTunes
Google Finance Quelle: dpa
Evernote App
Arbeitszeit App
Pons
Übersetzer App

Die Effektivität einer Arbeit hängt nicht unbedingt mit der Zeit zusammen, die man zu ihrer Bewältigung benötigt. Sie misst sich vielmehr am Verhältnis von Aufwand zu Ergebnis. Dies lässt sich jedoch nicht allein dadurch erreichen, dass man Prioritäten setzt. Wie viel Zeit vertrödeln wir, weil wir Dinge tun, die gar nicht wichtig sind? Manche Menschen arbeiten ständig - und bringen es zu nichts. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Energie bündeln und unsere ganze Aufmerksamkeit einer einzigen Tätigkeit widmen. Sich zu konzentrieren fällt vielen schwer, weil sie sich leicht ablenken lassen. Die eigentliche Gefahr der Ablenkung ist, dass wir sie gerne als willkommene Ausrede für mangelnde Bereitschaft zur Anstrengung nutzen.

Mein einfacher Tipp: Besorgen Sie sich einen Ablagekorb für Ihren Schreibtisch, in dem Sie alle Aufgaben und Informationen, die im Laufe eines Arbeitstages auf Sie zukommen, sammeln. Nachdem Sie Ihren Eingangskorb angelegt und sämtliche offenen Aufgaben hineingelegt haben, sollte Ihr Schreibtisch aussehen, wie die Startbahn eines Flughafens.

Das ist die beste Voraussetzung dafür, die Konzentration auf jeweils ein einziges Projekt zu richten. Jeder Vorgang wird einmal in die Hand genommen und nach folgenden Kriterien sortiert:  Wegwerfen, Ablegen, Delegieren, Sofort erledigen, Terminieren. Allein durch diese einfache Maßnahme konnte der Textilunternehmer Klaus Zuleeg die Selbstorganisation in seiner gesamten Firmengruppe mit insgesamt über 400 Mitarbeitern deutlich verbessern. Durch die eigenen positiven Veränderungen vom Nutzen überzeugt, führte er das System schließlich im gesamten Unternehmen ein. Die von ihm gesteckten Jahresziele erreichte er in den vergangenen zwei Jahren im Durchschnitt zu mehr als 90 Prozent.

Tipps für mehr Gelassenheit im Beruf
Eine Feder eines Füllfederhalters Quelle: Fotolia
Mann am Schreibtisch Quelle: dpa-tmn
Lächelnde Frau Quelle: Fotolia
Eine depressive Frau an ihrem Arbeitsplatz Quelle: dpa
Junge Frau mit einem nicht echten Loch im Kopf Quelle: Fotolia
Hände Quelle: Fotolia
Strenge frau Quelle: Fotolia

 Zuverlässig filtern

Nichts hat unsere Arbeitswelt so drastisch verändert wie Emails. Ursprünglich dazu gedacht, Kommunikation zu vereinfachen und zu beschleunigen, bedingen sie inzwischen die häufigsten Arbeitsunterbrechungen. Die Email-Flut ist derart angestiegen, dass sie nicht nur Zeit kostet, sondern auch Stress und Krankheiten verursacht. Immer mehr Menschen leiden unter dem Druck, schnell antworten zu müssen. Wer nichts tun will, schreibt wenigstens E-Mails. Und wer etwas tun will, muss stattdessen E-Mails beantworten.

Stellen Sie sich einfach mal die Frage: Was raubt mir die meiste Zeit? Identifizieren Sie die zehn schlimmsten Störenfriede. Viele Aufgaben bringen Sie kein bisschen voran und die Erde dreht sich weiter, wenn Sie sie ignorieren. Dann ab damit auf die Not-to-do-Liste. Eine der besten Methoden, eine Not-to-do-Liste anzulegen, habe ich mit Udo Neumaier, dem Inhaber einer Schreinerei in Freiburg praktiziert. Ich schlug ihm vor, sich vorzustellen, er hätte einen Herzinfarkt erlitten und müsste von nun an seine Arbeitszeit und –belastung unmittelbar halbieren. Er konnte ohne weitere Schwierigkeiten sofort sagen, was er künftig  deutlich weniger tun würde.

Meetings planen

Welche Berufe glücklich machen
die glücklichsten Menschen arbeiten in Hamburg Quelle: dpa
Die Jobsuchmaschine Indeed hat sich der Zufriedenheit deutscher Arbeitnehmer angenommen und nachgefragt, wer mit seinem Job besonders zufrieden ist. Die glücklichsten Berufe in Deutschland sind demnach eine bunte Mischung aus allen Ausbildungswegen und Hierarchiestufen. So gehören zu den Top 20 der zufriedensten Berufe viele traditionelle Handwerksberufe wie Maurer, Tischler oder Elektriker. Zufrieden sind allerdings auch - entgegen aller Klischees - Lehrer und Krankenschwestern. An der Spitze der Liste stehen Trainer, studentische Hilfskräfte und, wenig überraschend, Geschäftsführer. Laut dem Meinungsforschungsinstituts YouGov sind allgemein nur sieben Prozent der Deutschen wirklich unzufrieden mit ihrem Job, 75 Prozent der Arbeitnehmer macht ihre Arbeit mehrheitlich Spaß. Damit sie sich im Beruf wohl fühlen, brauchen 27 Prozent der Beschäftigten neue Herausforderungen, für 18 Prozent ist ein abwechslungsreicher Arbeitsalltag wichtig, für 15 Prozent bessere Gehaltsaussichten. Immerhin 14 Prozent wollen „etwas Sinnvolles“ für die Gesellschaft tun. Die folgenden Berufe erfüllen diese Kriterien - und machen glücklich. Quelle: Fotolia
Gärtner und Floristen sind zu 87 Prozent glücklich. "Ich arbeite in einer Umgebung, die ich mag, und tue etwas lohnendes und sinnvolles", gaben sogar 89 Prozent von ihnen an. Quelle: Fotolia
Jemand frisiert einen Puppenkopf Quelle: dpa
Männer arbeiten an Toiletten. Quelle: AP
Die ersten Nicht-Handwerker in der Glücksrangliste sind ausgerechnet Marketing- und PR-Leute (75 Prozent). Die Wahrheit steht offenbar nicht in direktem Zusammenhang mit dem Glück. Quelle: Fotolia
Jemand hält einen Glaskolben mit einer Flüssigkeit darin. Quelle: AP

Meetings gehören zu den größten Zeitfressern. Darum empfiehlt sich: Kein Meeting ohne eine klare Agenda! Ein Meeting ohne Agenda ist die reinste Zeitverschwendung. Die Agenda ist das Produkt Ihrer Vorüberlegungen zum Thema, den Zielen und Inhalten sowie zum Ablauf. Wenn Sie der Meinung sind, Sie benötigten keine Agenda, dann verlegen Sie sie am besten in einen Biergarten oder sagen Sie sie gleich komplett ab.

Bei der Agenda geht es darum, dass sich alle Teilnehmer darauf konzentrieren, was erreicht werden soll und worauf sie sich vorbereiten müssen. Deswegen wird die Agenda allen Teilnehmern mindestens 72 Stunden vorher gemeinsam mit dem erforderlichen Material zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erläutert die Agenda auch die Ziele des Meetings. So können die eingeladenen Teilnehmer entscheiden, ob sie am Meeting teilnehmen müssen und sie erhalten Gelegenheit, sich entsprechend vorzubereiten. Nur was auf der Agenda steht, wird im Meeting diskutiert. Tipp: Beginnen sie mit dem Punkt "Sonstiges", denn das zieht sich erfahrungsgemäß am längsten hin. Am Anfang einer Besprechung werden Sie ihn jedoch in Windeseile abhaken können. Gehen Sie nicht zum nächsten Punkt der Agenda über, bevor nicht ein konkreter Handlungsschritt vereinbart wurde.

Bei einem Coaching mit Günter Lehmann, dem Geschäftsführer der badischen Winzergenossenschaft Alde Gott aus Sasbachwalden stand auch das Thema Sitzungen zur Debatte. Durch die oben genannten Empfehlungen gelang es, die Dauer der regelmäßigen Vorstandssitzungen um knapp 40 Prozent zu reduzieren.

Tipps für gute Meetings

Schneller sein

In der heutigen Wirtschaft ist schneller immer besser als langsamer, und früher immer besser als später. Immer. Qualität ist dabei längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Heute bekommt der schnellste Anbieter den Zuschlag. Liefern Sie deshalb möglichst immer schneller als der Kunde erwartet. Fragen Sie sich: Wo wartet mein Kunde? Wie kann ich diese Wartezeit verkürzen?

Es gibt so viele kreative Kleinigkeiten, um Ihrem Kunden das Gefühl zu geben, dass seine Zeit genauso wertvoll ist wie Ihre. Diese Form der Kundenorientierung zahlt sich aus: In der Nähe von Baden-Baden haben sich beispielsweise mehr als zehn Fachärzte von A wie Augenarzt bis Z wie Zahnmediziner zu einem interdisziplinären Praxisverbund, dem Institut für Samstags-Check zusammengeschlossen. Dessen Slogan lautet: "Bei uns wartet nicht der Patient auf den Arzt, sondern der Arzt auf den Patienten!"

Zehn Dinge, die Sie heute mal lassen sollten
Ein Mann und eine Frau sitzen beim Frühstück, der Mann schaut dabei auf sein Handy Quelle: fotolia
Multitasking während eines Meetings Quelle: fotolia
Das US-Schauspielerpaar Angelina Jolie und Brad Pitt posieren in Berlin Quelle: dpa
Ein E-Mail-Symbol auf dem Display eines iPhone Quelle: dpa
Alte Taschenuhren liegen nebeneinander Quelle: fotolia
Ein Mann im Anzug steht wartend an einer Bahnhaltestelle Quelle: fotolia
Zwei Frauen reden über eine dritte Frau Quelle: fotolia

Es gibt eine klare Zielgruppe für dieses Angebot, nämlich die bei  Ärzten besonders beliebten Selbstständigen: "Sie arbeiten mit hohem Einsatz? Sie haben unter der Woche keine Zeit für den Arztbesuch? Wir untersuchen Sie, wenn Sie Zeit haben - am Samstag!" heißt es auf der Website. Und dann wird dem potenziellen Patienten eine Art Gesundheits-TÜV offeriert, bei dem er von Kopf bis Fuß auf Herz und Nieren untersucht wird. Das Ganze spart nicht nur zahlreiche Einzelbesuche, Terminvereinbarungen und Wartezeiten, sondern ist nebenbei auch noch höchst komfortabel: Nach der gründlichen Eingangsuntersuchung samt Blutabnahme und Ultraschall gibt es sowohl eine Pause für das Frühstücksbuffet als auch einen warmen Lunch. Und am Ende folgt dann die ausführliche Besprechung samt den Auswertungen aus dem Labor.

Sich Freiheit nehmen

Was bei der Arbeit stresst
Zu viel Verantwortung oder ständiges an die-Arbeit-denken, auch in der Freizeit gaben 18 Prozent der Befragten als Grund für Stress bei der Arbeit an. Nur in Tschechien können die Beschäftigten außerhalb des Arbeitsplatzes schwerer abschalten - dort gaben 28 Prozent an, dauernd an die Arbeit denken zu müssen. Auf der anderen Seite der Skala ist Luxemburg: nur fünf Prozent haben dort dieses Problem. Quelle: Fotolia
Keinen Stress haben dagegen nur sieben Prozent der deutschen Befragten. Genauso niedrig ist der Anteil derer, die ihren aktuellen Job nicht mögen. Quelle: Fotolia
Unangemessener Druck vom Chef nannten 27 Prozent der Befragten hierzulande als Stressgrund. In Brasilien sind es dagegen 44 Prozent. Quelle: dapd
Wenn der Chef sich eher um sein Handicap kümmert, statt ordentlich zu führen: 28 Prozent der Befragten sind mit der Managementfähigkeit des Chefs unglücklich. Das Unvermögen des führenden Managers, das zu Stress führt, scheint in Luxemburg relativ unbekannt zu sein - nur 11 Prozent der Befragten sind dort mit den Befragten unglücklich, in Dubai sind es gar neun Prozent. Quelle: dapd
Dass unangenehme Kollegen oder fieser Büroklatsch zu Stress führen kann, ist allgemein bekannt. Dementsprechend führen auch 31 Prozent der Befragten das als Stressgrund an - der Anteil derer, die das ähnlich sehen, liegen in allen anderen Ländern fast gleich hoch - außer in Brasilien: 60 Prozent der Befragten geben unangenehme Kollegen und fiesen Büroklatsch als Stressgrund an. Quelle: Fotolia
Ein weitere Stressgrund: personelle Unterbesetzung. 41 Prozent der Befragten sehen das als wichtigen Grund für Stress bei der Arbeit an - ein Wert, der fast in allen Ländern ähnlich ist. Quelle: Fotolia
Doch am problematischsten, laut der Studie: die hohe Arbeitsbelastung. 51 Prozent der Befragten gaben dies als Stressgrund an. Deutschland liegt damit im Schnitt, auch in den anderen elf Ländern ist ein ähnlich hoher Anteil der gleichen Meinung. Quelle: Fotolia

Kürzlich kam ein Zuhörer nach einem Vortrag auf mich zu und sagte: "Herr Geiger, Ihr Thema trifft auf einen unserer Bekannten genau zu. Der Seniorchef eines erfolgreichen Industrieunternehmens leitet seine Firma auch im Alter von mittlerweile 70 Jahren noch selbst und erlaubt sich mit seiner Gattin genau eine Woche Urlaub pro Jahr. Den Ergebnissen des Unternehmens nach könnte er allerdings Jahr für Jahr zu einem sechsmonatigen Segeltörn aufbrechen. Nicht wenige Mitarbeiter im Unternehmen wünschten sich, er würde dies auch tatsächlich einmal tun. Dies ist einer dieser Unternehmer, die man eines Tages aus dem Büro tragen muss. Er vertritt den Standpunkt, wenn er nicht da ist, läuft es nicht. Und er verlangt, dass jede Entscheidung über seinen Schreibtisch geht." Eine Ausnahme? Mitnichten. So oder ähnlich sieht die Regel in deutschen Chefetagen aus.

Doch die Epoche, in der es als Statussymbol eines erfolgreichen Unternehmers galt, keine Zeit zu haben, ist vorbei. Vor allem Einzelunternehmer oder Freiberufler kennen das Problem, dass ihr Geschäft nicht wächst, weil sie einfach nicht genügend Zeit finden, sich um genau diesen Aspekt zu kümmern. Um konsequent Zeit zurück zu erobern, müssen Sie Aufgaben übertragen. Hierbei kann es helfen, virtuelle Assistenten wie www.frueherfeierabend.de  oder www.mein-virtuellerassistent.com mit Dingen zu beauftragen, um die Sie sich nicht selbst kümmern können oder wollen. Damit verschaffen Sie sich viel Freiraum. Ist dies in Ihrem Geschäftsbereich nur bedingt möglich, wie beispielsweise bei einigen Freiberuflern, kann eine personelle Veränderung Wunder wirken. Zahnarzt Christian Hien aus Regensburg zum Beispiel hat für sein fünfzehnköpfiges Praxisteam eine zusätzliche Zahnärztin angestellt. Dank dieser Entlastung kann er sich so nicht nur weiter auf bestimmte Behandlungen spezialisieren, die gewonnene Zeit dient ihm außerdem dazu, auch unter der Woche einen halben Tag frei zu nehmen.

Umsetzen!

In einer kleinen Gemeinde wunderten sich einige Gottesdienstbesucher über ihren Pfarrer: Ein paar Wochen zuvor hatte er sonntags eine so schöne und flammende Predigt über die Nächstenliebe gehalten, dass jeder Zuhörer zutiefst berührt war. Doch nur einen Sonntag später - erneut war die Gemeinde erwartungsvoll in die Kirche geströmt - wiederholte er exakt dieselbe Predigt. Wort für Wort. Seine Gemeindemitglieder hielten dies für ein Versehen und so lauschten sie erneut andächtig den Worten des Pfarrers, die sie bereits aus seiner letzten Predigt kannten. Doch auch in der darauffolgenden Woche wiederholte sich das Schauspiel. Die gleiche Predigt – ohne dass es dem Pfarrer aufzufallen schien. Als dies Sonntag um Sonntag so geschah, begannen sich die Menschen ernsthafte Sorgen um ihren Diener Gottes zu machen.

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Und so entschlossen sich einige ältere Mitglieder der Gemeinde, den Pfarrer dezent auf diesen Umstand hinzuweisen: "Wir wissen nicht, ob Sie bemerkt haben, werter Herr Pfarrer, das sich Ihre Predigten in den letzten Wochen etwas ähneln?" - "Es freut mich, dass es euch aufgefallen ist!", entgegnete der Pfarrer sichtlich gelassen. "Wie oft wollen Sie diese Predigt denn noch wiederholen?", fragten die Gemeindemitglieder gereizt. "Ich werde meine Worte noch genauso oft wiederholen, bis ihr endlich damit beginnt, sie umzusetzen!"

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