ManagementCup Bei Wirtschaftsspielen winkt doppelter Gewinn

Heute startet der ManagementCup der WirtschaftsWoche. Einer der Entwickler des Wirtschaftsplanspieles erklärt, was die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind.

Welcher Manager-Typ sind Sie?
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Von Kindern kann man lernen, wie man am besten lernt: Durch Spielen. Denn wenn sie frei spielen, simulieren sie die Erwachsenen-Realität: „Ich wäre jetzt die Braut und du der Bräutigam.“ Ganz nebenbei und ohne Lehrbuch lernen Kinder dadurch die Welt ihres zukünftigen Erwachsenenlebens kennen, indem sie sie schon mal durchspielen. Die gespielte Hochzeit oder der "Einkauf" im Spielkaufladen vermitteln Erfahrungen für das spätere "wahre Leben" – ohne Verantwortung und Folgen. Das ist das Schöne am Spiel: Man kann man Fehler machen, um sie im wahren Leben zu vermeiden. Und das ist auch der Sinn und Zweck von Planspielen, die mittlerweile in vielen Unternehmen ein etablierter Teil der Entwicklung von Führungskräften sind.

Sie sind der Chef! - Infos zum Management-Cup 2013

Wirtschaftssimulationen wie der heute beginnende ManagementCup der WirtschaftsWoche (Anmeldungen sind noch möglich!) haben einen kriegerischen Ursprung: Die preußische Armee begann im 19. Jahrhundert damit, ihre Offiziere mit dem „taktischen Kriegsspiel“, das der Baron von Reiswitz 1824 entwickelte, auszubilden. Das war einer der Gründe für die Überlegenheit des preußisch-deutschen Militärs. Auch heute gehören Simulationsspiele – am sprichwörtlichen „Sandkasten“ und vor allem per Computer – zur Ausbildung militärischer Führer. Ihren Weg in die Wirtschaft fand die Idee der Planspiele nach dem zweiten Weltkrieg in den USA. Ein Grund dafür: Viele ehemalige Offiziere machten nun in Unternehmen Karriere und versuchten, die Möglichkeiten von militärischen Simulationen auf die Wirtschaft zu übertragen. Ab den 1980er Jahren entstand ein Markt von Anbietern computergestützter Wirtschaftsplanspiele, die mittlerweile in vielen Unternehmen ein etablierter Teil der Entwicklung von Führungskräften sind.  

Worauf kommt es beim Planspiel an?

Die Teilnehmer eines Business-Planspiels übernehmen – oft als Team – die Rolle von Managern eines virtuellen Unternehmens und konkurrieren mit fiktiven Unternehmen in einem simulierten Markt. Definierte Regeln legen fest, welche Entscheidungen die Teilnehmer treffen können und wie sich die Entscheidungen auf ihre Situation auswirken. Dadurch entsteht aus der fiktiven Umwelt ein dynamisches Modell, in und mit dem die Teilnehmer interagieren können. Die Qualität der Spieles hängt davon ab, wie realitätsnah es die Folgen der Spielerentscheidungen abbildet. Im besten Fall lernen die Spieler dadurch nicht nur die Zusammenhänge in einem Unternehmen kennen, sondern gewinnen auch ein Gespür für die entscheidenden Faktoren des Erfolgs.

Worauf kommt es beim Management-Cup für Teilnehmer an? Dominik Maier, Principal Consultant bei Tata Interactive Systems, der Firma, die den ManagementCup gemeinsam mit der WirtschaftsWoche ausrichtet, rät: „Jeder Teilnehmer sollte am Anfang vor allem versuchen, das simulierte Startup-Unternehmen, den Markt und die Kunden, sowie die Konkurrenz so gut wie möglich kennen zu lernen.“ Die Leitfragen müssen sein: „Was machen wir, womit verdienen wir Geld? Warum sind unsere Konkurrenten erfolgreich? Was sind die Trends am Markt, was wollen die Kunden? Welches unternehmerische Risiko bin ich bereit einzugehen? Und was erwartet das Topmanagement von mir?“ 

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Alle für das Spiel notwendigen Informationen über das eigene Unternehmen, den Markt, Trends, wirtschaftliche Zyklen und makroökonomische Begleitumstände liefert die Simulation selbst. Dazu dienen vor allem die simulierten Unternehmensberichte und die Wirtschaftsnachrichten. Der Spieler agiert in einer „virtuellen Welt“ und schlüpft in die Rolle eines Managers im Jahr 2020. Dennoch ist es natürlich durchaus nützlich, sich im Vorhinein und während des Spiels Informationen aus der realen Welt zu verschaffen, denn das Spiel stellt natürlich ein tatsächlich mögliches Zukunftsszenario dar.

Theoretische Kenntnisse - zum Beispiel aus einem Ökonomiestudium - oder praktische Erfahrungen aus dem echten Wirtschaftsleben sind keine Teilnahmebedingungen, dürften die Erfolgschancen jedoch befördern. Der Gesamtsieger des Vorjahres, der 25-jährige Alexander Hofmann, ist Groß- und Außenhandelskaufmann.

Natürlich kann kein Spiel den Erfolgsdruck des real existierenden Unternehmertums erzeugen. Dennoch: „Unsere Gespräche nach dem ManagementCup des vergangenen Jahres zeigen, dass die Teilnehmer sehr tief in ihre Rolle geschlüpft sind", sagt Maier. "Sie haben die unternehmerischen Risiken der Simulation fast als real wahrgenommen. Schließlich geht es ja auch um ganz reale Preise, die man gewinnen kann.“

Ein Verlust droht dem Spieler im Gegensatz zum echten Unternehmer nicht. Dafür kann er doppelt gewinnen. An Erfahrung oder ganz konkret einen der von der WiWo ausgeschriebenen Gewinne – im besten Fall einen Volvo V40. Der Einsatz dafür ist ein wenig Zeit. „Mindestens eine Stunde pro Spielzug, also pro Woche, sollte man sich am Anfang Zeit nehmen, um alle Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Im vergangenen Jahr haben sich die Mitspieler im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Stunden pro gespielter Runde mit dem ManagementCup befasst“, berichtet Maier.

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