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Manager-Barometer 2013 Frauen und Jungmanager wollen nicht Chef sein

Selbstverwirklichung statt Status, Inhalte statt Macht und Freude statt Geld - das motiviert deutsche Manager .

Die Selbstverwirklichung ist für den Großteil der Führungskräfte die wichtigste Motivation. Quelle: Fotolia

Chef sein ist out: Das ist das Ergebnis des dritten Manager Barometers der Personalberatung Odgers Berndtson. Für die Studie wurden 1.200 Manager nach ihren Karrieremotiven, ihrer Einsatzbereitschaft und den Entwicklungsperspektiven befragt. Die Untersuchung zeigt, dass gerade junge Manager und Frauen immer weniger Lust haben, eine Führungsposition zu übernehmen.

Die Autoren der Studie interessierten sich vor allem für die Beantwortung einer Frage: Was motiviert Manager auf ihrem weiteren Berufsweg? Das Ergebnis: Macht, Status und Geld werden immer weniger wichtig. Ganz im Gegenteil. 62 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass die Selbstverwirklichung sie am meisten motiviert. Direkt danach, mit 59 Prozent, kommt die Freude an der Führungsaufgabe. Den dritten Platz belegen die Arbeitsinhalte mit 46 Prozent.

Doch welche Faktoren einen Mitarbeiter motivieren, ist abhängig vom Alter und dem Geschlecht: So ist das Interesse an einem Managerposten unter jungen Nachwuchskräften weniger stark ausgeprägt als bei den älteren Kollegen. Das gleiche gilt für Frauen. Für weibliche Manager kommt die Freude an der Führungsposition nur auf Platz drei der wichtigsten Motivationen. „Unsere Befragung zeigt seit Jahren eine zunehmende Führungsmüdigkeit unter deutschen Managern“, sagt Jürgen van Zwoll, Leiter der Studie.

So weit gehen Manager für die Karriere
Vielen erfahrenen Managern vergeht im Laufe der Zeit die Lust an dem, was sie tun. Ihr Wunsch nach Veränderung wächst. Für den nächsten beruflichen Schritt würden sie viel aufgeben – aber längst nicht alles: Gehaltseinbußen hinnehmen wollen nur 26,1 Prozent der Befragten. Quelle: dpa
88,9 Prozent der Befragten wären theoretisch bereit, in eine andere Branche zu wechseln. Es ist ein gewagter Schritt: Bekannte Strukturen aufgeben und zu neuen Ufern aufbrechen. Der Neustart kann aber auch heilende Wirkung haben. Quelle: dpa Picture-Alliance
Den thematischen Schwerpunkt verlagern, neue Bereiche erschließen – hinter diesen staubigen Begriffen kann sich auch eine Chance verbergen. 80,2 Prozent der Befragten wären bereit, sich umzuorientieren und fachlich in eine neue Richtung zu gehen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Die seit der Schulzeit schlummernden Französischkenntnisse auffrischen, die Sprache aufstrebender Märkte pauken – neben einer lohnenswerten Bewusstseinserweiterung birgt die Entscheidung auch größere Verdienstchancen. 70,5 Prozent der gefragten Führungskräfte sind bereit, eine neue Sprache zu erlernen. Quelle: dpa Picture-Alliance
Die Möbelpacker können kommen: 64 Prozent der Befragten können sich vorstellen, für einen neuen oder besseren Job innerhalb Deutschlands den Wohnsitz zu wechseln. Auch wenn man sich dann womöglich erst einmal entwurzelt fühlt – die Karriere könnte es einem danken. Quelle: dpa Picture-Alliance
Deadlines, Aktenordner, unbeantwortete E-Mails: Viele Deutsche erleben puren Stress am Arbeitsplatz. Da ist man froh, nach einer langen Schicht Feierabend zu machen. Doch laut Odgers Berndtson wären 56,4 Prozent der befragten Manager bereit, eine höhere Wochenarbeitszeit zu akzeptieren – wenn es sie dann auch weiterbringt. Quelle: dpa Picture-Alliance
Manchmal muss man auch mal zurückstecken können. Zu einem Rückschritt in der Hierarchieebene sind laut Umfrage 46,1 Prozent bereit. Wenn der ehemalige Abteilungsleiter plötzlich wieder einen direkten Chef über sich hat, erfordert das erst einmal Eingewöhnungszeitung. Doch die kann sich lohnen. Quelle: imago

Der Wunschzettel der Manager: weniger Arbeit, mehr Heimarbeit und  mehr Geld

Ob jung oder alt, männlich oder weiblich. Eines haben fast alle Manager gemein: Sie wollen weniger Zeit im Büro verbringen und mehr Zeit für Familie und Freizeit haben. Momentan verbringen deutsche Manager 62 Prozent ihrer Zeit auf der Arbeit. Sie wünschen sich, diesen Anteil um neun Prozent auf 53 Prozent zu reduzieren. Ebenfalls weit oben auf der Wunschliste steht die Heimarbeit  mit 36 Prozent. Gerade für junge Führungskräfte ein wichtiges Thema: Flexible Arbeitsmodelle gehören für die Vertreter der Generation Y dazu. Das Gehalt spielt hingegen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Insgesamt sieht das anders aus. Über die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht leistungsgerecht vergütet und wünscht sich mehr Geld.

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