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Manager-Typen "Auch Schweine müssen effektiv führen"

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Management ist wie eine Ehe

Die besten Chefs der Welt
Peter Löscher Quelle: dpa
Norbert Reithofer Quelle: REUTERS
Platz 10: Lew Frankfort ist seit 1995 CEO von Coach, im Unternehmen ist er seit mehr als dreißig Jahren. Er brachte die Firma von einem kleinen Lederfabrikanten zur Nummer eins der Accessoire-Hersteller in Amerika. Frankfort machte sich auch um die internationale Präsenz des Unternehmens verdient.
Platz 9: Laurence "Larry" Fink, seit 1988 CEO von BlackRock und baute den größten Vermögensverwalter der Welt auf. BlackRock vertreibt auch im deutschsprachigen Raum Investmentfonds an Privatanleger. Der 59-Jährige begann seine Karriere als Hypotheken-Händler.
Oracle CEO Larry Ellison Quelle: dapd
Jamie Dimon Quelle: dapd
Ed Clark (rechts) posiert mit Frank McKenna Quelle: AP

Sich selbst finden oder sich verstellen – was denn nun?

Es geht zum einen darum zu erkennen, wer man  ist und zum anderen, zu wissen, was andere von einem erwarten. Das ist im Arbeitsalltag wie in einer Ehe: Viele Frauen sagen, sie hätten ihren Ehemann erzogen und oft stimmt das auch. Aber nach zwanzig Jahren Ehe merkt der Partner, dass er zu jemandem geworden ist, der er nie sein wollte und trennt sich von seiner Frau. Auf der anderen Seite sagt der Mann vielleicht nicht gerne „Ich liebe dich“, aber er weiß, seine Frau hört es gerne. Dann wird er lernen, diese drei ominösen Worte über seine Lippen zu bringen. Das bedeutet nicht, dass er es auch sagen will. Aber er muss sich dafür nicht grundlegend verändern.

Die Konsequenz?
Wer merkt, dass die Erwartungen der anderen Seite absolut nicht zu einem selbst passen, sollte sich eine andere Frau suchen. Oder, wenn es um die Arbeit geht, eben einen anderen Job.

Leichter gesagt als getan …

Seine persönlichen Eigenschaften zu kennen, ist auf Dauer unerlässlich, um langfristig erfolgreich zu sein. Ich kann nicht Top-Manager werden, wenn ich mich selbst noch nicht erkannt habe. Wer sich selbst völlig überschätzt, wird scheitern. Vielleicht kann er sich zu Beginn noch gut verkaufen, aber früher oder später wird er von anderen das Feedback bekommen: Pass auf, wir haben dich durchschaut. Du glaubst zwar, du bist hier der Anführer, aber diese Fähigkeiten hast du nicht.

Können Führungskräfte diese Fähigkeiten dann auch nicht mehr erwerben?

Das funktioniert meist nicht mehr – das sind in der Regel gefestigte Persönlichkeiten. Aus denen mache ich nicht mehr einen komplett anderen Managertyp. Der Führungsstil muss zu dem jeweiligen Manager passen. Es bringt nichts, jeder Managementmode hinterherzurennen.

Wenn mein Management-Typ gerade nicht in den Zeitgeist passt, habe ich also Pech gehabt?

Nein. Welche Eigenschaften gefragt sind, variiert von Branche zu Branche. Nehmen wir mal einen Idealisten mit der Ausprägung Lehrer. Diese Typen sind an Hochschulen als Führungskräfte sehr erfolgreich. Der Aufseher hingegen ist in sehr konservativen, hierarchischen Unternehmen gut aufgehoben, weil er selbst gerne das Zepter in der Hand hat und klare Anweisungen gibt, was mir persönlich zum Beispiel auch mehr liegt.

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