Mittelstandsfinanzierung Das Geld für Innovationen fehlt

Rund die Hälfte der deutschen Mittelständler hat Probleme, bei ihrer Hausbank einen Kredit zu bekommen. Das liegt allerdings weniger an den Banken, als an den Unternehmen selbst.

Mittelstands-Studie: Jede zweite Finanzierung über die Hausbank läuft nicht reibungslos Quelle: dpa

Nahezu jeder zweite Industriebetrieb nimmt für neue Maschinen, Anlagen und Geräte Kredite bei seiner Hausbank auf. Oder würde das gerne tun. Insgesamt 46 Prozent dieser Unternehmen beklagen, ihre Bank lasse sich nur schwer von ihren Investitionsplänen überzeugen.

Als "leicht" oder sogar "sehr leicht" bezeichnen jeweils lediglich drei Prozent der Firmen derartige Gespräche mit ihrer Hausbank, wie die Studie "Industrieller Mittelstand und Finanzierung 4.0" vom Finanzdienstleister creditshelf und der TU Darmstadt zeigt.

"Unsere Studie zeigt, dass viele Mittelständler ihre Banken förmlich um Kredite für Investitionsvorhaben anbetteln müssen", sagt Dirk Schiereck von der TU Darmstadt. Daran haben allerdings nicht nur die vermeintlich sturen Banken schuld, wie er sagt. "Wenn die Betriebe ihren Kreditgebern ihre bisher internen Zahlen bis hin zu Industrie-4.0-Daten gut aufbereitet zur Verfügung stellten, könnten sie deren Entscheidungen deutlich vereinfachen und beschleunigen."

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Tatsächlich arbeiten bereits 47 Prozent der Firmen bei ihren Investitionsentscheidungen mit einem Modell, das industrielle Daten in Zusammenhang zu den Finanzkennzahlen stellt.

Weitere 42 Prozent der Befragten bauen dies momentan auf. In ein derartiges Modell fließen in erster Linie die Betriebsstunden ein (60 Prozent), gefolgt von den Verbrauchswerten (55 Prozent), den Wartungsintervallen (53 Prozent) und den Durchlaufzeiten sowie Reklamationen (jeweils 51 Prozent). Zudem berücksichtigen die Firmen die Ausschussquote sowie - in geringerem Maße - die Unfälle.

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