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Rat der Weisen Der Akku ist leer nach 2020 – wie bleibe ich leistungsfähig?

Manche Menschen fühlen sich am Ende des Coronajahres so ausgepowert, dass sie nicht wissen, wie sie noch Kraft für 2021 aufbringen sollen. Coach Nico Roses Tipp: Ein immer greifbares positives Portfolio anlegen.

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„Ich fühle mich nach diesem Jahr so ausgelaugt wie noch nie. Nach der Weihnachtspause muss es aber weitergehen. Was kann ich tun, um physisch und psychisch leistungsfähig zu bleiben?“, fragt ein WiWo-Leser. Coach Nico Rose antwortet:

Zunächst sollten Sie sich klarmachen, dass Sie aktuell einfach nicht genauso leistungsfähig wie unter Normalbedingungen sein können. Niemand würde bei klarem Verstand erwarten, dass jemand beispielsweise mit gebrochenem Arm ein volles Pensum absolvieren kann. Merkwürdigerweise blenden viele Menschen diese Erkenntnis aus, wenn es um psychische Beschwerden geht – und die sind während der Coronapandemie auf dem Vormarsch, wie Studien zeigen.

Ruhen Sie sich also einfach mal aus. Und behalten Sie trotzdem Gewohnheiten bei, die auch unter normalen Bedingungen fit halten: Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf, bewegen Sie sich und gehen Sie auch bei Schietwetter an die frische Luft. Fitnessstudios mögen geschlossen sein, die Natur ist es nicht. Umfragen zeigen zudem, dass viele Menschen derzeit mehr Alkohol zu sich nehmen. Ich brauche nicht darauf hinweisen, dass das nicht eben hilfreich ist – im Gegensatz zu entspannenden Praktiken wie Meditation, autogenem Training oder Tai-Chi.

Doch mitten in der Pandemie erst damit zu beginnen, kann eine zusätzliche Hypothek darstellen. Daher empfehle ich für die schnelle Entspannung im Alltag, sich ein sogenanntes Positives Portfolio auf dem Smartphone anzulegen. Dabei geht es um einen Ordner auf dem Startbildschirm, in dem wir Fotos, Videos und Musikstücke ablegen, die für uns mit sehr positiven Emotionen verknüpft sind. Typische Kandidaten sind Fotos der Familie, von Haustieren, Urlaubserinnerungen und Naturaufnahmen. Das Anlegen dieses virtuellen Albums an sich ist schon eine aufmunternde Beschäftigung, später steht es für den kleinen Glückskick im Alltag zur Verfügung und darf regelmäßig erweitert werden.

Im Zweifel gilt: Bei länger anhaltenden psychischen Beschwerden sollten Sie einen Arzt oder Psychotherapeuten aufsuchen. Eine Depression unterscheidet nicht zwischen Höchstleistern und „normalen“ Mitarbeitenden.

Nico Rose ist Experte für Positive Psychologie und Professor für Wirtschaftspsychologie an der International School of Management (ISM) in Dortmund.

Wenn Sie eine Frage haben, senden Sie uns diese bitte an erfolg@wiwo.de oder via FacebookInstagram und LinkedIn

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