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Rat der Weisen Wie bleibe ich stundenlang konzentriert, ohne mich ablenken zu lassen?

Quelle: PR

Egal ob im Homeoffice oder im Büro, die nächste Ablenkung ist meist nicht fern. Mal in Form einer E-Mail, mal ist es eine Nachricht auf dem Handy. Wie Sie dennoch konzentriert bleiben, erklärt Coach Henning Beck.

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Da momentan viele Menschen im Homeoffice arbeiten, bedeutet das gleichzeitig ein Mehr an Ablenkungen. Mal klingelt der Paketbote an der Haustür, mal will der Partner oder die Partnerin eine Runde quatschen, mal brauchen die Kinder Hilfe bei einer Schulaufgabe. Und auch schon vor Corona und dem Arbeiten von zu Hause gab es genügend Ablenkungen. Wie schön wäre es, wenn es einen einfachen Ausknopf dafür gäbe. Da das aber nicht der Fall ist, fragte uns ein Leser: „Wie bleibe ich stundenlang konzentriert, ohne mich ablenken zu lassen?“

Antwort: Es ist unmöglich. Kein Gehirn ist darauf eingestellt, Ablenkung zu vermeiden, sondern sucht immer nach Veränderungen in unserer Umwelt. Das liegt daran, dass es im Gehirn leistungsstarke Filtersysteme für eintreffende Informationen gibt. Alles was sich nicht ändert, wird einer bewussten Verarbeitung vorenthalten. Deswegen bemerken Sie nicht, dass Sie gerade Socken anhaben oder eine Brille auf der Nase. Sobald sich jedoch etwas ändert, ist das ein Signal, Ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten. Deswegen können Sie gar nichts dagegen tun, wenn ein Telefon klingelt oder eine E-Mail aufpoppt.

Wie dauerhafte Konzentration trotzdem gelingt, kann man sich vom Smartphone abschauen. Die meisten Apps sind psychologisch so programmiert, dass sie sich die Filterfunktion des Gehirns zunutze machen. Der Trick lautet: Variiere die Aufgaben innerhalb einer Tätigkeit, vermeide Über- oder Unterforderung des Nutzers und gib permanent Feedback über den Leistungsfortschritt.

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Übertragen auf die Arbeit:

1. Wechseln Sie während einer Aufgabe verschiedene Tätigkeiten ab (zum Beispiel Telefongespräche mit E-Mails). So schaffen Sie eine Veränderung innerhalb der Tätigkeit und werden weniger anfällig für Einflüsse von außen. Wichtig: Machen Sie unterschiedliche Dinge, bleiben aber immer bei derselben Aufgabe.

2. Kommen Sie der Ablenkung zuvor und lenken Sie sich selbst clever ab: Die Aufnahmefähigkeit Ihres Arbeitsgedächtnisses ist begrenzt. Doch sobald Sie sogenannte Mikropausen in Ihre Tätigkeiten einstreuen, kann Ihr Gehirn das Arbeitsgedächtnis besser strukturieren. Diese Pausen sind nicht länger als eine Minute und währenddessen sollten Sie nicht arbeiten, sondern aus dem Fenster schauen.

3. Teilen Sie Ihre Tätigkeit in Blöcke ein, die Sie abhaken können, wenn Sie bearbeitet wurden. Machen Sie unbedingt im Anschluss eine kurze Pause, bevor Sie zu einer neuen Aufgabe wechseln. Faustregel: fünf Teile Arbeit, ein Teil Pause.

Und jetzt entschuldigen Sie mich kurz, ich muss schnell meine E-Mails checken.

Henning Beck ist Neurowissenschaftler, Redner, Autor („Irren ist nützlich. Warum die Schwächen des Gehirns unsere Stärken sind“, „Hirnrissig. Die 20,5 größten Neuromythen – und wie unser Gehirn wirklich tickt“) und Science Slammer.

Wenn Sie eine Frage zu Gehalt, Miteinander im Büro, Führung, Karriereplanung, Etikette, Lifestyle oder Work-Life-Balance haben, senden Sie uns diese bitte an erfolg@wiwo.de oder via FacebookInstagram und LinkedIn. Schildern Sie uns dabei auch gerne, warum Sie diese Frage beschäftigt.

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