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Serie - Geheimnis meines Erfolgs (II) Titus Dittmann ist der Skateboard-König

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Rollen neu verteilt

Die besten Wege zum Erfolg
So beharrlich wie möglich: Oft sind nicht die Klügsten, Schönsten, Begabtesten die Erfolgreichsten. Talent wird überbewertet. Auch der Talentierteste scheitert, wenn er beim ersten Rückschlag aufgibt. Die wirklich Erfolgreichen sind die, die nicht aufgegeben haben. Solange das Pferd nicht wirklich tot ist, sollten Sie weiterreiten!
So einfach wie möglich: Einfach heißt aber nicht bequem. Einfache Lösungen zu finden ist im Gegenteil recht unbequem. Man muss dafür nachdenken. Für die Gehaltsverhandlung heißt das zum Beispiel, bei einem einfachen Argument zu bleiben: Ich leiste sehr viel mehr, will aber nur ein wenig mehr Geld. Das ist nur fair! Das ist gerecht! Das entspricht dem Leistungsprinzip! Völlig egal, ob es der Firma schlecht geht. Wenn ich mehr leiste, geht es der Firma automatisch besser.
So klein wie möglich:Niemand würde eine Wassermelone am Stück schlucken. Aber bei Aufgaben und Problemen versuchen wir das oft. Fragen Sie sich: Was ist der kleinstmögliche Schritt in Zielrichtung, den ich jetzt sofort angehen kann? Wie schon Einstein sagte: "Die Natur macht keine Sprünge." Also machen Sie auch keine. Machen Sie kleine Schritte.
So quer wie möglich:Machen Sie nicht das, was Sie immer machen.  Fragen Sie sich lieber: Wenn das Bewährte, Normale und Gewohnte nicht funktioniert, was wäre dann zur Abwechslung mal eine verrückte, abnormale, quer gedachte, ungewohnte Lösungsoption? Denken Sie dabei vor allem an jene Optionen, die Sie beim ersten Gedankenspiel sofort verworfen hatten. Vielleicht funktioniert es doch!
So direkt wie möglich:Wenn Sie einen Vortrag beim Chef halten sollen und nicht wissen, wie er es gerne hat, dann fragen Sie nicht ihre Kollegen. Fragen Sie den Chef selbst: "Möchten Sie Zahlen und Grafiken oder was erwarten Sie von mir?" Das erfordert Mut, aber auf die Antworten können Sie sich verlassen.
So energisch wie möglich: Für vieles fehlt uns ganz einfach der nötige Mumm. Aber Mut wächst durch Übung und nur durch Übung. Oft kommt man zum Mut auch über die Wut. Nutzen Sie ihre Wut nicht für einen cholerischen Anfall, sondern für den Impuls das zu tun, was Sie zum Erfolg führt.
So ehrlich wie möglich:Seien Sie vor allem ehrlich zu sich selbst. Ehrlich motiviert am besten. Und ehrlich funktioniert am besten. Wer ehrlich und aufrichtig zu sich selbst und seinen Wünschen steht, ist authentisch.

Und Dittmann wieder Luft hat, sich einem neuen Projekt zu widmen: den Straßenkindern von Afghanistan. Im Januar 2009 bringt er zwei Tonnen Skaterausrüstung und 13.000 Euro nach Kabul, gespendet von Titus-Kunden. Sein Ziel: Über seine Stiftung und den Verein Skate-Aid will er Kindern den Freigeist der Skateboarder nahebringen. Lernt über den Münsteraner CDU-Politiker Ruprecht Polenz den Menschenrechtsveteranen Rupert Neudeck kennen, der damals in Afghanistan Schulen aufbaut. Dittmanns Ziel: ´"anderen zu zeigen, mit dem Skateboard unter den Füßen auf die Füße zu kommen".

Himmelsstürmer: Selbst hoch oben ist das Brett immer am Mann. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Privat

Dafür will er an der Universität im afghanischen Herat eine Sportfakultät mit Skateboardstudiengang aufbauen helfen – mit Unterstützung seiner ehemaligen Alma Mater in Münster, wo er bereits Studenten die Balance auf dem Brett lehrt. "Ein tolles Projekt", sagt Dittmann, auf dessen Visitenkarte heute "Anstifter" steht. "Ich fühle mich wieder wie ein Jungunternehmer."

Management



Das Skateboardgeschäft führt seit zwei Jahren Sohn Julius. Dem hatte sein Vater schon früh beigebracht, was er unter Risiko, Verantwortung und Erfolg versteht: erklärt seinem Filius mit elf, wie er seine Jacke in Flammen setzen und gefahrlos als menschliche Fackel durch den Garten rennen kann. Gibt ihm Geld für gute Noten – und knöpft ihm welches ab, wenn die Zensuren zu wünschen übrig lassen. Lässt ihn ein Skateboardvideo produzieren, selbst über das Honorarmodell entscheiden – Garantiesumme oder Erfolgsbeteiligung – und jenseits des vereinbarten Festpreishonorars konsequent leer ausgehen, als sich das Filmchen zum damals bestverkauften seiner Gattung entwickelt.

Heute sagt der Junior dem Senior, wo es langgeht. Fragt seinen Vater per E-Mail unverblümt, was dieser gegen Verluste zu tun gedenke, wenn die GmbH, über die Titus Ami-Schlitten repariert, verkauft oder vermietet, mal in die roten Zahlen rutscht.

"Anfangs musste ich mich an die neue Rollenverteilung gewöhnen", sagt Dittmann, der dieses Jahr 65 wird und am liebsten in Jeans, Turnschuhen, T-Shirt, Karohemd und Wollmütze rumläuft. "Aber mit meinem Sohn ein so tolles Verhältnis zu haben ist wahrscheinlich das schönste Ziel, das ich im Leben erreicht habe."

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