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Serie Tickets zur Macht IV Wo die junge Elite zusammenkommt

Früh trifft sich, wer selbst in die Kreise der Mächtigen aufsteigen will – die Nachwuchselite hat eigene Organisationen mit strengen Kriterien für die Auswahl der Mitglieder.

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McCloy-Programm: Deutsche Denker in Harvard

John McCloy hatte es nicht leicht. Als Vertreter der Siegermächte musste er nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen Deutschland und Amerika vermitteln. Eine wertvolle Fähigkeit, die heute auch die Stipendiaten des McCloy-Programms brauchen. In einem zweijährigen Masterstudiengang werden zwischen sechs und acht Deutsche an die Harvard Kennedy School gesandt, um sich auf künftige Führungspositionen vorzubereiten. Die Fakultät ist die politische Eliteschmiede der Hochschule, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der ehemalige Weltbank-Chef Robert Zoellick zählen zu den Absolventen. Das lockt auch die deutsche Prominenz. Für Gesprächsrunden mit den McCloy-Teilnehmern reisten schon der FDP-Politiker Christian Lindner und die frühere Bischöfin Margot Käßmann nach Harvard.

Tipps für Meetings im Ausland

In diesem Jahr feiert das Stipendium seinen 30. Geburtstag. Von den etwa 200 Abgängern können fast alle auf eine glänzende Karriere schauen. Allerdings nicht immer im Gemeinwesen, zu verführerisch ist oft der Lockruf der freien Wirtschaft. Viele McCloy-Stipendiaten arbeiten als Unternehmensberater, in Großkanzleien oder gründeten eigene Unternehmen. Um sich für das Stipendium zu qualifizieren, darf der Bewerber nicht älter als 35 Jahre alt sein und muss zur „akademischen Exzellenz“ gehören. Konkret: Das Studium sollte mit gut, bei Juristen mit „Voll befriedigend“ abgeschlossen werden. Für manche Master- Programme sind zusätzlich drei Jahre Berufserfahrung nötig.

Die Stipendiaten werden von einem Ausschuss der Studienstiftung des deutschen Volkes auserwählt. Parallel müssen sich die Interessierten an der Harvard Kennedy School bewerben. Es folgen ein zweitägiges Auswahlseminar und die Bewertung eines selbst verfassten Essays. Aufgrund dieser zeitintensiven Auswahl gibt es pro Jahr nur zwischen 60 und 120 Bewerbungen. Und das trotz des großzügigen Angebots: Das Stipendium ist das höchstdotierte Programm der Stiftung. Neben den 43 000 Dollar Gebühren im Jahr erhalten die Auserwählten eine monatliche Zuwendung von knapp 2000 Dollar. Noch wertvoller erscheint da nur ihr Auftrag: Neben der politischen Karriere steht auch die Verbesserung der deutsch-amerikanischen Beziehung auf dem Programm – ganz im Sinne des Namensgebers John McCloy.

Young Global Leaders: Die Welt verändern

Die Top-Manager unter 40
Platz 26: Mary-Kate und Ashley Olsen, 26, Gründerin von Dualstar Entertainment Group Sie können nicht nur gut in die Kamera schauen, sondern sind auch sehr clever. Die Schauspieler-Zwillinge (Full House, Beastly) verkaufen mit ihrem Unternehmen Dualstar Entertainment Group Mode für verschiedene Segmente: Casual und Luxus. Film machten die beiden als sie noch Säuglinge waren, ihre erste Klamotten brachten sie mit zwölf auf dem Markt. Quelle: gms
Platz 18: Kevin Systrom, 28, Mitbegründer und CEO von Instagram Mit gerade 16 Mitarbeitern wurde Instagram von Facebook für eine Milliarde Dollar aufgekauft. Das Schicksal anderer Startups, die ähnliches ereilte, möchte Instagram-Gründer Systrom nicht teilen: "Diese Firmengründer verkaufen und verziehen sich. Doch wir haben nichts dergleichen vor. Wenn die Gründer nicht mehr da sind, dann verliert ein Unternehmen auch seine Seele." Vergangenes Jahr tummelte sich Systrom noch auf Platz 39 der Fortune-Liste. Quelle: Giddy
Auf Platz 11 befindet sich dieses Jahr Kevin Feige, 39, Chef der Comic-Filmfabrik Marvel Studios (The Avengers, Thor, Captain America). Quelle: PR
Platz 9: Cesar Conde, Chef des US-Kanals Univision Die Latinos strömen in die Mitte der US-Gesellschaft. Am sichtbarsten wird das beim TV-Sender Univision, der von Cesar Conde 38, (rechts im Bild) gelenkt wird. Univision macht Boden gut und klaut seinen Rivalen Zuschauer im 18-36 Jahre alten Segment. Beobachter sagen dem Sender eine profitträchtige Zukunft voraus. Quelle: dapd
Platz 6: Brian Deese, 34, Generaldirektor des US-National Economic Council Als die US-Autoindustrie in Detroit vor dem Abgrund stand, war er an dem Bailout-Plänen des Weißen Hauses beteiligt. Deese gehört seitdem zu Präsident Obamas engem Beraterteam in Wirtschaftsfragen. Quelle: GNU
Platz 4: Jack Dorsey, 35, Mitbegründer und CEO von Twitter und Square Man könnte meinen, Startup ins Leben zu rufen, sei sein Hobby. Nachdem er mit Twitter einer der Internetzentren in Sachen Social Media schuf, gründete er Square, das Payment-Startup, mit dem Mobiltelefone den Latte bei Starbucks zahlen können. Den vierte Platz teilt er sich mit... Quelle: REUTERS
Platz 4: Sergey Brin, 39, Mitbegründer von Google Seit 2011 ist der Suchmaschinenvater im Google X Labs beschäftigt, wo er an hochgeheimen Gadgets tüftelt. Eines der neueren Erfindungen: die internetfähigen Brillen Google Glass. Quelle: REUTERS

Ihre Aufgabe? Sie sollen nicht weniger als „die Welt verändern“. Mit dieser Erwartung nimmt das Weltwirtschaftsforum jedes Jahr zwischen 100 und 200 Führungspersönlichkeiten in die „Young Global Leaders“ auf. Die Gruppe gibt es seit 2005, sie besteht inzwischen aus mehr als 1100 Personen. Dem 2013er-Jahrgang gehören 199 Auserwählte aus 70 Ländern an. Darunter auch der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck und Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Der neue Jahrgang trifft sich erstmals im Juni in Myanmar, um Initiativen zu starten. So wie das 2011er-Projekt „Appbridge“, das Jugendlichen in Schwellenländern Lernprogramme für Smartphones zur Verfügung stellt. Oder „Global Dignity“, in dessen Rahmen Schüler respektvollen Umgang lernen.

Die besten Chefs der Welt
Peter Löscher Quelle: dpa
Norbert Reithofer Quelle: REUTERS
Platz 10: Lew Frankfort ist seit 1995 CEO von Coach, im Unternehmen ist er seit mehr als dreißig Jahren. Er brachte die Firma von einem kleinen Lederfabrikanten zur Nummer eins der Accessoire-Hersteller in Amerika. Frankfort machte sich auch um die internationale Präsenz des Unternehmens verdient.
Platz 9: Laurence "Larry" Fink, seit 1988 CEO von BlackRock und baute den größten Vermögensverwalter der Welt auf. BlackRock vertreibt auch im deutschsprachigen Raum Investmentfonds an Privatanleger. Der 59-Jährige begann seine Karriere als Hypotheken-Händler.
Oracle CEO Larry Ellison Quelle: dapd
Jamie Dimon Quelle: dapd
Ed Clark (rechts) posiert mit Frank McKenna Quelle: AP

Die Teilnehmer werden aus jährlich über 5000 Kandidaten ausgewählt. Auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Chelsea Clinton, Tochter des ehemaligen US-Präsidenten, konnten sich schon qualifizieren. Herein kommt nur, wer jünger als 40 ist und beruflich erfolgreich. Kaufen kann man die Eintrittskarte nicht, sich selbst ins Gespräch bringen auch nicht. Doch Vorschläge nimmt das Forum gerne entgegen. Der Einsendeschluss für den nächsten Jahrgang endet am 30. Juni 2013.

Young Leaders: Ein Leben lang

Deutschlands heimliche Herrscher
Ralph Wollburg Quelle: Picture-Alliance/dpa
Ann-Kristin Achleitner Quelle: dpa
Henning Kagermann Quelle: dpa
Michael Vassiliadis Quelle: AP
Michael Hoffmann-Becking Quelle: Frank Reinhold für WirtschaftsWoche
Gerhard Cromme Quelle: dpa
Manfred Schneider Quelle: Picture-Alliance/dpa

Wolldecken mit dem Motiv der amerikanischen Flagge liegen im Gras, darauf sitzen Menschen und diskutieren über die großen Themen unserer Zeit – Außen- und Sicherheitspolitik, Klima und Energie sowie Wirtschafts- und Finanzthemen. Locker ging es zu bei der Young Leaders-Konferenz der Atlantik-Brücke im Sommer 2012.

Seit 1952 kümmert sich der Verein vor allem um die deutsch-amerikanische Freundschaft, Vorsitzender ist heute der frühere CDU-Politiker Friedrich Merz. Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien treffen sich regelmäßig auf Konferenzen. Und seit 1973 hat die Atlantik-Brücke auch ein Programm für künftige Führungskräfte – die Young Leaders.

In das Netzwerk aufgenommen wird nur, wer zwischen 28 und 35 Jahren alt ist und es beruflich schon zu etwas gebracht hat. Die Empfehlungen für neue Mitglieder stammen meist von den Alumni, die weiterhin Bestandteil des Netzwerkes sind – Initiativbewerbungen sind zwecklos. Die Organisatoren rekrutieren in der Regel Politiker, Manager und Medienleute.

Zehn Tipps für die perfekte Rede

Etwa 300 Bewerbungen gehen pro Jahr ein, 50 Plätze stehen zur Verfügung. Die eine Hälfte geht an Deutsche, die andere an Amerikaner. Die Young Leaders nehmen an einem einwöchigen Workshop teil, mal in Deutschland, mal in den USA. Die Reisekosten übernehmen die Teilnehmer oder auch deren Arbeitgeber, der Rest des Programms wird aus Spenden finanziert.

Seit dem vergangenen Jahr ist auch Christian Pfeiffer dabei, Marketingchef der Consulting-Sparte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Das deutsch-amerikanische Verhältnis beschäftigt ihn schon lange, seine Magisterarbeit schrieb er über Interessenvertretungen amerikanischer Unternehmen in der Europäischen Union. Nun gehört Pfeiffer zum Alumni-Netzwerk, wie auch Bundesbank-Chef Jens Weidmann oder „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann. Wer einmal als Young Leader aufgenommen wurde, bleibt es ein Leben lang.

OFW: Nah dran an der Elite

Erfolgreiche Gründer und ihre Geheimnisse
Renzo Rosso Quelle: REUTERS
Titus Dittmann Quelle: dpa
James Dyson Quelle: dpa
Günther Fielmann Quelle: dpa
Eike Batista Quelle: REUTERS
Erich Sixt Quelle: dapd
Richard Branson Quelle: REUTERS

Die Gründer des World Business Dialogue wollten von Beginn an hoch hinaus. Das Motto der Premiere 1987: „Der Weltraum als Markt“. Etwa 40 Studenten der Universität zu Köln locken seitdem im Organisationsforum Wirtschaftskongress (OFW) regelmäßig Hochkaräter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in die Domstadt. Auf Podien und in Workshops sprechen sie über Megatrends wie den demografischen Wandel oder, wie beim Treffen in der vorvergangenen Woche, über innovative Geschäftsstrategien.

Management



In diesem Jahr saßen auf dem Podium unter anderem Deutsche-Bank-Co-CEO Jürgen Fitschen und Deutsche-Telekom-Vorstandsmitglied Niek Jan van Damme. Microsoft-Gründer Bill Gates war auch schon zu Gast. Wer teilnehmen möchte, muss vorher ein Bewerbungsvideo oder einen Essay zum aktuellen Kongressthema einreichen. Die Bewertungskriterien: Kreativität, innovatives Denken und Persönlichkeit. Die Entscheidung trifft eine Jury aus Professoren und Unternehmern.

Wer kein Geld für die Reise nach Köln hat, kann sich für ein Stipendium bewerben. Hat man es in den Kreis geschafft, ist man nah dran an den Denkern und Lenkern der internationalen Wirtschaft. Die Bewerbung ist jedes Jahr aufs Neue möglich. Wer einmal dort war, wird wieder hinwollen.

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