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Serie Tickets zur Macht Die Netzwerke der Mächtigen

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Steigende Vernetzung

Die mächtigsten Frauen im Business
Nancy McKinstry Quelle: Presse
Platz 14: Ho Ching Quelle: REUTERS
Platz 13: Sandra Peterson Quelle: Bayer CropScience AG
Platz 12: Ornella Barra Quelle: Presse
Platz 11: Maria Ramos Quelle: World Economic Forum
Marjorie Scardino Quelle: REUTERS
Annika Falkengren Quelle: REUTERS

Das Ausmaß dieser steigenden Vernetzung lässt sich inzwischen auch in Zahlen ausdrücken. James Glattfelder von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich untersuchte für eine Studie vor einigen Jahren etwa 43.000 Großkonzerne, die 2007 in mindestens zwei Ländern Geschäfte machten. Er wollte herausfinden, welche Unternehmen an anderen beteiligt waren.

Fazit: Lediglich 1318 Konzerne bildeten durch gegenseitige Verflechtungen den Kern des Netzwerks. Mehr noch: Dessen Zentrum bestand aus gerade mal 147 Konzernen. Sie waren nicht nur für sich selbst zuständig – sondern kontrollierten über Beteiligungen gleichzeitig 40 Prozent der übrigen Konzerne. Neun der zehn mächtigsten Unternehmen kamen aus der Finanzbranche. Am besten vernetzt war die britische Großbank Barclays.

Deutschland AG

Nach ähnlichem Muster funktionierte die viel zitierte Deutschland AG. Jahrzehntelang war die Firmenlandschaft hierzulande eng miteinander verflochten. Im Zentrum standen vor allem die Deutsche Bank und die Allianz, die wiederum an vielen Industrieunternehmen beteiligt waren. Inzwischen hat dieses Netzwerk an Macht verloren. Doch von ihren Verbindungen profitieren Top-Manager auch weiterhin.

Joseph Engelberg von der Universität von North Carolina analysierte 2009 die Einkommen von knapp 3000 amerikanischen Top-Managern in den Jahren 2000 bis 2007. Dafür wertete er eine Datenbank aus, die alle aktuellen und vergangenen beruflichen Verbindungen auflistete – etwa, welche Universitäten die Führungskräfte besucht und wie viele Aufsichtsratsposten sie innehatten. Engelbergs Fazit: Ein zusätzlicher Kontakt außerhalb der Firma steigerte das Gehalt eines CEO um etwa 17.700 Dollar.

Kein Wunder. Egal, ob in Traditionsbranchen oder der digitalen Welt, egal, ob Männer oder Frauen, egal, ob jung oder alt: Vitamin B wirkt. Wen wir kennen, entscheidet über unseren Erfolg.

Deutschlands erfolgreichste Manager
Der Ehrgeizige: Matthias MüllerSchon nach wenigen Monaten an der Spitze des exklusiven Sportwagenbauers Porsche überraschte Vorstandschef Matthias Müller mit einem mutigen Vorstoß: Die kleine, aber feine Sportwagentochter von Volkswagen solle bis 2018 ihren Absatz auf rund 200.000 Autos verdoppeln, gab er als Ziel vor. Unrealistische Annahmen? Schließlich hatte Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn zuvor nur davon gesprochen, dass Porsche für 150.000 Autos im Jahr gut sei. Inzwischen ist der gebürtige Bayer Müller aber auf dem besten Weg, seine hohen Ziele zu erreichen. Dies belegen die jüngsten Halbjahreszahlen: Mit dem Rekordwert von 68.940 Autos haben die Zuffenhausener gut ein Fünftel mehr verkauft als im Vorjahreshalbjahr und den Umsatz um 30 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro erhöht. Quelle: dapd
Mit einer Umsatzrendite von 18,7 Prozent überragt Porsche die Konkurrenz von BMW und Mercedes bei weitem. Und daran wird sich so schnell nichts ändern: Müller sicherte Porsche die Führungsrolle beim Sportwagenbau im VW-Konzern. Porsche investiert dafür in die Standorte mehr als eine Milliarde Euro. Mit dem kleinen Sportgeländewagen Macan kommt Anfang 2014 die fünfte Baureihe auf den Markt. Sie gilt mit einem erwarteten Absatzvolumen von 50.000 Fahrzeugen als Garant dafür, dass Müller seine Ziele erreichen kann. Porsche beweist, dass eine Automarke auch unter dem Dach eines Großkonzerns in neue Dimensionen vorstoßen kann. Quelle: dpa
Die Kundenfreundlichen: Jim Hagemann Snabe (l.) & Bill McDermottMut und Erfolg gehören zusammen. Das wissen auch Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott. Der Däne und der Amerikaner sind bereit, als SAP-Chefs auch ungewöhnliche und überraschende Schritte zu gehen. Etwa den, Lars Dalgaard, Chef der von SAP übernommenen IT-Firma Sucess-Factors, in den SAP-Vorstand zu holen. Dalgaard ist ein junger „Wilder“. McDermott und Snabe stehen für eine neue SAP. Jung und dynamisch soll der in die Jahre gekommene Softwareriese sein. Vor allem Snabes Aufgabe war es, auf dem wichtigen Heimatmarkt Deutschland und Europa für ein besseres Image zu sorgen. Quelle: dpa
Der Erfolgsausweis: Im letzten Quartal verkaufte SAP Softwarelizenzen im Wert von 1,06 Milliarden Euro, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Erzrivale Oracle schaffte in seinem letzten Quartal nur ein Plus von sieben Prozent. Die Lizenzerlöse spiegeln den Verkauf von neuer Unternehmenssoftware wider. Der soll nach Prognosen von Analysten der Gartner Group 2012 weltweit um 4,3 Prozent steigen. SAP schneidet bei wichtigen Kennzahlen besser ab als die Konkurrenz und der Gesamtmarkt. Quelle: dpa
Der Durchgreifer: Johannes TeyssenSeit zwei Jahren führt Johannes Teyssen den Energiekonzern Eon und hat ihn seither wettbewerbsfähiger gemacht. So strich er die Standorte München und Essen zusammen, die zuvor weitgehend unbehelligt von der Zentrale ein Eigenleben führen konnten. Zuletzt konnte er auch den langfristigen Liefervertrag mit dem russischen Konzern Gazprom neu verhandeln, der Eon trotz sinkender Erdgaspreise an einen vor Jahren ausgehandelten teuren Tarif gebunden hatte. Die von Teyssen ausgehandelte und rückwirkend geltende Vertragsänderung trug mit einer Milliarde Euro erheblich zum Gewinnsprung um fast 55 Prozent im ersten Halbjahr bei. Diese Ergebnisentwicklung wird Teyssen so nicht fortschreiben können. Aber trotz der Belastungen durch die Energiewende kann er immerhin mit einem Wachstum rechnen. „Selbst wenn der Strompreis auf dem aktuellen Niveau bleibt, dann wird Eon sein Ergebnis zumindest marginal steigern können“, sagte Analyst Heck. Quelle: dpa
Ein weiteres Beispiel für den nüchternen Führungsstil des Juristen ist das aktuelle Umbauprogramm: Als sich 2011 eine Abschwächung des Stromgeschäfts abzeichnete, leitete er kurzerhand das Sparprogramm „Eon 2.0“ ein, das den Abbau von 11.000 der 80.000 Stellen vorsieht. Bei der erfolgsverwöhnten Belegschaft sorgten die Einschnitte für massiven Ärger, es gab sogar Proteste vor der Konzernzentrale in Düsseldorf. Doch der Chef ließ sich nicht beirren: „Das Sparprogramm hat Teyssen intern Kritik eingebracht, es ist aber die richtige Entscheidung gewesen“, sagte Matthias Heck, Analyst bei Macquarie. Ohne die Einsparungen hätte er riskiert, dass die Ergebnisse wegen der gefallenen Strompreise sinken. Quelle: dpa
Der Konservative: Nikolaus von BomhardNikolaus von Bomhard ist für seine Bescheidenheit bekannt. In die Arbeit kommt der Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re mit dem Fahrrad, Besucher holt er gern persönlich am Eingangsportal ab. Nun passt es zu von Bomhard, dass er angab, beim rechtzeitigen Verkauf der HVB-Beteiligung habe man auch Glück gehabt. „Man muss rechtzeitig durch die Tür kommen.“ Auf der anderen Straßenseite, bei der Allianz, hatten sie weniger Glück. Der Kauf der Dresdner Bank vor dem Ausbruch der Finanzkrise kostete Milliarden. Quelle: dapd

Informationen über Beschäftigungsmöglichkeiten

Schon in den Siebzigerjahren untersuchte der US-Soziologe Mark Granovetter, wie Ingenieure in Boston ihren Job gefunden hatten. Ergebnis: Bei 56 Prozent ging der Arbeitsplatz auf eine persönliche Verbindung zurück. Doch nur etwa 17 Prozent empfanden diese Verbindung als „regelmäßig“. 84 Prozent hingegen sagten, dass sie ihre Kontaktperson nur „gelegentlich“ oder „selten“ persönlich getroffen hätten.

Anders formuliert: Entscheidend waren nicht enge Freunde, sondern entfernte Bekannte. Daraus entwickelte Granovetter die „Stärke schwacher Bindungen“. Der Soziologe ging davon aus, dass Informationen über Beschäftigungsmöglichkeiten vor allem über eben diese lockeren Bekanntschaften weitergegeben werden.

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