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Studie von Towers Watson Dax-Aufsichtsratschefs verdienen auch 2014 mehr

Die Chefaufseher der deutschen Großkonzerne dürfen sich freuen: In 2014 erhalten sie einer Studie zufolge vier Prozent mehr Vergütung.

Durchschnittlich sollen Dax-Aufsichtsräte 2014 365.500 Euro verdient haben. Quelle: dpa

Die Aufsichtsratsvorsitzenden der Dax-Unternehmen werden nach einer Hochrechnung in diesem Jahr im Schnitt knapp vier Prozent mehr verdienen als 2013. Die Unternehmensberatung Towers Watson erwartet eine durchschnittliche Gesamtvergütung von 365.500 (2013: 352.400) Euro, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten jährlichen Studie hervorgeht.

Top-Verdiener unter den Aufsichtsratschefs dürfte auch 2014 Volkswagen -Großaktionär Ferdinand Piech bleiben. Er kommt nach Berechnungen der Berater auf insgesamt 1,2 Millionen Euro, gefolgt von Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, dessen Vergütung in diesem Jahr um 39 Prozent auf 900.000 Euro steigen dürfte.

Einen größeren Sprung macht nur Deutsche-Post-Aufsichtsratschef Wulf von Schimmelmann, dessen Entlohnung sich auf 326.000 Euro mehr als verdoppelt, nachdem die Post ihre Aufsichtsräte nicht mehr am kurzfristigen Unternehmenserfolg beteiligt, sondern fix bezahlt.

Damit folgt der ehemalige Staatskonzern einem Trend: 14 der 30 Dax-Unternehmen setzen in diesem Jahr auf feste Vergütungen für ihre Aufsichtsräte, drei mehr als ein Jahr zuvor. Die Corporate-Governance-Kommission hatte 2012 eine Abkehr von der Orientierung am kurzfristigen Unternehmensgewinn empfohlen. Bei sieben Konzernen ist das aber immer noch Teil der Aufsichtsrats-Tantieme.

Die höheren Gehälter sind nach Einschätzung von Towers-Watson-Experte Helmuth Uder angesichts der wachsenden Aufgaben der Aufsichtsräte gerechtfertig. "Die Arbeit der Aufsichtsräte hat an Menge und Qualität zugenommen." Das gelte vor allem für die Vorsitzenden: Bei mehr als der Hälfte der Dax-Unternehmen bekommen sie inzwischen das Dreifache oder Zweieinhalbfache eines normales Mitglieds.

Fünf Manager sind Aufsichtsratschefs bei gleich zwei Dax-Konzernen. So kommt beispielsweise Werner Wenning bei Bayer und E.ON zusammen nach Towers-Watson-Berechnungen auf 822.000 Euro, Ulrich Lehner bei ThyssenKrupp und der Deutschen Telekom auf 771.000 Euro.

Bei der von der Bundesregierung geforderten Frauenquote sind die Dax-Unternehmen vorangekommen. 24 (Vorjahr: 20) Prozent der Aufsichtsräte sind Frauen - eine Aufsichtsratschefin gibt es mit Simone Bagel-Trah allerdings nur bei Henkel.

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