Studie zu Vorstandsvergütung Deutsche Top-Manager auch bei Gehältern top

Die heimischen Unternehmenslenker verdienten 2014 wieder prächtig. Deutsche Spitzenmanager kassieren rund neun Prozent mehr Lohn als ihre europäischen Kollegen. Nur in der Schweiz und Spanien sind die Gehälter höher.

Was Topmanager als Kinder werden wollten
Ursula Soritsch-Renier, Leiterin der IT bei SulzerIm Vorschulalter wollte ich Rosenverkäuferin werden. Ich wollte soviel wie möglich von diesen wunderschönen Blumen haben. Natürlich habe ich damals überhaupt nicht verstanden, dass ich diese Rosen hätte verkaufen müssen. Über die Zeit wollte ich dann Arzt, so wie mein Vater werden, bevor ich gegen Ende meiner Gymnasialzeit bereits in den Wirtschaftsbereich übergesiedelt bin und lauthals verkündet habe, dass ich mit 40 in irgendeinem Vorstand sitze.
Bernhard Mattes, Deutschlandchef Ford"Am liebsten Fußballer. Ich spielte nicht nur im Verein, ich war jeden Nachmittag, egal, wie das Wetter war, auf dem Platz. Meine Freunde und ich suchten nach immer neuen Gegnern, und in den Ferien veranstalteten wir sogar ein Trainingslager." Quelle: dpa
Simone Menne, Finanzvorstand Lufthansa"Fotografin. Als ich zehn war, habe ich einem Bekannten einmal in einer Dunkelkammer bei der Entwicklung von Schwarz-Weiß-Bildern zugesehen. Das hat mich fasziniert, und meine Eltern haben mir zum 16. Geburtstag eine Spiegelreflexkamera geschenkt. Ich mochte daran, dass es ein künstlerischer Beruf ist, aber eben auch ein Handwerk." Quelle: REUTERS
Nathalie Roos Quelle: PR
Günther Fielmann Quelle: dpa
Klaus Fischer Quelle: dpa
Alain Caparros, CEO der Rewe-Gruppe"Als ich als Kind mit meinen Eltern nach Lothringen gezogen bin, ging ich zuerst auf eine Jesuiten-Schule. Das hat mich sehr geprägt. Deshalb war damals für einige Zeit mein Berufswunsch Pfarrer." Quelle: dpa

Für Deutschlands Top-Manager ist das vergangene Jahr wieder gut gelaufen. Zwar sind die Grundgehälter und Bonuszahlungen der Vorstände in Europa mit einem Plus von durchschnittlich 1,7 Prozent nur moderat angestiegen. Aber deutsche Chefs verdienen rund neun Prozent mehr als ihre Kollegen. Und zählen damit zu den Top-Verdienern in Europa.

Bei der Höhe der Vorstandsvergütungen landen die heimischen Manager auf dem dritten Platz hinter Spanien. Unangefochten an der Spitze stehen aber die Schweizer. Nirgendwo sonst in Europa sind die Grundgehälter und Bonuszahlungen so hoch wie bei den Eidgenossen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Hay Group, die die Daten von mehr als 1900 Vorständen und Top-Führungskräften aus 360 Unternehmen in Europa ausgewertet hat.

In diesen Branchen kriegen die Chefs am meisten

Über die größten Gehaltszuwächse dürfen sich demnach Manager im Bereich Bergbau freuen. Sie kassierten gleich um rund 21 Prozent mehr Lohn als im Vorjahr. Aber auch die Chefs von Medienunternehmen und Führungskräfte aus der Automobilindustrie verzeichnen ein sattes Gehaltsplus von 9,2 beziehungsweise 6,1 Prozent. Ausschlaggebend für den starken Anstieg in diesen Branchen sind vor allem höhere Erfolgsprämien.

Schlechter läuft es derzeit hingegen für Vorstände von Chemie- und Versorgungsunternehmen. Sie müssen sich mit bis zu zwei Prozent weniger Gehalt zufrieden geben. Manager, die gerade erst an die Unternehmensspitze berufen wurden, sind ebenfalls im Nachteil. Die neuen Chefs erhalten im Schnitt ein um rund 4,5 Prozent geringeres Gehalt als ihre Vorgänger. Diese Entwicklung könnte sich in der Zukunft verfestigen.

Sechs Tipps für Jobsucher

„Der Blick der Unternehmen auf die Managementgehälter ändert sich gerade“, sagt William Eggers von der Unternehmensberatung Hay Group. Immer mehr Firmen würden dazu übergehen, die Vergütung stärker an die Erträge, aber auch an das Risiko, das Manager eingehen, zu koppeln. Vieles deutet demnach nach darauf hin, dass die Vorstandsgehälter künftig nur mehr sehr moderat ansteigen werden.

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Ein Indiz für diesen Trend ist, dass die üblichen Leistungsmaßstäbe für kurz- und langfristige Bonuszahlungen bei Managern immer häufiger in Frage gestellt werden. „Wir gehen davon aus, dass es bei Investoren und in den Medien eine Debatte über Boni und deren Leistungsdauer sowie Anforderungen an den Aktienbesitz von Vorständen geben wird“, sagt William Eggers von der Hay Group. 

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