Talentförderung Unternehmen sind Schuld am Fachkräftemangel

Viele Unternehmen klagen über den Mangel an Fachkräften. Doch das liegt häufig an den Unternehmen selbst: Sie schaffen es nicht, genügend Talente aus den eigenen Reihen zu finden.

Zwei Auszubildende Quelle: dpa

33 Milliarden Euro. So viel kostete der Fachkräftemangel die Unternehmen im vergangenen Jahr. Und zwar nicht global gesehen, sondern allein in Deutschland. Und zwar nicht vom Kiosk bis zum Dax-Konzern, sondern allein im Mittelstand – zu diesem Ergebnis kam die Beratungsgesellschaft Ernst & Young.

Um diesen Verlusten zu trotzen, wurden ausländische Fachkräfte nach Deutschland geholt und Rentner aus dem Ruhestand gelockt. Doch es gibt es noch eine andere Möglichkeit für die Unternehmen, dem Fachkräftemangel vorzubeugen: Und zwar den eigenen, vielversprechenden Nachwuchs zu finden und zu fördern. Doch laut einer aktuellen Studie des Personaldienstleisters Manpower wird dieses Potential noch viel zu wenig genutzt.  

So geben etwa 28 Prozent der weltweit befragten Unternehmen den Mangel an qualifizierten und talentierten Mitarbeitern in Schlüsselpositionen als ihre dringendste Herausforderung im Talentmanagement an. Doch es hapert an der Umsetzung: Laut Studie sind nur 13 Prozent der befragten Unternehmen auch wirklich von ihrem Konzept zur Entwicklung von Führungskräften überzeugt.

Über die Studie

Ein Grund dafür könnte sein, dass viele Unternehmen auf die Weiterentwicklung der ganzen Mannschaft setzen und nicht auf die individuellen Fähigkeiten des einzelnen Mitarbeiters schauen. Nur ein Viertel aller Befragten gibt an, zunächst einzelne Talente zu identifizieren und diese anschließend individuell zu fördern.

Die meisten setzen auf die breite Masse: 37 Prozent gaben an, dass sie allen Interessierten entsprechende Möglichkeiten bieten wollen. Ebenso viele sagen, dass sie uneingeschränkt alle Mitarbeiter weiterentwickeln möchten – das macht zusammen 74 Prozent.

Hinter dieser Zahl verbirgt sich ein Konflikt für die Unternehmen: Auf der einen Seite ist es natürlich effektiver und billiger einzelne Talente herauszupicken und diese gezielt zu fördern – auf der anderen Seite bleibt so viel Potential ungenutzt. Doch an Strategien, die beides miteinander vereinen können, fehlt es bislang.

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Schaut man sich die Ergebnisse der Studie in den einzelnen Ländern an, steht es um die Talentförderung in Deutschland noch ein bisschen schlechter als im Rest der Welt. In Japan, Brasilien und Norwegen fällt es den Unternehmen am leichtesten neue Führungskräfte aus den eigenen Reihen rekrutieren.

Hierzulande sind nur zwölf Prozent der Unternehmen der Meinung, dass der eigene Nachwuchs den Bedarf an Führungskräften decken kann. Das mag aber auch daran liegen, dass das Thema noch einen geringen Stellenwert hat. Nur bei drei von zehn Arbeitgebern in Deutschland steht die Führungskräfteentwicklung ganz oben auf der Agenda des Talentmanagements. Damit belegt die Bundesrepublik vor Frankreich den vorletzten Platz.

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