Talentmanagement Deutsche sind Europameister bei der Mitarbeiterentwicklung

Unternehmen erwarten eine ganze Menge von ihren Angestellten: Problemlöser sollen sie sein, digital affin, anpassungsfähig, belastbar, zielorientiert. Aber nicht alle bilden ihre Belegschaft auch entsprechend weiter.

Keine Frage, Talente waren schon immer rar. Doch besonders in den vergangenen Jahren sind sie auch zu einem Wettbewerbsfaktor geworden. Der Engpass an guten Nachwuchskräften ist dabei die größte Herausforderung für Personaler. Doch was genau macht eigentlich ein Talent aus? Quelle: Fotolia

Die Stimmung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist gut: 43,59 Millionen Deutsche hatten im Februar einen sozialversicherungspflichtigen Job, das sind 59.000 Menschen mehr als noch im Januar. „Diese Entwicklung ist erfreulich für den deutschen Arbeitsmarkt. Allerdings macht das immer enger werdende Fachkräfteangebot den Arbeitsmarkt ganz klar zu einem Nachfragemarkt“, sagt Mariano Mamertino, der für Europa verantwortliche Volkswirt des Jobportals Indeed. Denn fast jede 4. Stelle in Deutschland ist schwer zu besetzen.

Besonders Ärzte, Ingenieure und IT-Spezialisten waren im Februar besonders gefragt.

„Firmen klagen zunehmend darüber, dass sie bestimmte Stellen für hochqualifizierte Mitarbeiter immer schwerer oder sogar überhaupt nicht besetzen können“, bestätigt Mamertino. Im Gesundheitswesen, bei komplexen Ingenieursstellen wie Projekt- und Entwicklungsingenieuren und natürlich rund um die Digitalwirtschaft suchen Arbeitgeber händeringend Nachwuchs und Fachkräfte.

Diese Berufsgruppen sucht die Welt

Über die reinen Jobprofile hinaus gibt es außerdem besonders gefragte Fähigkeiten, wie die Studie „Soft Skills for Talent“ des Personaldienstleisters ManpowerGroup belegt. Das Unternehmen hat 4.990 Unternehme in 15 europäischen Ländern befragt, was ihre Mitarbeiter können müssen. Belastbarkeit steht demnach europaweit auf Platz eins. 63 Prozent der befragten Chefs halten diese Fähigkeit für sehr wichtig, um beruflich erfolgreich zu sein. Gefolgt von Problemlösekompetenzen (58 Prozent), Zielorientierung (50 Prozent) sowie fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit (49 Prozent).
Nun sollte man davon ausgehen können, dass sich die Unternehmen kräftig ins Zeug legen, Menschen mit genau diesen Fähigkeiten zu finden beziehungsweise ihre eigene Belegschaft den Anforderungen entsprechend zu schulen. Doch da tun sich die Betriebe in manchen Ländern ehr schwer, wie die Studie zeigt.

Positiv: Wenn es darum geht, den Mitarbeiter ein Umfeld zu schaffen, das Weiterentwicklung ermöglicht, sind deutsche Betriebe Europameister: 22 Prozent der Unternehmensvertreter geben an, dass Unternehmen hierzulande sich besonders gut darauf verstehen, Talente anzuziehen und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Dahinter folgen Großbritannien (19 Prozent) und Schweden (15 Prozent).

Das sind die Weiterbildungsziele der Deutschen 2017

„Talente anzuwerben, zu begeistern und ihre Kompetenzen auszubauen ist derzeit die wichtigste Herausforderung für Unternehmen. Hier bieten sich viele Möglichkeiten, sich schon bei der Rekrutierung vom Wettbewerb abzuheben”, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup. Hier ist Kreativität gefragt. Mamertino rät außerdem, über die Ländergrenzen hinweg zu rekrutieren.
Und natürlich darf die Weiterbildung der eigenen Leute nicht außer Acht gelassen werden. Brune: „Die strategische Weiterentwicklung der eigenen Mitarbeiter bietet enormes Potenzial, die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens auszubauen.“

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