WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Talentmanagement Talente suchen nicht, sie wollen gefunden werden

Seite 3/3

Mitarbeitern auf Augenhöhe begegnen

So vermeiden Sie Fehler mit Headhuntern
Sich hochrechnen: Jeder Headhunter benötigt eine genaue Angabe des Jahreseinkommens eines Kandidaten. Variable Anteile und zahlreiche sogenannte fringe benefits wie PKW, Versicherungen, Boni und so weiter sind jedoch nicht so ohne Weiteres in ein Gesamteinkommen umzurechnen. Natürlich möchte fast jeder Kandidat bei einem Job-Wechsel ein deutlich höheres Einkommen realisieren. Deshalb versuchen viele, ihr derzeitiges Einkommen hochzurechnen. Aber intransparente oder gar falsche Aussagen zum aktuellen Beschäftigungsverhältnis zerstören jegliches Vertrauen. Der Berater muss von Ihnen auch ehrlich überzeugt sein, um Sie bedenkenlos zu empfehlen. Quelle: Fotolia
Den Lebenslauf fälschen: Richtig gefälschte Lebensläufe kommen selten vor. Werden sie entdeckt, ist die Karriere des Kandidaten abrupt abgebrochen. Häufiger kommen jedoch "geschönte" Lebensläufe vor, indem beispielsweise Positionen besser dargestellt werden. Wenn der Headhunter dies herausfindet, hat er sofort Zweifel in die Qualifikation des Kandidaten. Stellt dies jedoch erst der Vorgesetzte im neuen Unternehmen fest, dann ist Vertrauensverhältnis zum neuen Unternehmen arg ramponiert. Quelle: gms
"Ich wäre froh, hier wegzukommen"Auch wenn das Jobangebot für Sie wie ein wahrer Segen erscheint, bleiben Sie sachlich. Schimpfen Sie nicht über Ihren derzeitigen Arbeitgeber. Schließlich erwartet man auch in Ihrem neuen Job Souveränität und Loyalität. Quelle: Fotolia
"Wie sind Sie auf mich gekommen"Fragen Sie den Headhunter nicht, wieso er eigentlich ausgerechnet bei Ihnen anruft. Sie sollten selbstbewusst sein. Offenbar hat man Sie in Ihrer Branche oder Funktion als kompetent wahrgenommen. Quelle: dpa
Misserfolge vertuschen: Ein Misserfolg im Job ist nicht unehrenhaft, sein Verschweigen aber durchaus. Entweder dem Berater oder spätestens bei der Vorstellung im Unternehmen fällt dieser Schwindel auf und der neue Job ist weg. Quelle: Fotolia
Nicht angefallene Kosten abrechnen: Jeder Kandidat hat ein Eigeninteresse am neuen Job, trotzdem erlauben es die gesetzlichen Bestimmungen, dem Unternehmen die Kosten für die Anreise zum Vorstellungsgespräch in Rechnung zu stellen. Selbstbewusste Kandidaten berücksichtigen das. Peinlich wird es aber, wenn Kandidaten durch den Vorstellungsprozess ihr Einkommen aufbessern wollen, indem sie dem Headhunter oder dem Unternehmen Reisekosten zusenden, obwohl sie ihren aktuellen Dienstwagen benutzt habe. Ähnliche Tricks kommen immer wieder vor. Das Ansehen des Kandidaten sinkt damit rapide. Quelle: Fotolia
Wohnungs- und Anstellungswechsel nicht mitteilen: Die Datenbanken der Headhuntern müssen immer wieder aktualisiert werden. Für eine effektive Zusammenarbeit mit dem Headhunter sollte jeder Kandidat persönliche Veränderungen umgehend mitteilen. Er bleibt damit im Focus und erspart dem Berater mühselige Suchaktionen. Quelle: Fotolia

Verbunden damit sind neue Herausforderungen. "Um fachlich mitreden zu können, müssen die Personaler den Dialog an die passenden Kollegen mit Stallgeruch im Haus abgeben", sagt Martin Grothe. "Das ist eine ganz neue Herausforderung. Es gilt, nicht nur sich selbst, sondern auch andere zu bewegen." Denn so qualifiziert Monica Wertheim als Personalerin auch ist, sie wird sich niemals über spezielle Turbinentechniken in der Offshore-Windindustrie qualifiziert verständigen können. Da E.ON aber den Anspruch hat, den möglichen neuen Mitarbeitern auf Augenhöhe zu begegnen, werden immer öfter andere Mitarbeiter herangezogen, um diesen Part zu übernehmen. Laut Martin Grothe sei das für viele Unternehmen die größte Umstellung. Geschäftsführer müssten lernen, bei ihrer Kommunikationsstrategie locker zu lassen und zu akzeptieren, dass vielleicht nicht jedes Komma richtig sitzt.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

"Die Zeit der Social Media-Experimente ist vorbei", beschreibt Martin Grothe die neue Ära des Recruitings im Netz. "Wir müssen die Unternehmen jetzt für das Social Business fit machen, auch im Recruiting."

Letztlich ist das, was Complexium mit seinem Tool anbietet, eine Form der Big-Data-Analyse. Dank der visuellen Aufbereitung von Datenströmen, erhalten die Personaler neue Informationen. Anders ist IT-Experte Harper Reed auch nicht vorgegangen, als er für Barack Obama über die Sozialen Netzwerke herausfand, welche Themen die Menschen in den einzelnen US-Staaten bewegen. Im Recruiting stehen der artige Methoden noch ganz am Anfang.

Dabei könnten Big Data-Analysen im Recruiting noch viel häufiger erfolgreich zum Einsatz kommen, glaubt Dominik A. Hahn. Er ist für das sogenannte Social Media Employer Branding sowie das E-Recruiting bei der Allianz SE zuständig und hat sich auf dem Personalblogger.net als einer der ersten Experten in Deutschland öffentlich mit dem Thema beschäftigt. Er sagt: "Wir sollten noch stärker als jetzt unsere E-Recruiting-Systeme dazu nutzen, nicht nur Bewerbungen zu verwalten, sondern exakt zu messen, welche Job Postings mit welchem Inhalt auf welcher Plattform zu welchem Zeitpunkt am besten bei den jeweiligen Zielgruppen ankamen." Das ist genau der Ansatz, den Monica Wertheim bei E.ON weiter verfolgen will.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%