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Teambuilding Gehen Sie mit Mitarbeitern lieber essen statt in den Kletterpark

Zwei Männer bei der Teamarbeit in einem Hochseilgarten Quelle: imago images

Eine gemeinsame Unternehmung kann ein Team stärken und Konflikte lösen. Doch Vorsicht mit Psychospielen und Aktivitäten, die Urängste triggern! Bei Essen und einem Glas Wein ist oft mehr möglich als am Kletterseil.

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Die Stimmung ist im Keller, die Mitarbeiter kommen an den meisten Tagen mit langen Gesichtern zur Arbeit. Auch die letzte Mitarbeiterbefragung hat es deutlich zutage gefördert: Es kriselt in der Abteilung. Die Menschen vertrauen sich zu wenig, man arbeitet lustlos aneinander vorbei. Nachdem dieser Zustand schon einige Monate anhält, hat der Chef die zündende Idee: Ein Teambuilding-Event muss her – und zwar schnell.

Er beauftragt den Praktikanten mit einer Recherche, in sechs Wochen soll das Ganze stehen. Zwei Tage später ist klar: Es geht in den Hochseilgarten am Waldrand vom Nachbarort. Das unmittelbare Resultat: Ein Drittel der Abteilung macht gute Miene zum bösen Spiel, ein weiteres Drittel hat ab jetzt sechs Wochen lang erhöhten Blutdruck, das letzte Drittel überlegt eifrig, welche Symptome man rechtzeitig vortäuschen muss, damit die vom befreundeten Hausarzt ausgestellte Krankschreibung zum Tag x auch wirklich authentisch erscheint.

Zynismus-Modus aus. Natürlich spricht prinzipiell nichts gegen Teambuilding. Forschungsergebnisse legen nahe, dass entsprechende Maßnahmen durchaus die gewünschten Ergebnisse zeitigen können. Allerdings zeigt sich in der Realität wie so oft: Gut gemeint und gut gemacht liegen bisweilen sehr weit auseinander.

Ein Hauch von Dschungelcamp

So manch ein Angestellter kann Horrorgeschichten erzählen von missglückten Teambuilding-Maßnahmen. Da geht man ohne Anwärmphase und ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass ein erklecklicher Teil der Menschheit unter Höhenangst leidet, in den Kletterpark. Die Wettervorhersage lag daneben, es ist ein paar Grad zu kalt, ein eifriger Nieselregen legt sich auf die bereits angelegten Sicherheitshelme.

Dann faselt der Chef etwas von „Komfortzone verlassen“, ein oder zwei Leuten kommen schon beim Blick in die Baumkronen die im Bus zu hastig verzerrten Mettbrötchen wieder hoch, andere laufen mit leicht panischem Blick durch das Unterholz auf der Suche nach wenigstens einem Balken auf dem Handy. Nur der übertrieben motivierte Jungspund mit Aufstiegsambitionen ist schon auf dem Baum, bevor überhaupt einer bis drei gezählt hat.

Derweil verlangt der – in die Psychodynamik der Abteilung selbstverständlich nicht eingeweihte – Outdoor-Trainer vom Kollegen Maier, den Kollegen Schmidt beim Klettern zu sichern, obwohl die beiden sich letzte Woche im Abteilungsmeeting noch fast an die Gurgel gegangen wären. Die Bilanz nach ein paar Stunden: Ein paar abgebrochene Fingernägel, ein Zeckenbiss – und mühevoll vorgetäuschte gute Laune. So etwas passt ins Reality-TV, aber nicht in das wahre Leben.

Quelle: Presse

Natürlich können Sie als Führungskraft über den Kletterpark, Wildwasserrudern oder den Escape Room mit Horror-Elementen nachdenken (Achtung: All diese Situationen triggern menschliche Urängste!), doch so etwas würde ich nur empfehlen, wenn die Menschen im Team sich bereits vorher ausreichend vertrauen. Ansonsten handelt sich das Ganze in mehrfacher Hinsicht um eine Zumutung.

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