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Tipps vom Opernstar Wie Manager den richtigen Ton treffen

Die Opernsängerin Alexandra von der Weth bringt Managern bei, wie man Reden hält. Mit der WirtschaftsWoche sprach sie über verkümmerte Zwerchfelle, steife Kiefer und die Macht der Stimme.

Die Stimmtrainerin Alexandra von der Weth gibt hilfreiche Tipps, wie man sich seine Nervosität bei Vorträgen zu Nutze macht und auf welche Floskeln man besser verzichten sollte Quelle: Fotolia

WirtschaftsWoche: Frau von der Weth, Sie arbeiten als Stimmtrainerin mit professionellen Sängern und Managern. Was ist schwieriger?

Alexandra von der Weth: Technisch gesehen mit Sängern, weil professionelles Singen wie Hochleistungssport ist. Bei Managern geht es um grundsätzliche Probleme.

Welche?

Viele kommen, um das richtige Sprechtempo zu trainieren. Ihre eigentlichen Stimmprobleme aber erkennen sie nicht – etwa dass ihr Zwerchfell total verkümmert ist, weil in ihrer Familie nie gebrüllt wurde.

Was ja an sich nichts Schlechtes ist...

Nein, aber durch gute Erziehung sind viele Menschen stimmlos geworden. Denen muss ich beibringen, dass sie ein Tier sein dürfen und die ganze Wucht ihrer Stimme einsetzen können. Ich zeige ihnen, wie Theatralik funktioniert und wie man sein Publikum fesselt.

Opernsängerin Alexandra von der Weth (zum Vergrößern bitte Bild anklicken) Quelle: Pressebild

Die Hauptversammlung als Opernbühne, der CEO als Heldentenor – ist das nicht überzogen?

Ein Rednerpult ist nichts anderes als eine Bühne. Wenn ein Manager über die Performance seines Unternehmens spricht, kann er einen Spannungsbogen aufbauen, vergleichbar mit der Dramaturgie eines Musikstücks: Sie hat eine Exposition, eine Durchführung, eine Reprise und eine Coda – also eine Fragestellung, die bei den Zuhörern Denkprozesse anstoßen soll.

Klingt, als schrieben Sie an der Rede mit?

Zehn Tipps für die perfekte Rede

Ich prüfe einzelne Formulierungen auf Authentizität. Aber meist geht es um Präsentationstechnik und Auftreten.

Wie gut schneiden Top-Manager da ab?

Ich beobachte oft ein unruhiges Wippen oder Festkrallen am Rednerpult. Das wirkt unsicher. Häufig haben Manager beim Vortragen einen steifen Kiefer und pressen die Worte durch ihren kaum geöffneten Mund. Vor allem, wenn sie etwas Unangenehmes vor sich haben und im Wortsinn die Zähne zusammenbeißen müssen. Für eine kräftige, sonore, vertrauenswürdige Stimme braucht man aber eine entspannte Kiefermuskulatur.

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