Unternehmensführung So funktioniert das Management per Smartphone

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Die Generation Y

Mathias Grünewald, Merck - Steuert 22 weltweit verteilte Verkäufer vor allem per Smartphone und Videokonferenz Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

Und zwar nicht nur bei Kunden, sondern auch bei den jungen Talenten der sogenannten Generation Y, die mit dem Internet aufgewachsen sind, mobil und digital vernetzt arbeiten möchten. Und allen Arbeitnehmern, die ihre Arbeitsbedingungen der jeweiligen Lebensphase anpassen, zum Beispiel Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren wollen – etwa Mütter, die man verstärkt in Führungspositionen sehen will

Produktiver Arbeiten

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen weiß: „Ohne die digitalen Möglichkeiten wäre ich nicht Ministerin geworden.“ Mit sieben Kindern war diese Flexibilität für die promovierte Ärztin und heutige Berufspolitikerin entscheidend. „Wie ich meine Arbeit mache, ist meine Sache“, so das Credo der Ministerin. „Hauptsache, ich mache sie gut.“ Die Kinder hat sie zwischen 17 und 20 Uhr ins Bett gebracht, als die noch klein waren, sich danach noch an den PC gesetzt.

Ob in Politik oder in der Wirtschaft: Unterm Strich kann sich kaum mehr jemand gegen die Verheißungen virtueller Teams sperren. Smartphones und Laptops, Internet und Datenwolken stellen die Arbeitswelt auf den Kopf, die neuen Technologien machen es einer über den Globus verteilten Heerschar von Mitarbeitern möglich, Projekte ununterbrochen voranzutreiben – als befänden sie sich Schreibtisch an Schreibtisch, Bürotür an Bürotür oder im selben Labor.

Die globale Manager-Generation
Achimgaz Quelle: REUTERS
Kurt Bock - CEO BASF Quelle: Pressebild
Werner Wenning - CEO Bayer (2002-2010) Quelle: dpa
Marijn Dekkers - CEO Bayer Quelle: dpa
Jürgen Grossmann - CEO RWE (2007-2012) Quelle: dapd
Peter Terium - designierter CEO RWE Quelle: dapd
Thomas Quaas - CEO Beiersdorf (2005-2012) Quelle: AP
Stefan Heidenreich - designierter CEO Beiersdorf Quelle: Pressebild

Auch in der Umfrage der WirtschaftsWoche preisen die Befragten die Vorteile der neuen smarten Welt der Arbeit, die es ermöglicht, „produktiver zu arbeiten“ (80 Prozent), „Mitarbeitern mehr Freiheit zu bieten“ (68 Prozent) und „Kosten zu senken“ (56 Prozent).

IT-Konzern Cisco zum Beispiel spart nach eigenen Angaben durch Video-Konferenzen 100 Millionen US-Dollar Reisekosten im Jahr. Pharmahersteller Merck spart dank virtueller Treffen Arbeitszeit und vermeidet Emissionen, die durch aufwendige Flugreisen entstünden. Auch Microsoft hat dank der eigenen Collaboration Tools nicht nur die Reisekosten um zehn Prozent gesenkt, sondern die Produktivität seiner Mitarbeiter um täglich 28 Minuten erhöht. Und IBM denkt angeblich darüber nach, im Rahmen des Programms „Liquid“ in Deutschland bis zu 8.000 der 20.000 festangestellten Mitarbeiter durch flexible freie Mitarbeiter zu ersetzen, die weltweit verteilt an Projekten für den IT-Riesen arbeiten sollen.

Von der Leine lassen

So weit gehen die Pläne bei Continental noch nicht. Aber auch Elmar Degenhart, Vorstandschef des Autozulieferers, will mehr Effizienz. Das jüngst aufgelegte Projekt „Connext“ zielt auf die weltweite Vernetzung der 164.000 Conti-Mitarbeiter. Die Anwendungen, die dabei firmenintern genutzt werden, ähneln denen der sozialen Netzwerke Facebook, Twitter oder Xing.

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