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Volkswagen Ist der VW-Skandal Männersache?

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Hätte es eine Frau anders gemacht?

Dennoch kann etwas mit Gewissheit gesagt werden: Ja, der Abgas-Skandal hätte VW auch dann heimsuchen können, wenn eine Frau Vorstandschefin von VW gewesen wäre. Die Idee hatte ihre Entstehung sehr wahrscheinlich in untergeordneten Führungsetagen ihren Lauf genommen. Es ist in großen Konzernen häufig so, dass die Herrschaften an der Spitze bewusst nicht informiert werden - um sie nicht der Gefahr auszusetzen, dafür haftbar zu sein. "Das Problem lösen wir. Aber Du möchtest nicht wissen, wie..." ist ein Satz, der dann häufig fällt.

Der VW-Abgas-Skandal im Überblick

Vermutlich jedoch hätte eine Vorstandschefin anders reagiert, sich nicht an ihr Amt geklammert, wie das der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn in einer Videobotschaft noch kurz vor seinem Rücktritt tat. Möglicherweise hätten sich weibliche Führungskräfte nicht derart einvernehmen lassen von den eigenen Gesetzmäßigkeiten einer Organisation.

Was bei der Rückruf-Aktion auf VW-Besitzer zukommen könnte

Macho-Gehabe als Art der Frau?

In Krisenzeiten, das ist lange bekannt, ist Kommunikation besonders wichtig. Da punkten Frauen häufig. Sie sind authentisch, berechenbar, sind häufig ruhig und authentisch - auch weniger eitel. Je schwieriger eine Situation ist, desto wichtiger wird der Austausch - mit Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern und Aktionären.

Frauen gehen in schwierigen Situationen vermehrt in die Kommunikation, währenddessen sich Männer oft zurückziehen und versuchen die Probleme mit sich selbst zu lösen. Und das ist wohl gemerkt nicht nur in der Wirtschaft so.

Netzwerkevent von Frauen für Frauen

Und dennoch sind sich Experten oft uneinig. Die einen empfehlen weibliche Tugenden, die anderen wollen von Unterschieden zwischen den Geschlechtern nichts wissen. Doch genau in solch schwierigen Situationen reagieren Frauen emotionaler als ihre männlichen Kollegen. Was auf den ersten Blick ein Nachteil ist, wird bei näherem Hinsehen zu ihrem Vorteil: Es ist wichtig auch im Job seine Menschlichkeit zu erhalten.

Wenn Sie sich an das Statement von Winterkorn erinnern, hätte ihm eine Portion Empathie und Emotionalität sicher gut getan, um das Vertrauen in VW und vor allem in ihn als Person wieder herzustellen.

Abschließend bleibt zu sagen: Der Skandal wäre gekommen, aber mit Sicherheit anders gelöst worden, wenn eine Frau an der Spitze gestanden hätte. Doch in der Autoindustrie sitzen nun mal reihenweise Männer.

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