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Widerstandskraft Wie Kämpfertypen Krisen meistern

Stress und Krisen lassen sich im Beruf kaum vermeiden - aber durchaus bewältigen. Vorausgesetzt, Sie haben diese acht Eigenschaften.

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Manager verraten: Das hat mich nach oben gebracht
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Mark Wössner Quelle: dpa Picture-Alliance Stephan Görlich

Die Häufigkeit psychischer Erkrankungen steigt jährlich an, wie zahlreiche Studien belegen. So erhöhte sich zum Beispiel laut dem DAK-Gesundheitsreport 2013 in den zurückliegenden 15 Jahren die Zahl die krankheitsbedingten Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen um 165 Prozent, weil die Erkrankten länger ausfielen und die Zahl der Beschäftigten, die beispielsweise aufgrund einer Depression oder eines Burn-out krankgeschrieben wurden, um 131 Prozent stieg.

Bei diesen Erkrankungen lassen sich die Ursachen meist schwer ermitteln. Als Hauptursache wird oft der steigende Stress am Arbeitsplatz identifiziert. Diese Diagnose trifft gewiss häufig zu, unter anderem, weil heute in vielen Betrieben weniger Arbeitnehmer dieselbe oder gar eine größere Arbeitsmenge als früher bewältigen müssen und weil aufgrund des erhöhten Wettbewerbs und des rasanten technischen Fortschritts die Arbeitsanforderungen an die Mitarbeiter sich immer schneller ändern.

Hinzu kommt: Die Beziehungen vieler Unternehmen zu ihren Mitarbeitern wurden fragiler, was sich auch in der erhöhten Zahl von Leiharbeitern sowie Mitarbeitern mit Zeitverträgen niederschlägt. Auch dies erhöht den psychischen Druck, der auf vielen Arbeitnehmern lastet.

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Mit dieser Diagnose allein kommen Unternehmen, wenn es um das Wahren oder gar Fördern der Gesundheit ihrer Mitarbeiter geht, aber nicht weit – unter anderem, weil sich in den veränderten Arbeitsanforderungen und in der veränderten Arbeitsorganisation auch Markterfordernisse widerspiegeln. Hinzu kommt: Was eine Person als Stress erlebt, ist sehr subjektiv.

Den Menschen als Ganzes

Solche individuellen Denk- und Verhaltensmuster spielen beim Stressempfinden eine wichtige Rolle. Und diese zeigen die Mitarbeiter außer am Arbeitsplatz auch zu Hause, weil sie ein Teil beziehungsweise ein Ausdruck ihrer Persönlichkeit sind. Deshalb ist, wer im Beruf schnell gestresst ist, auch privat nur selten ein ruhender Pol. Und wer zu Kollegen nie Nein sagen kann? Dem fällt es in der Regel auch privat schwer, Grenzen zu ziehen. Berufliches und Privates lassen sich folglich nur schwer trennen, wenn es um Stress geht.

Unternehmen versuchen, durch die klassische betriebliche Gesundheitsprävention, die sich primär auf das gesundheitsgerechte Gestalten der Arbeitsplätze konzentriert, eine Überlastung ihrer Mitarbeiter zu vermeiden. Sie kommen damit allein jedoch nicht weit: Sie müssen den Menschen als Ganzen im Blick haben.

Dies ist auch notwendige, weil, wenn Mitarbeiter an ihre Belastungsgrenzen stoßen und zum Beispiel ein Burn-out droht, zumeist gilt: Die Ursachen hierfür liegen zwar auch im Arbeitsbereich, jedoch nicht ausschließlich. Daneben gibt es weitere Faktoren, die zur Überlastung führen.

Da ist zum Beispiel die Controllerin bei einem Telekommunikationsunternehmen, die seit Jahren unter Schlafstörungen leidet – auch weil sie nicht den gewünschten Lebenspartner findet. Oder da ist der Manager und Vater zweier Kinder, der in der Regel nur am Wochenende zuhause ist, weshalb es in seiner Ehe kriselt. Oder da ist die Fachfrau für Marketing, deren Mutter einen Schlaganfall erlitt und einer intensiven Pflege bedarf. Bei all diesen Personen hat die Überforderung nicht nur berufliche Gründe.

Diesen Zusammenhang haben viele Unternehmen erkannt. Deshalb orientieren sich ihre Präventionskonzepte heute nur noch selten am klassischen Ziel der betrieblichen Gesundheitsförderung. Ihnen liegt vielmehr ein positives Präventionsverständnis zugrunde, das sich an Zielen wie Steigern der Vitalität und Lebensfreude oder mehr Selbstbestimmung über die eigenen Lebensumstände orientiert.

Entsprechend boomten im vergangenen Jahrzehnt jene Maßnahmen, die darauf abzielten, die Work-Life-Balance der Mitarbeiter zu wahren – angefangen bei Seminaren über Stress-Management bis hin zu Entspannungskursen. Zudem offerieren die Betriebe ihren Mitarbeitern heute mehr Möglichkeiten, ihre Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Auch solche Angebote wie eine Betreuung der Kinder oder Angebote zur Kurzzeitpflege von Angehörigen sind inzwischen zumindest in Großunternehmen nicht ungewöhnlich.

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