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Würth, Grupp, Knobel und Co. Die 10 besten Zitate erfolgreicher Unternehmer und Manager

Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsunternehmens Trigema, ist für seine schlagfertigen Sprüche bekannt. Quelle: dpa

Ehrgeiz, Verantwortung, Rückgrat. Um Erfolg zu haben, müssen sich Unternehmer durchsetzen. Dabei fällt auf: Nicht alle setzen auf die gleichen Tugenden. Worauf deutsche Wirtschaftsbosse Wert legen und was das über sie verrät.

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1. Reinhold Würth: „Arroganz ist die ekelhafteste Eigenschaft“
Reinhold Würth baute ab 1958 das Schrauben-Handelsunternehmen Würth zum internationalen Marktführer aus. Heute ist der 85-Jährige  einer der reichsten Menschen Deutschlands.

Dennoch legt er viel Wert darauf, nicht den Bezug zur Realität zu verlieren. Nie habe er etwas verlangt, das er nicht selbst bereit gewesen wäre zu tun, sagt Würth von sich. Und: Für ihn sei Arroganz die ekelhafteste Eigenschaft. Auch wenn es keine Absicht sei: „Menschen wachsen mit ihren Aufgaben, bekommen eine Beförderung, haben Erfolg und werden dann oft unbemerkt überheblich“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche. Das lasse sich mit dem Blut für einen Jagdhund vergleichen, der eine Spur aufnimmt. Dieser vergesse alles andere – abseits der Spur.

Menschen seien so tief mit einer Aufgabe beschäftigt und merken gar nicht, wie sich ihre Ausdrucksweise verändert. Das sieht Reinhold Würth heute als seine große Aufgabe an, die Arroganz von Würth fernzuhalten. Deshalb führe er manche Vier-Augen-Gespräche mit den Führungskräften, um sie auf den Boden der Mitmenschlichkeit zurückzuholen. Dafür seien sie oft dankbar.

Reinhold Würth ist der Gründer des Konzerns Würth. Quelle: dpa

2. Wolfgang Grupp: „Echte Unternehmer essen trockenes Brot, wenn die Firma leidet“
Wolfgang Grupp ist einer der profiliertesten deutschen Mittelständler. Der alleinige Inhaber der Textilfirma Trigema hat 1969 Trigema hochverschuldet von seinem Vater übernommen und binnen weniger Jahre saniert. Durch seinen Vater erlebte er schon als Kind, wie es ist, „wenn der Größenwahn Einzug hält“.

Aus den Fehlern seines Vaters, Trigema immer weiter zu vergrößern, lernte Grupp - und zwar eine Lektion, die den Überzeugungen eines Reinhold Würth ziemlich deutlich entgegen läuft: Er beschränkte sich auf die Textilproduktion, die anderen Bereiche löste er auf. Bis heute glänzt Trigema  nicht durch spektakuläres Wachstum, sondern durch solide Betriebsführung und ist damit immerhin eines der letzten verbleibenden Textilunternehmen in Deutschland. Haftung und Verantwortung seien laut Grupp wichtige Voraussetzungen, die ein Unternehmer mitbringen müsse.

Und die Bereitschaft zur echten Kärrnerarbeit: „Ich war mir nie zu schade für einen Auftrag“, sagte er im Interview. Trigema stelle alle Textilien her – solange der Preis stimmt. So hat Trigema zuletzt unter anderem 2,3 Millionen Gesichts-Masken hergestellt.

Wolfgang Grupp ist der alleinige Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema. Quelle: dpa

3. Nikita Fahrenholz: „Perfektionisten haben es als CEO schwer“
Der prominente Seriengründer weiß, wie man sich gegen andere durchsetzen kann. So war Fahrenholz 2009 Teil des Gründungsteams von Lieferheld, heute Delivery Hero. Nach zahlreichen weiteren M&A-Deals und Finanzierungsrunden in Höhe von insgesamt über vier Milliarden Euro wird das Unternehmen an der Börse mit knapp 20 Milliarden bewertet. Er selber hatte sich schon 2014 von dem Unternehmen verabschiedet, ist aber bis heute Gesellschafter.

Gemeinsam mit Claude Ritter, ebenfalls Teil des Lieferheld-Gründungsteams, gründet er noch im selben Jahr Book A Tiger, eine Plattform für die Vermittlung von Reinigungskräften. Und auch das reichte ihm noch nicht: Es folgen eine Mobile-First-Coaching-Software, Luxusgaragen und eine Trinkgeld-App. Fahrenholz weiß genau, wie man sich verkauft.

„Storytelling ist dabei die halbe Miete“, sagte er im Podcast mit dem WiWo-Chefredakteur Beat Balzli. Zum Gründer und CEO sein gehöre es dazu. Um Erfolg zu haben, müsse man auch mit Rückschlägen klarkommen. Denn nicht jedes Geschäft laufe rund. Eigeninitiative, viel Energie und Ignoranz über andere Meinungen seien weitere Faktoren, die den guten Unternehmer ausmachen.

Nikita Fahrenholz ist ein erfolgreicher Seriengründer, unter anderem von dem Dax-Neuzugang Delivery-Hero.

4. Simone Menne: „Ein diverses Team ist nicht immer besser
Simone Menne war die erste Frau an der Finanzspitze eines Dax-Konzerns: bei Lufthansa. Heute sitzt sie in diversen Aufsichtsräten als Beraterin. Immer wieder hat sie sich für Diversität bei der Besetzung von Teams eingesetzt und für mehr Frauen in Führungspositionen.

Aufsichtsräte haben in den letzten Jahren eine enorme Veränderung durchgemacht. Das Gremium ist diverser und unabhängiger. Dennoch sei divers nicht immer gut, so Menne im WiWo-Podcast.

Denn: Ein homogenes Team verstehe sich oft ohne zu reden. Wenn es um Optimierung und Effizienz geht, seien keine verschiedenen Standpunkte notwendig. Menschen die Konzepte in Frage stellen seien besonders in der Phase des Technologiewechsels notwendig. Gerade dann sollten branchenfremde Aufsichtsräte eingesetzt werden. Personen, die Teil des festgefügten Geschäftsmodells sind, würden laut Menne die Entwicklungen oft nicht erkennen.

Simone Menne ist Vorstandsmitglied der Deutschen Lufthansa. Quelle: dpa

5. Carsten Knobel: „Flops gehören halt dazu“
Carsten Knobel ist seit Januar 2020 Vorstandsvorsitzender von Henkel, dem börsennotierten deutschen Hersteller der Konsumgüterindustrie. Zuvor war er seit 2012 Mitglied des Vorstands, zuständig für Finanzen, Einkauf und den Unternehmensbereich Integrated Business Solutions. Knobel ist nach eigenen Angaben ein positiver Mensch.

Jeder CEO müsse optimistisch mit Rückschlägen umgehen können, sagte er im Interview mit der WiWo. Für das Unternehmen verfolgt er die Strategie des ganzheitlichen Wachstums. Trotz Coronakrise.

Laut Knobel werden die Entscheidungsprozesse im Unternehmen immer schneller. Durch Corona sei Henkel gezwungen worden, die Arbeitsabläufe und Entscheidungswege neu zu gestalten.

Carsten Knobel ist der Vorstand von Henkel. Quelle: dpa

6. Raoul Roßmann: „Ich lege mir die Messlatte selbst – nicht mein Vater“
Das Drogerieunternehmen Rossmann gehört in Europa zu den größten seiner Art und macht einen Umsatz von zehn Milliarden Euro mit über 50.000 Mitarbeitern. Raoul Roßmann ist der designierte Nachfolger des Gründers und noch amtierenden Gründers Dirk Roßmann.

Sein Einfluss wird aber schon jetzt immer größer: „Mein Vater hat sich in den letzten Jahren viele andere Beschäftigungen gesucht“, sagte er im WiWo-Podcast. Raoul Roßmann trägt schon jetzt eine große Verantwortung für die Drogeriekette. Er sei mit den Aufgaben gewachsen und habe dadurch gemerkt, wie man Mehrwert liefern kann. Das mache den Junior-Chef stolz. Früher wollte sein Vater mit ihm über das Geschäft reden – heute sei das andersherum. Die Unterstützung der Eltern habe er auf seinem Weg an die Spitze immer im Rücken. Der Druck komme nie von den Eltern, sondern von ihm selbst. „Ich will eine gute Arbeit machen“.

Raoul Rossmann soll die Drogeriekette einmal von seinem Vater Dirk Roßmann übernehmen. Quelle: dpa

7. Christian Klein: „Ich finde es immer schwierig, wenn von Tag Eins an das Ego größer ist als das Team“
Seit Oktober 2019 ist Christian Klein CEO des größten deutschen Softwarekonzerns SAP. Mit 39 Jahren ist er damit der jüngste Vorstandsvorsitzende eines Dax-30-Unternehmens.

Sein Erfolgsrezept: authentisch bleiben: Autorität eigne Klein sich an, indem er sich so lange in Themen einarbeite, bis er die Kernprozesse vollkommen verstehe, verriet er im Business-Insider-Interview. Dennoch sei Teamarbeit wichtig. Gerade in der heutigen Industrie gebe es kaum Aufgaben, die man alleine bewältigen könne. Eine Führungsposition sollte ein Gespür für das Team haben. Um Erfolg zu sei ein heterogenes Team mit unterschiedlichen Fertigkeiten notwendig. „Das macht modernes Leadership dann auch aus.“

Aber auch mit den Kunden müsse ein Unternehmen an einem Strang ziehen, sagte er der WirtschaftsWoche. Nur dann könne Innovation vorangetrieben werden. Den Fokus legt Klein auf kontinuierliche Innovationen in der Forschung und Entwicklung.

Christian Klein ist CEO von dem börsennotierten Softwarekonzern SAP. Quelle: via REUTERS

8. Sabine Herold: „Wenn ich alles selbst entscheiden muss, werden wir hier nie wachsen“
Bereits seit 1997 ist Sabine Herold in der Geschäftsführung von Delo Industrie Klebstoffe. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von industriellen Spezialklebstoffen und sowie dazugehörigen Dosier- und Aushärtegeräten. Unter anderem werden damit die Chips auf Kreditkarten verklebt oder die Kameras in Smartphones.

Die Chefin gibt ihren Mitarbeitern nach eigenen Angaben im Handelsblatt-Podcast viel Verantwortung. Nur mit Spielraum könne eine kreative Arbeit ermöglicht werden. Zehn bis 15 Prozent seiner Arbeitszeit dürfe jeder Mitarbeiter darauf verwenden, sich außerhalb aller konkreten Projekte ganz eigene Gedanken zu machen. Ihre Theorie: Durch die Entscheidungsfreiheit multipliziere sie die Schlagkraft im Unternehmen. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen: Metalletiketten werden inzwischen mit Delo-Produkten auf gläserne Parfum-Flakons geklebt, Stahlscharniere auf Glastüren, Mikrofone und Sensoren in Metallgehäusen befestigt.

Die Delo-Chefin setzt sich für ihre Mitarbeiter ein – in guten und in schlechten Zeiten. Trotz Coronakrise: „Es ist mein Ehrgeiz und stolz, keine Kurzarbeit einzuführen“, sagte sie im WiWo-Podcast.

Sine Herold ist die Chefin von dem Klebstoffhersteller Delo.

9. Frank Thelen: „Ich habe so viel Geld, es ist mir scheißegal“
Der bekannte Investor zögert nicht lange, sich mit Persönlichkeiten von Reichtum und Rang, mit Visionären und Philanthropen in eine Reihe zu stellen. Seine lebensgroße Pappfigur steht in den Buchhandlungen der Republik, seine Autobiografie platziert sich auf den Bestsellerlisten. Er tingelt durch die Republik, spricht auf Podien, in TV-Talkshows: Frank Thelen ist der Popstar der deutschen Start-up-Welt. Er finanziert und unterstützt insbesondere Gründer und Start-ups mit dem Fokus auf Technologie und Design.

Deutschland, so Thelens Krisendiagnose, habe den Anschluss verpasst. Siemens, Bosch, Porsche – alles Vergangenheit. Bei neuen, die Zukunft bestimmenden Technologien, bei Onlinehandel, Software, Suchmaschinen, sozialen Medien und E-Mobilität, liegen andere vorne.

Trotzdem hat er noch Hoffnung – in sein eigenes Projekt, das er im Interview mit der WiWo genauer skizzierte: Die Marktführerschaften für künstliche Intelligenz, neue Energien, Quantencomputer seien noch nicht vergeben. Er will eine neue, deutsche Technologieplattform suchen und finden, sie zu einem Weltmarktführer aufbauen, zu einem Megakonzern mit einer Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Euro und mehr. Um Geld gehe es ihm dabei nicht, so Thelen, davon habe er genug.

Frank Thelen ist einer der berühmtesten Investoren Deutschlands. Quelle: REUTERS

10. Herbert Diess: „Rückschläge stärken den Charakter“
Herbert Diess ist seit April 2018 Vorstandsvorsitzender des Wolfsburger Autokonzerns VW. Auch wenn der Wandel zur Elektromobilität ihm das Leben nicht immer leicht macht, blickt er optimistisch in die Zukunft. Er vergleicht das Unternehmertum gerne mit dem Fußball. Nach einem Rückschlag würden sich alle wieder zusammenreißen – und so entstehe die Chance für einen neuen Start, sagte er im Interview. Fußball passe besonders gut zu Volkswagen, weil es ein demokratischer Sport ist, der alle Bevölkerungsschichten begeistert. Wie im Sport seien die Besetzungen bestimmter Stellen die wichtigsten Entscheidungen überhaupt.

Herbert Diess ist der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen. Quelle: dpa

Der Finanzvorstand habe eine herausragende Funktion, aber auch der Einkaufsvorstand. Die Personalien seien eine komplexe Sache, bei der die verschiedenen Stakeholder – der Betriebsrat, die Eigentümerfamilien und das Land mitgenommen werden wollen.

Mehr zum Thema: Reinhold Würth ist einer der reichsten Menschen Deutschlands. Der Milliardär verdient mit Schrauben ein Vermögen. Den Bezug zur Realität verliert er nicht.

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