Manager in der Stressfalle Warum Sie hineingeraten und wie Sie herausfinden

Verantwortung, Leistungsdruck, wenig Schlaf: Immer mehr Manager stehen am Rande des Burnouts. Doch nicht selten machen sie sich den Stress selbst. So entkommen Sie der Stressfalle.

Stress entsteht aus einer Kombination vieler Faktoren - viele sind allerdings hausgemacht. Quelle: obs

Sie schlafen wenig, stehen unter Dauer-Anspannung, haben kaum Privatleben. Laut einer Studie der Techniker Krankenkasse haben leitende Angestellte das höchste Stresslevel in den Unternehmen. Doch häufig ignorieren sie ihr Leiden. Unter Top-Führungskräften gehört es fast schon zum guten Ton, bis zur Erschöpfung zu arbeiten. So machen sich viele Manager selbst Druck und geraten in die Stressfalle, obwohl es die äußeren Umstände gar nicht – oder zumindest nicht so stark – fordern würden. Es gilt das Motto „work hard, play hard“.
Ursache dieses selbstgemachten stressfördernden Verhaltens sind bestimmte Glaubenssätze. Konkret: Früh gelernte Fühl- und Verhaltensmuster, die als emotionale innere Antreiber wirken. Insbesondere die stressverstärkenden Muster „Sei stark!“ und „Sei perfekt!“ sind typisch für Manager. Aber auch andere Stressverstärker spielen eine Rolle. Eines haben die Antreiber alle gemeinsam: Sie machen Druck und nicht selten auch richtig krank.

Nehmen Sie Ihr Verhalten unter die Lupe

Um sich frühzeitig zu schützen, ist es ratsam, dass Manager sich einmal gründlich selbst unter die Lupe nehmen: Sie sollten verinnerlichte Glaubensmuster als eigene Stressmuster erkennen und reflektieren. Nur so gelingt es, diese auch in den Griff zu kriegen. Und auf dem Weg zu einer besseren Work-Life-Balance ist damit schon mal viel gewonnen.

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Das Stressmuster „Sei stark!“ ist bei Managern wohl das am häufigsten anzutreffende Phänomen. Gerade die Topleute glauben, stets Haltung bewahren zu müssen, wollen Vorbild im Unternehmen sein und daher stark. Sie sehen sich als der Fels in der Brandung – auch dann, wenn sie schon lange nicht mehr können. Die Folge ist nicht selten ein völliger Zusammenbruch. Um es nicht soweit kommen zu lassen, ist es nötig, nach- und umzudenken:

Was ist eigentlich Stärke? Tatsächlich sind es nicht die, die immer weiter machen und nichts sagen. Stark sind vielmehr die, die „Stopp“ sagen können, die sich mitteilen, wenn sie ihre Belastungsgrenze erreichen. Denn wer ausspricht, wenn ihm etwas zu viel wird, erweist Mut und zeigt, dass er gut für sich sorgen kann.

So fällt das Nein sagen leichter

„Sei perfekt!“ ist ebenfalls ein Glaubenssatz, den insbesondere Manager gut kennen. Sie erwarten von ihren Mitarbeitern, dass sie gründlich und fehlerfrei arbeiten – und stellen diesen Anspruch erst recht an sich selbst. Doch oftmals artet dies in Perfektion aus, wird regelrecht zum Zwang. Viele Manager glauben, die Qualität ihrer Arbeit ständig noch weiter steigern zu müssen. Sie treiben damit nicht nur ihre Mitarbeiter vor sich her, sondern sich selbst auch – mit null Fehlertoleranz.
Doch Fehler passieren und Perfektion ist in ihrer Absolutheit nicht erreichbar. Das ist die Einsicht, die nötig ist.

So ist auch der Weg aus der Perfektionsfalle, sich dies immer wieder bewusst zu machen. Hilfreich auch: einfach mal bewusst Fehler einzubauen. So wird klar werden, dass die Fehler, die man macht, den Anderen zum Großteil gar nicht auffallen. Ein wichtiger Aha-Effekt, um die Dinge in Zukunft mit mehr Gelassenheit angehen zu können!

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