Schlafdefizit Wer wenig schläft, ist häufiger krank

Die Viren und Bazillen ziehen so langsam wieder aus den Büros aus. Aufpassen müssen künftig noch Menschen, die wenig schlafen. Denn sie sind besonders anfällig für Krankheiten.

So überstehen Sie den Viren-Angriff im Büro
Ein hustender Kollege auf der rechten Platzseite, eine Niestriade von links: Wir sind mitten in der Erkältungszeit – und Viren und Bakterien haben unsere Büros gekapert. Nur Eines greift in den Wintermonaten traditionell schneller um sich als die Krankheiten an sich – die Angst vor der laufenden Nase und dem kratzenden Hals. In TV-Werbungen überbieten sich allerlei Nahrungsergänzungsmittel mit dem Versprechen unser Immunsystem zu stärken. Doch was hilft wirklich, um gesund durch die Erkältungszeit zu kommen? Quelle: dpa
Vitamin C-Präparat – meist mehr Schaden als NutzenHeiße Zitrone, Holundersaft und Vitamin-C-Präparate – Das hat gegen Erkältung bestenfalls einen psychologischen Effekt, sagt das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in Karlsruhe, das Max Rubner-Institut. „Wir Deutschen nehmen bereits durch unsere durchschnittliche Ernährung ein zu Hohes Maß an Vitamin C zu uns“, sagt Iris Lehmann, Sprecherin des Max Rubner-Instituts. „Es bringt also rein gar nichts auf Vitaminpräparate zurück zu greifen.“ Diese würden nur wieder aus dem Körper ausgespült werden. Nahrungsergänzungsmittel schaden sogar, verkündeten die deutschen Verbraucherzentralen im Januar 2017. „Das zusätzliche Vitamin C wird über unsere Nieren ausgeschieden, das belastet das Organ und führt zu Nierensteinen“, erklärt Daniela Krehl, Fachberaterin für Lebensmittel in der Verbraucherzentrale Bayern. „Nach dem Motto ‚Viel hilft Viel’ greifen viele Verbraucher zur Pillenschachtel“, sagt Krehl, „die Gesundheitsgefahr ist vielen dabei gar nicht klar.“ Quelle: dpa
Händewaschen – der wichtigste ErkältungsschutzDie wirksamste und wichtigste Maßnahme, um sich vor Krankheiten zu schützen, ist: Händewaschen. Bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten können so vermieden werden. „Händewaschen ist einfach umzusetzen, kostengünstig – und schützt nicht nur vor Grippe sondern auch vor Atemwegserkrankungen und Magendarminfektionen“, sagt Susanne Glasmacher, Sprecherin des Robert Koch Instituts, der zentralen Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und –prävention.Krankheitserreger werden über kleine Tröpfchen von Mensch zu Mensch übertragen, die beim Niesen, Husten oder Sprechen entstünden. „Über die Hände gelangen die Erreger leicht in den Körper, wenn man sich an die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen fasst“, erklärt Andrea Rückle, die präventiv-medizinische Beauftragte der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Händewaschen unterbinde den Ansteckungsweg. Quelle: obs
Händewaschen mit Seife – Desinfiziersprays sind nicht notwendigEin gewöhnliches Händewaschen mit Seife, 20 bis 30 Sekunden lang, genüge um die Krankheitserreger unschädlich zu machen. Wer gerade keine Möglichkeit hat sich die Hände zu waschen, solle laut BZgA bewusst vermeiden, mit den Händen das Gesicht zu berühren. Der Einsatz von Desinfektionssprays oder Handgels sei im Alltag nicht notwendig. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise auf Reisen könne darauf zurückgegriffen werden. Quelle: dpa
Richtiges Naseputzen und NiesenNiesen und Husten lassen sich nicht immer vermeiden. Hustende sollten sich dabei ein Taschentuch oder die Ellenbeuge vor Mund und Nase halten, um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten. „Wer doch einmal die Hand vor dem Gesicht hat, sollte sich die Hände möglichst direkt danach waschen“, sagt die BZgA-Mitarbeiterin Andrea Rückle. „Gleiches gilt auch nach dem Naseputzen.“ Wer sich in Menschenansammlungen wie Bahnen oder im Aufzug vor den Hustentröpfchen der Mitreisenden schützen möchte, könne sich den Schal ins Gesicht ziehen – oder im Idealfall: Abstand zu niesenden und hustenden Personen halten. Quelle: dpa
Zuhause bleiben Eine Grundsatzregel lautet: Wer krank ist, soll zu Hause bleiben. „Bei fieberhaften Erkältungen, Magen-Darm-Infekten oder Grippe sollte man nicht arbeiten gehen, sondern sich zu Hause auskurieren“, sagt Rückle. Dies sei der wirksamste Weg um schnell wieder auf die Beine zu kommen und einen Infekt nicht zu verschleppen. „Außerdem vermeidet man so, Kollegen und andere Menschen in der Umgebung anzustecken.“ Quelle: dpa
PutzenTürklinken, Griffe und Treppengeländer: Gerade in der Erkältungszeit sind Gegenstände, die viele unterschiedliche Menschen berühren, vermehrt von Keimen besiedelt. Deshalb sollten die Oberflächen regelmäßig gereinigt werden, um so einer Übertragung vorzubeugen. Quelle: dpa
StoßlüftenWenn’s Draußen kalt ist, wird im Büro gerne mal die Heizung hochgedreht. Auf regelmäßiges Stoßlüften sollte auch in den Wintermonaten dennoch nicht verzichtet werden. „Lüften verringert die Zahl der potentiell erregerhaltigen, feinsten Tröpfchen in der Luft“, erklärt Rückle, „und senkt damit ein mögliches Ansteckungsrisiko in Räumen, in denen sich Erkrankte aufhalten.“ Die BZgA rät dazu die Fenster beim Lüften nur kurz, aber dafür weit zu öffnen. Quelle: obs
ImpfenWährend Erkältungen meist als eine leichte Erkrankung mit Schnupfen und Halsschmerzen verläuft, kann die Grippe Arbeitnehmer für viele Tage außer Gefecht setzen. Wer es sich absolut nicht erlauben kann für eine längere Zeit im Büro auszufallen, dem rät das BzGA zur Grippe (Influenza) Impfung. „Der wichtigste Schutz vor Influenzaviren ist und bleibt die Grippeschutzimpfung“, sagt Andrea Rückle. „Diese sollte jedes Jahr aufgefrischt werden.“ Quelle: dpa

Jeden Abend rechtzeitig ins Bett gehen, um morgens ausgeruht aufzuwachen - das bleibt für die meisten Menschen eine schöne Vorstellung. In der Realität ist das aber häufig anders: Stress, Unausgeruhtheit, zu wenig Schlaf. Die Folgen sind eindeutig, nicht nur für den Einzelnen.

Unausgeschlafene Mitarbeiter kosten die deutsche Wirtschaft jährlich 57 Milliarden Dollar, in anderen Ländern ist es noch mal mehr.

Aber nicht nur das: Amerikanische Forscher der University of California in San Francisco haben herausgefunden, dass Menschen, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schlafen, viermal häufiger krank werden als Langschläfer.

Wie viele Stunden verschiedene Personengruppen im Durchschnitt schlafen

Dazu haben die Wissenschaftler 164 Erwachsene untersucht und eine Woche lang mit Sensoren den Schlaf überwacht. Aber nicht nur das: Die Teilnehmer wurden mit Erkältungsviren infiziert. Die Anfälligkeit stieg je weniger die Probanden schliefen. Damit steht fest, dass die Dauer und die Qualität des Schlafes einen größeren Einfluss auf die Gesundheit hat als etwa Ernährung, Stress oder Rauchen.

Der Unterschied zu Vorgänger-Studien bestand darin, dass die Teilnehmer nicht geweckt wurden.

Falsche Volksweisheiten rund um den Schlaf

Dabei war die Studie der University of California nicht die erste mit diesem Ergebnis: Bereits 2009 hat eine klinische Untersuchung deutlich gemacht, dass Menschen, die weniger als sieben Stunden schlafen, ein dreimal höheres Risiko haben, sich zu erkälten als jene Probanden, die mehr als acht Stunden schliefen. Auch dort wurden die Teilnehmer mit einem Virus infiziert.

All diese Ergebnisse zeigen allerdings, das Schlaf für unser Wohlergehen unheimlich wichtig ist - und unser Immunsystem stärkt.

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