Schuhmesse in Düsseldorf Im Büro bleibt es klassisch

Bei der Schuhmesse in Düsseldorf zeigen die Hersteller die Trends der nächsten Saison. Während es auf der Straße bunt wird, bleibt es im Büro eher konservativ.

Kleider machen Leute
Michelle Obama Quelle: AP
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Marissa Mayer Quelle: AP
Angela MerkelNote: 2 Der Dreiknopfblazer, meist von der Designerin Anna von Griesheim, ist Programm. Außer dem maßgeschneiderten Blazer verzichtet unsere Bundeskanzlerin auf sichtbaren Luxus und trägt unauffällige Handtaschen meist vom französischen Label Longchamp. Auch die Farbwahl trifft die Bundeskanzlerin mit Bedacht. Mit ihrem roten Blazer sticht sie heraus und steht für Energie. Rote Blazer sind auch in Situationen, wie bei Vorstellungsgesprächen, empfehlenswert. Der von ihr gern gewählte grüne Blazer hingegen strahlt Ruhe und Kompetenz aus. Ihr Look symbolisiert etwas sehr bodenständiges. Sie hat sich mit ihrem immer wiederkehrenden Outfit den nötigen Rahmen geschaffen, jederzeit als Stimme der Sicherheit auftreten zu können. Ein bisschen mehr Leichtigkeit würde ihr aber sicher auch bei der Auswahl des Outfits gut tun. Quelle: dpa
Bill Gates Quelle: REUTERS
Delia Fischer Quelle: Screenshot
Oliver Samwer Quelle: REUTERS

Bunte Muster und dicke Boots. Das sind die neuen Trends der Saison. Nur leider ist das wenig tauglich fürs Büro. Das Motto „Hauptsache opulent“ gehört eher auf die Straße. Vor allem Leo-Print und Applikationen wie kleine Steinchen dürften im Business-Bereich für nur wenig Begeisterung sorgen.

Während die trendbewusste Frau auf der Straße auffallen will, geht der Herrenschuh den entgegengesetzten Weg: Hier hält das Sportive Einzug.

Dafür sorgen kleine Details in Form von Naht- und Wascheffekten. Beobachten lässt sich das auch bei „Giorgio“. Zwar legt das italienische Label noch immer Wert auf den klassischen Herrenschuh „Budapester“, doch auch hier gibt es einen Trend hin zu mehr Lockerheit: Der Schaft geht bei einigen Modellen auch mal über den Knöchel und bringt so das Sportive von der Straße in die Büroräume. Ähnliche Trends lassen sich auch bei anderen Herstellern beobachten.

So kleiden Sie sich richtig

„Wenn es doch etwas bulliger wird, dient das vor allem dazu weite Hosen beim Mann optisch auszugleichen“, ergänzt Simone Reiner vom Branchenmagazin „Textilwirtschaft“.

Bei den Damen bleibt die große Revolution im Businessbereich aus. Trotzdem gibt es hier naturgemäß etwas mehr Möglichkeiten zur Gestaltung als bei den Herren. Veränderungen spielen sich deshalb eher im Kleinen ab. Zum Beispiel zeigen sich wieder mehr Schuhe mit markanter Spitze.

Was Farben bei der Kleidung signalisieren
RotRot ist die Farbe der mittelalterlichen Könige. Wer was zu melden hat, trägt auch heute noch diese Farbe. In ihrer starken Ausprägung suggeriert sie Seriosität, Macht, Präsenz - ein hartes Rot ist einfach nicht zu übersehen. Quelle: dapd
Merkel trifft den US-Präsidenten Barack Obama auf dem G-20-Treffen in Südkorea, November 2011. Quelle: dpa
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner nimmt an der Fronleichnamsprozession teil, Juni 2012. Quelle: dpa
Die richtige Farbkombination Quelle: dpa
Blau Quelle: dpa

Eine andere Veränderung lässt sich beim Material beobachten: „Natürlich haben wir auch wieder Klassiker aus Glattleder im Angebot“, erklärt Valentina Capretta vom italienischen Hersteller „NeroGiardini“, „als großen Trend haben wir jetzt aber auch mehr Modelle aus Velours.“

Ähnlich sieht es beim französischen Label JB Martin aus. Auch hier gewinnt Velours immer mehr an Bedeutung. Zusätzlich schaffen es wieder vermehrt Lackschuhe in die aktuelle Kollektion. Bei den Absätzen zeigt das Unternehmen Mut und setzt Akzente. Einige von ihnen glitzern dezent in mattem rot oder blau. Der Rest des Schuhs zeigt sich dafür in schlichtem Schwarz. „Je nachdem wie Frau das kombiniert, lassen sich die Schuhe sicherlich auch im Büro tragen“, meint dazu Patrice Raveneau, Export Manager bei JB Martin.

So kleiden Sie sich immer richtig
It fitsIm Englischen heißt es „it fits“, wenn etwas passt. Daher das Wort „Outfit“. Ihre Kleidung sollte in drei Kategorien passen: Dem Anlass entsprechend, dem Typ entsprechend und der individuellen Aussage entsprechend. Genau in der Schnittmenge liegt das für sie optimale Outfit. Quelle: bernardbodo
Für Banken, Versicherungen, Rechtsabteilungen und BuchhaltungAnzug oder Kostüm sollten Werte wie Vertrauen und Sicherheit widerspiegeln. Das gilt auch für Mitarbeiter im Back-Office. Ein Ziel ist Understatement. Die Kleidung sollte modern und nicht bieder wirken; dunkle Business-Farben wirken am besten. Quelle: opolja - Fotolia
In Management, Controlling, Marketing und PREs gilt, einen Tick schicker zu sein als im klassischen Business. Hosen mit Pullover gehen maximal in der Werbebranche. Ansonsten eher kompletter Hosenanzug oder Blazer-Hose-Kombi für Damen, Anzüge und Kombinationen für Herren. Anspruchsvoll, gehobene Qualität und dunklere Farben. Quelle: Przemyslaw Koch
Im B2BProfessioneller Look ist hier unabdingbar. Klassische Kostüme, Anzüge und Kombinationen in mittleren bis dunkleren Farbtönen. Farben dürfen nicht ins Auge springen, sollten aber modern sein. Quelle: www.foto-und-mehr.de
In Kreativ-JobsIn der Werbung oder bei den Medien darf es bunter und ausdrucksstark zugehen. Hier ist Nähe angesagt und schwarze Kleidung ist da sehr hinderlich. Quelle: aleshin - Fotolia
Große Männer brauchen UnterteilungenFür besonders große Männer empfehlen sich farbliche Unterteilungen. Also zum Beispiel blaue Hose oder roter Pullover. Das unterbricht die Größe und lässt Sie weniger lang wirken. Männer mit langen Beinen tragen am besten längere Jacken und Ärmel. Quelle: bernardbodo
Kleine Männer eher eintönigIst Ihr Körper insgesamt kurz, empfiehlt sich farblich Ton in Ton. Farbliche Unterteilungen würden die Kürze betonen. Haben Sie kurze Beine, sollten Sie von Hosenaufschlägen absehen – und auch davon, Ärmel aufzukrempeln. Quelle: Fotolia
Passend zum TypTiefsinnige und Kreative wollen sich ausdrücken. Die Erscheinung darf Außergewöhnliches bieten, also kreativer Kragen, Schmuck, extravagante Brille oder bunte Farben. Bodenständige Typen verwenden besser natürliche Materialien und Erdtöne. Dramatiker und Extrovertierte mögen vielleicht asymmetrisch geschnittene Kleidung – sie sollten dann aber darauf achten, dass sie niemals billig wirkt. Zu sportlichen Typen passen Blau und Grün. Quelle: Fxquadro - Fotolia
Nicht nur beim Mann entscheidet die FigurSollten Sie eine schlanke Frau sein und Kleidergröße 32 bis 34 tragen, sehen Röhrenjeans super aus. Ab Kleidergröße 40 sehen Sie mit ihnen dicker aus. Es liegt also stets an der Form ihres Körpers. Quelle: Peter Atkins - Fotolia.com
Rechteckige FigurformSind Schulter, Taille und Hüfte gleich breit, empfiehlt sich eine gerade Hose oder ein gerader Rock. Quelle: ulianna19970
Dreieckige FigurformDie Schulter ist schmaler als die Hüfte. Hier sollten Sie Hosen und Röcke in der sogenannten A-Linie mit kurzen Oberteilen kombinieren. Quelle: vladstar
Umgekehrtes DreieckDie Schulter ist breiter als die Hüfte: Hier empfehlen sich Caprihosen, Röhrenhosen und enge Röcke. Die schmalen Hosen lassen sich gut in Stiefel stecken. Quelle: Amelia Fox
Die Achter-FigurDie Figur ist wie eine 8 geformt. Sie ist eine sehr weibliche Figurform. Die Röcke sind konisch geschnitten, sie werden zum Knie hin schmaler. Passende Hosen sind Hosen in Bootcut-Schnitten. Quelle: visoook - Fotolia

Neben der optischen Gestaltung, gibt es auch einen ganz praktischen Trend bei Business-Schuhen. Der dürfte vor allem Frauen freuen, die sich mit hohen Schuhen an ihren Füßen nur bedingt anfreunden können: Die Absätze werden breiter und auch High Heels insgesamt etwas flacher.

Das sind die Schuhtrends der nächsten Saison

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