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Talent Das Geheimnis der Überflieger

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Finanzwissenschaftler Stefan Homburg

Beispiel Schulnoten. Als die Psychologin Sabrina Trapmann von der Universität Hohenheim 2007 sämtliche seit 1980 publizierten europäischen Studien analysierte, die sich dem Zusammenhang zwischen Schulnoten und Hochschulexamen widmeten, kam sie zu dem erstaunlichen Ergebnis: Die Abinote ist das „valideste“ Einzelindiz für den späteren Studienerfolg. Mit anderen Worten: Wer ein gutes Abitur gemacht hat, schneidet auch im Examen überdurchschnittlich gut ab. Stefan Homburg ist dafür das beste Beispiel.

Der Finanzwissenschaftler ist seit 1997 Professor an der Uni Hannover. Ursprünglich wollte er die Schule nach der zehnten Klasse abbrechen und Werkzeugmacher werden. Dann entschied er sich aber doch für das Abitur, das er mit einem Schnitt von 1,3 ablegte. Danach schrieb er sich für Volkswirtschaftslehre in Köln ein. Schon nach einer Woche war ihm klar, dass er sein Berufsleben an der Uni verbringen wollte.

Stundenlang saß er in den Gängen und las die Originaltexte berühmter Ökonomen wie Adam Smith oder John Maynard Keynes. Entsprechend schnell lernte er. Als Erstsemester half Homburg Kommilitonen bei der Zwischenprüfung, im zweiten Semester unterstützte er Doktoranden bei deren Dissertationen. Und im dritten Semester wagte er es, seinen Professor öffentlich zu korrigieren.

Noch während der Vorlesung wies Homburg den damaligen Kölner Professor Bernhard Felderer darauf hin, dass dessen Rechnungen nicht stimmten. Der forderte den forschen Studenten auf, den Fehler an der Tafel nachzuweisen. Kurz danach wurde er Felderers Assistent.

Wenig später erhielt der Professor eine Anfrage, ob er ein VWL-Lehrbuch schreiben wolle. Dazu habe er weder Lust noch Zeit, antwortete Felderer. Da schlug Homburg vor, dass er das Buch schreiben könne. 1984 erschien „Makroökonomik und neue Makroökonomik“ im Buchhandel, Homburg war damals 23. Sein Examen machte er ein Jahr später.

Hohe Faszination

Solche herausragenden Talente faszinieren Forscher seit Jahrzehnten. 1911 begleitete der ungarische Psychologe Géza -Révész ein musikalisches Wunderkind namens Erwin Nyiregyhazi. Der konnte mit drei Jahren Melodien nachsingen, mit vier Klavier spielen und komponieren.

In den Fünfzigerjahren wiederum studierte der US-Ökonom Nathan Leites die Gemeinsamkeiten von Überfliegern in der damaligen Sowjetunion. Alle konnten sich über einen langen Zeitraum konzentrieren und waren stets neugierig.

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