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Traumjob Karriere planen in unruhigen Zeiten

Wie schaffe ich es nach ganz oben? Die Wege zu einer erfolgreichen Karriere sind heute vielfältiger denn je. Zehn Kernkompetenzen ebnen die Straße zum Erfolg.

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Uta von Boyen Quelle: PR

Der Begriff „Karriere“ wird oft mit Zielstrebigkeit in Verbindung gebracht. Der Begriff weckt Assoziationen von „Planung“ und „Kalkül“ bis hin zum negativ besetzten Wort „Karrierismus“, mit dem keiner so richtig in Zusammenhang gebracht werden möchte.

Die Job-Wirklichkeit hat sich jedoch gerade in den letzten Jahren vehement verändert. Uns allen ist klar, dass es heute nicht mehr die klassische Karriere unserer Elterngeneration gibt – die Gesetzmäßigkeiten sind längst andere geworden.

Vorbei ist die Welt, in der man vordefinierte Karriereleitern innerhalb ein und desselben Unternehmens hinaufstieg, bis man es nach Erreichen der Rente und nach feierlicher Übergabe einer Treueurkunde wieder verließ.

Nur ganz vereinzelt halten Unternehmen an diesen Gepflogenheiten noch fest und pflegen auf diese Weise ihre Mitarbeiterarchive, die langsam aber sicher mit einer Staubschicht überdeckt werden. Vor allem die traditionellen Großkonzerne haben bis vor einigen Jahren noch versucht, an solchen Szenarien festzuhalten. Sie sind jedoch selbst so großen Veränderungen unterworfen, dass es ihnen zunehmend schwerer fällt, ihre Versprechen gegenüber Mitarbeitern langfristig und glaubhaft aufrecht erhalten zu können.

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    Was also tun, wenn alte Gesetzmäßigkeiten der Karriereentwicklung nur noch wenig Gültigkeit haben? Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es meiner Meinung nach nicht. Das Scheitern der linearen äußeren Karriereplanung hingegen ist offensichtlich, denn dafür ist die Wirtschafts- und Job-Realität mittlerweile zu komplex geworden. Und genau diese zunehmende Komplexität und die konkurrenzbetonten Rahmenbedingungen stellen uns beim Weiterkommen auf uns selbst. Das gilt für Einzelpersonen wie auch für Organisationen.

    Jeder braucht heute einen persönlichen und individuellen Plan, um eine stabile und kontinuierliche berufliche Laufbahn zu absolvieren. Und zwar einen Plan, der sich nicht alleine am Außen und an den naheliegenden Möglichkeiten beim aktuellen Arbeitgeber orientiert, denn dann hat man häufig schon verloren.  

    Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben sich mit den Regeln erfolgreicher Karriereplanung beschäftigt, und das Ergebnis überrascht uns keineswegs: Jeder ist ein Einzelfall! Zu vielen aufgestellten Regeln gibt es mindestens genauso viele Ausnahmen. Aber jede Ausnahme folgt dennoch in sich konsistenten Strukturen und Mustern, die es zu erkennen gilt.

    Was allerdings jede aufstrebende Führungskraft, ungeachtet ihrer individuellen Karriereerfahrung und Zielsetzung, erwerben sollte, sind ganz bestimmte Kernkompetenzen. Da Komplexität und Spezialisierung der Geschäftswelt zunehmen und sich die organisatorischen Grenzen zwischen Unternehmen und Märkten verschieben, werden vor allem folgende 10 Faktoren künftig höher bewertet werden:

    Intellektuelles Wissen: hiermit ist umfassendes Allgemeinwissen gemeintSpezialisierte Fertigkeiten und sogenanntes ‚Qualitätswissen‘Finanzieller Scharfsinn und EffizienzwissenMarketing- und Turnaroundwissen: Know-how und Erfahrung in den Bereichen Werbung und Krisenbewältigung bzw. Sanierung; Amerikaner stellen deswegen gerne Führungskräfte ein, die mindestens eine Unternehmenskrise bewältigt habenTalent im Change Management: Kraft und Konsequenz, Unternehmen zu verändern und sich selbst an Veränderungen anzupassenAusgeprägte Ergebnisorientierung: Wissen um 'Quick Wins' und schnellen ErfolgTeamfähigkeit: Integrationswissen und Kenntnis über Gruppendynamiken sowie das Generieren von GemeinschaftserfolgenNetworking-Kompetenz: Fähigkeit, soziale Beziehungen über die Unternehmensgrenzen hinweg aufzubauenSystemisches Verbindungswissen zwischen Markt, Organisation, Funktion und Person: Fähigkeit, über organisatorische Grenzen hinweg zu agieren, den Kontext für unternehmerisches Gestalten mit einzubeziehenSelbstreflektion: Wissen über sich selbst, wie man wirkt und wer man ist und damit Kenntnis der 'Selbststeuerung', der persönlichen Realisierungs- und Umsetzungsfähigkeit

    Führungskräfte, die Fertigkeiten auf diesen Gebieten erwerben, stehen besonders gut da: Ihr tatsächlicher Wert ist sogar höher als in jeder anderen Phase der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Ein zentraler Faktor in der Karriereplanung sollte daher unbedingt die Bildung und Weiterbildung dieser Kernkompetenzen sein. Organisationen sollten eine erfolgreiche Führungskräfteentwicklung auch daran ausrichten.

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      Es ist heute nicht einfach, eine erfolgreiche Karriere zu machen – die Wege sind weniger vorgezeichnet; Unsicherheit und Wandel können starken Stress verursachen. Doch von einem bin ich überzeugt: Der "Lohn" für die Anstrengung ist beträchtlich. Der Preis, den Führungskräfte für eine wirklich gelungene Karriere bezahlen, ist nicht zu hoch, wie vielfach behauptet wird – ganz im Gegenteil!

      Viele Beobachtungen und eine Reihe aktueller Studien (einschließlich der modernen Burnout-Forschungen) zeigen, dass Menschen, die das höchste Niveau beruflichen Erfolgs erreicht haben, mit ihrer Lebensführung, ihrer Vergütung und der Balance in ihrem Leben deutlich zufriedener sind als andere. Diese Beobachtungen teile ich voll und ganz.

      Weshalb verhält sich das so? Meiner Einschätzung nach geschieht das vor allem, weil sich diese Menschen im Zuge ihrer Karriereentwicklung in der aktuellen komplexen Wirtschaftswelt mehr denn je auch Antworten auf weiterführende Fragen des Lebens geben müssen. Antworten, die ihnen die herkömmlichen Karrierepfade von früher nicht unbedingt abverlangt haben, die aber heute im Zuge einer erfolgreichen Karriereplanung unerlässlich sind.

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