Allianz Global Wealth Report Asien holt beim Privatvermögen weiter auf

Reiches China: Das weltweite Vermögen ist im 2014 auf insgesamt 136 Billionen Euro gestiegen - auch dank des Vermögensanstiegs in Asien. Zum ersten Mal setzt sich China an die Spitze und stößt Japan vom Thron.

ein Model trägt eine goldene Sonnenbrille des chinesischen Designers Zhu Fei Quelle: REUTERS

Die Welt ist im vergangenen Jahr wieder ein bisschen reicher geworden, das globale Netto-Geldvermögen ist um 7,1 Prozent gestiegen und hat erstmals die 100 Billionen-Euro-Marke geknackt. Auf einem Scheck wäre das eine Ein mit zwölf Nullen. Brutto - also vor Abzug der privaten Schulden - belief sich das weltweite Geldvermögen sogar auf 136 Billionen Euro.. "Damit könnten die privaten Haushalte sämtliche Staatsschulden der Welt ungefähr dreimal tilgen", heißt es im Allianz Global Wealth Report. Ein Grund für das gestiegene Vermögen sei demnach, dass die Menschheit mehr Geld auf die Seite legt, selbst die Amerikaner sparen demnach mehr.

Die reichsten Völker der Welt
Finnland Quelle: dpa
Irland Quelle: dpa
Deutschland Quelle: REUTERS
Österreich Quelle: ZB
Italien Quelle: AP
Frankreich Quelle: dpa
Australien Quelle: dpa
Israel Quelle: dpa
Neuseeland Quelle: REUTERS
Dänemark Quelle: dpa
Taiwan Quelle: dpa
Singapur Quelle: dpa
Japan Quelle: REUTERS
Kanada Quelle: dpa
Die Niederlande Quelle: dpa
Schweden Quelle: dpa
Belgien Quelle: REUTERS
Großbritannien Quelle: dpa
USA Quelle: dpa
Schweiz Quelle: REUTERS

Allerdings haben die privaten Haushalte nicht nur ihr Vermögen gemehrt, sondern auch ihre Schulden. Die Verbindlichkeiten seien im vergangenen Jahr weltweit um 4,3 Prozent auf insgesamt 35 Billionen Euro gestiegen. Damit übertrifft der Vermögensanstieg das Wachstum des Schuldenbergs aber immer noch deutlich. Die Verteilung des Vermögens unterscheidet sich - wie auch in den Vorjahren - je nach Region: Während in Asien und den USA die Aktienmärkte das Vermögenswachstum beflügelten, sorgte in Europa die eher risikoaverse Sparneigung nur für einen mittleren Vermögensaufbau. Deutschland beispielsweise liegt beim Nettovermögen pro Kopf im internationalen Vergleich mit 44.770 Euro auf Platz 18. Das Bruttovermögen der Deutschen stieg 2014 um 4,2 Prozentpunkte auf 64.510 Euro - im internationalen Vergleich ergibt das Platz 19.

So legen die wirklich Vermögenden an

Ganz anders sieht es in Asien aus, Japan einmal ausgenommen. Auf dem asiatischen Kontinent ist das Netto-Geldvermögen um 18,2 Prozent gestiegen. Angetrieben wurde dieses Wachstum auch vom rasanten (und zugegebenermaßen teilweise nicht nachhaltigen) Anstieg des Wertpapiervermögens, insbesondere in China. Auf Asien entfielen im vergangenen Jahr entsprechend gut 16 Prozent des globalen Geldvermögens - und zwar sowohl in der Brutto- als auch der Nettobetrachtung. Dies bedeutet gegenüber 2013 ein Plus von 1,4 Prozentpunkten, seit dem Jahr 2000 hat sich der Anteil dieser Region mehr als verdreifacht. "Die Vermögensentwicklung in Asien, insbesondere in China, verlief in den vergangenen Jahren wirklich äußerst positiv", kommentierte Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz. Heißt: Immer mehr Millionäre und Milliardäre sind Asiaten.

Wo die meisten Millionäre leben

2014 ist außerdem die Zahl der Menschen, die zur sogenannten Vermögensmittelklasse gehört, auf über eine Milliarde angestiegen. In den vergangenen 15 Jahren sind damit rund 600 Millionen arme Schlucker aus dem Bereich "Low Wealth" zur globalen Mittelklasse avanciert. Und ein Großteil dieser Menschen sind Chinesen. 85 Prozent der Mitglieder dieser Vermögensmittelklasse stammen aus China. Seit Jahrtausendbeginn hat sich damit die Bevölkerung mit mittlerem Vermögen in Asien nahezu verzehnfacht.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

In der Statistik macht sich das bemerkbar. Daran ändert auch nichts, dass die chinesische Wirtschaft in diesem August kräftig ins Stolpern gekommen ist.Das gesamte Brutto-Geldvermögen Chinas übertraf Ende 2014 erstmals das Japans. Nur beim Pro-Kopf-Vermögen bleibt der bevölkerungsreichste Staat der Welt noch abgeschlagen. "Eine Wachstumsverlangsamung, wie wir sie derzeit erleben, ist nicht beunruhigend", sagt auch Heise. "Der Aufholprozess Chinas ist damit keineswegs zu Ende, China ist heute ein anderes, viel wohlhabenderes Land als noch vor fünf oder zehn Jahren. Die positiven Wachstumsimpulse, die von dort auf unsere Wirtschaft und Finanzmärkte ausgehen, sind daher immer noch gewaltig."

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%