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Arbeitslosenquote Wie hoch ist die Arbeitslosenquote in Deutschland?

Quelle: imago images

Jeden Monat gibt die Bundesagentur für Arbeit die Arbeitslosenquote in Deutschland aus. Wie entwickelt sich die Arbeitslosenquote und wie wirkt sich die Coronakrise auf den Arbeitsmarkt 2020 aus?

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Von der Coronakrise sind sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer betroffen. Es wird erwartet, dass sich die Folgen der Krise und des daraus resultierenden Lockdowns noch länger halten als bislang befürchtet. Laut einer Prognose führender Wirtschaftsforschungsinstitute wird das Vorkrisenniveau in Deutschland wohl erst Ende des kommenden Jahres erreicht werden.

Trotz Soforthilfen und der Kurzarbeit, die von der Bundesregierung ins Leben gerufen wurde, geht die Agentur für Arbeit von 637.000 Stellen aus, die im August in Deutschland wegfielen.

Allerdings meldete sie auch erste Besserungen am Arbeitsmarkt seit dem Frühjahr. So könnte die Arbeitslosenquote trotz Corona bis 2022 wieder merklich zurückgehen. Doch wie sah die Arbeitslosenquote bis zum Beginn der Coronakrise aus und wie hat sie sich seitdem entwickelt? Ein Überblick zur Arbeitslosenquote in Deutschland im Jahr 2020.

Was ist die Arbeitslosenquote 2020?

Grundsätzlich gibt die Arbeitslosenquote an, wie hoch die Zahl der Arbeitslosen bei allen potentiellen Arbeitnehmern ist, die für den gesamten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Sie ist ein wichtiger Beleg für die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktlage in Deutschland und zeigt, wie viele Menschen der potentiell Erwerbstätigen prozentual arbeitslos sind. Menschen, die krank sind oder eine Weiterbildung machen, werden nicht erfasst.

Wer gilt in Deutschland als arbeitslos?

Die Bundesagentur für Arbeit definiert Arbeitslosigkeit wie folgt: Eine arbeitslose Person ist beschäftigungslos, wenn sie weniger als 15 Wochenstunden arbeitet, als arbeitssuchend gilt und damit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehend, oder bei der Agentur für Arbeit als arbeitslos angemeldet ist.

Zudem gelten Regeln, die für die Definition „arbeitslos“ erfüllt sein müssen:

  • Die Personen dürfen nicht jünger als 15 Jahre sein.
  • Sie müssen ihren Wohnort in der Bundesrepublik Deutschland haben.
  • Sie müssen sich persönlich bei einem Jobcenter arbeitslos gemeldet haben.
  • Sie dürfen das Rentenalter noch nicht erreicht haben.
  • Studenten und Schüler werden nicht in die Statistik mit einberechnet.

Wie wird die Arbeitslosenquote in Deutschland berechnet?

Berechnet wird die Arbeitslosenquote mit folgender Formel: (Anzahl der Arbeitslosen / (Anzahl der Arbeitslosen + Anzahl der Erwerbstätigen)) x 100 = Arbeitslosenquote (in Prozent). 

Also ist die Arbeitslosenquote nicht nur von der Entwicklung der Anzahl der Arbeitslosen, sondern auch von der Zahl der Erwerbstätigen abhängig. Aus diesen Ergebnissen geht auch das Erwerbspersonenpotenzial hervor, das aus der maximalen Anzahl aller erwerbsfähigen Personen in Deutschland resultiert. Darunter fallen zum Beispiel registrierte Arbeitslose oder Menschen in Fortbildungsmaßnahmen.

Wie hat sich die Arbeitslosenquote in Deutschland seit 1995 entwickelt?

Im Jahr 1995 betrug die Arbeitslosenquote in Deutschland 9,4 Prozent, bis zum Jahr 2000 stieg sie auf bis zu 11,4 Prozent an. Nach der Jahrtausendwende waren in Deutschland nur noch 9,6 Prozent der potentiell Erwerbstätigen arbeitslos. In den kommenden Jahren bis 2003 hielt sich die Arbeitslosenquote bei unter zehn Prozent, stieg jedoch ab 2003 wieder kontinuierlich, bis sie 2005 einen Höchststand von 11,7 Prozent erreichte. Ab 2007 sank die Arbeitslosenquote trotz der aufkommenden weltweiten Finanzkrise.

In den frühen 2010er Jahren hielt sich die Arbeitslosenquote konstant zwischen sechs und sieben Prozent. 2017 unterschritt sie zum ersten Mal die Sechs-Prozent-Marke und sank bis 2019 sogar auf genau fünf Prozent.

Im Jahr 2020 erhebt die Bundesagentur für Arbeit eine steigende Arbeitslosenquote und setzt sie bei 5,9 Prozent an. Vor allem die noch immer um sich greifende Coronapandemie wirkt sich auf viele Berufsfelder, wie den Tourismus, Gastronomie oder darstellende Künste aus und kostete bereits viele deutsche Bürger den Job. Dennoch ist das Wachstum der Arbeitslosenquote mit etwa einem Prozentpunkt weitaus geringer als zunächst hätte erwartet werden können.

Gründe für die niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland während der Coronakrise

Aktuell zeichnet sich ab, dass die Coronakrise weiterhin einen erheblichen Einfluss auf den deutschen Arbeitsmarkt haben wird. So lag die Arbeitslosenquote im September mit 6,2 Prozent 1,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Allerdings wird der Arbeitsmarkt durch Maßnahmen der Bundesregierung geschützt. So mildern beispielsweise das Instrument der Kurzarbeit, sowie ein umfassendes Konjunkturpaket die Auswirkungen der Coronapandemie. Wie sich der Lockdown Light und das Virus selbst langfristig auswirken, wird sich aber erst im nächsten Jahr zeigen.

Tabelle der Arbeitslosenquote in Deutschland seit 1995

Jahr Arbeitslosenquote
2020          5,9 Prozent
2019          5,0 Prozent
2018          5,2 Prozent
2017          5,7 Prozent
2016          6,1 Prozent
2015          6,4 Prozent
2014          6,7 Prozent
2013          6,9 Prozent
2012          6,8 Prozent
2011          7,1 Prozent
2010          7,7 Prozent
2009          8,1 Prozent
2008          7,8 Prozent
2007          9,0 Prozent
2006        10,8 Prozent
2005        11,7 Prozent
2004        10,5 Prozent
2003        10,5 Prozent
2002          9,8 Prozent
2001          9,4 Prozent
2000          9,6 Prozent
1999        10,5 Prozent
1998        11,1 Prozent
1997        11,4 Prozent
1996        10,4 Prozent
1995          9,4 Prozent


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