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Arbeitsmarkt Wie Sie jetzt Ihren Job retten können

Die Finanzkrise schlägt auf den deutschen Arbeitsmarkt durch: Spätestens 2009 erwarten Experten sogar Kündigungswellen. 20 Tipps, wie Sie sich schon jetzt auf die Jobkrise vorbereiten und unentbehrlich machen können.

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Die Jobkrise kommt: Wie Sie sich vorbereiten können Quelle: Illustration für WirtschaftsWoche: Christoph Niemann

Jede Krise hat ihre Bilder. Manchmal sind sie dramatisch, wie die einstürzenden Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 in New York.

Manchmal sind sie auch ganz banal und zeigen Menschen in Schlips und Kragen, die mit ernsten Mienen Umzugskartons aus ihren Bürotürmen tragen. Wie am 15. September 2008, ebenfalls in New York. Der Tag, an dem Lehman Brothers, eine der größten Investmentbanken der Welt, Insolvenz anmeldete.

Für Schadenfreude ist in den kommenden Monaten jedoch keine Zeit. Längst beschränkt sich die Krise nicht mehr nur auf die Finanzbranche. Nach den Zusammenbrüchen einstiger Großbanken, die allein an der Wall Street rund 110.000 Menschen den Job gekostet haben, und Pleiten ganzer Länder wie Island, erreicht die Krise nun den deutschen Arbeitsmarkt. Langsam, aber mit noch unabsehbaren Folgen.

Die Wirtschaft hat darauf längst reagiert. Vor allem bei den Autobauern sind die Aussichten düster, sie legen ganze Werke still. Daimler schickt seine Mitarbeiter ab Anfang Dezember für fünf Wochen in den Zwangsurlaub, bei Opel liefen die Bänder schon im Oktober wochenlang nicht. Auch Ford und VW fahren die Produktion herunter und schicken Leiharbeiter nach Hause. Bis zu 20.000 Jobs könnten in der Fahrzeugbranche verloren gehen.

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    "Die Konjunktur ist im Keller"

    Auch in anderen Branchen bebt es gewaltig: Nur 5 von 30 Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (Dax) notiert sind, wollen noch Personal einstellen – bei 13 zeigen die Zeichen hingegen nach unten (siehe WirtschaftsWoche 43/2008). Selbst der Softwarekonzern SAP, der eigentlich neue Jobs schaffen wollte, schließt einen Stellenabbau nicht mehr aus und will alle Mitarbeiter zwischen Weihnachten und Neujahr in Zwangsurlaub schicken.

    „Spätestens im zweiten Halbjahr 2009 steigt die Arbeitslosigkeit an“, prognostiziert etwa Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA). Auch die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sagen in ihrem Herbstgutachten voraus, dass die Arbeitslosenquote 2009 von derzeit 7,4 auf 8,3 Prozent steigen könnte. Ende des kommenden Jahres werde es fast 400.000 Arbeitslose mehr geben.

    Keine Branche wird sich der fatalen Spirale aus Finanzkrise und Nachfragerückgang entziehen können

    „Die Konjunktur ist im Keller“, fasst ifo-Präsident Hans-Werner Sinn die Lage zusammen.

    Keine Branche wird sich der fatalen Spirale aus Finanzkrise und Nachfragerückgang entziehen können. Stellenabbau und Einstellungsstopp sind die unausweichliche Folge. Umso wichtiger, dass sich jeder schon heute auf die Arbeitsmarktkrise von morgen vorbereitet.

    Es ist nun einmal so: In schwierigen Zeiten fragen sich Vorgesetzte zuerst, auf welche Mitarbeiter sie im Zweifel verzichten könnten. Daher muss jeder seinem Chef gerade jetzt zeigen, dass er nicht Teil des Problems ist, sondern zur Lösung der Krise beitragen kann. Das oberste Ziel: sich möglichst unentbehrlich machen.

    Eine weitere Strategie kann es sein, jetzt in Abteilungen zu wechseln, die aller Voraussicht nach nicht oder kaum von der Krise betroffen sein werden. Und wenn alles nichts hilft, kann auch ein Jobwechsel – etwa mithilfe eines Headhunters – eine Chance sein. Welche Alternativen Sie haben und ob es Zeit für einen Jobwechsel ist, zeigen Ihnen die folgenden Strategien.

    Zeit für Optimisten - 20 Tipps wie Sie Ihren Arbeitsplatz absichern können.

    Kurzfristig

    1 Engagieren  Rund ein Drittel der Deutschen ist derzeit kaum engagiert, fand das Marktforschungsinstitut Psychonomics heraus. Bis zu 20 Prozent aller Erwerbstätigen sind sogar demotiviert. In Krisenzeiten wirkt das besonders fatal. Denn Arbeitseinsatz und Anwesenheit gelten nach wie vor als Indizien für Engagement. Wer jetzt also nur Dienst nach Vorschrift schiebt, landet garantiert auf der Abschussliste. Besser Sie legen – sichtbar – ein paar Überstunden ein und beharren auch nicht darauf, diese ausbezahlt zu bekommen. Motto: Wir sitzen alle in einem Boot – also leiste auch ich meinen Solidaritätsanteil. Sie müssen es damit ja nicht übertreiben.

    2 Netzwerken 60 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ziehen es vor, ohne Beziehungen Karriere zu machen, ergab eine Umfrage der Internet-Stellenbörse Monster unter 958 Erwerbstätigen. Das ist zwar ehrenwert, aber dumm. In Zeiten, da jeder um seinen Arbeitsplatz bangt, zählt erst recht ein stabiles Netz, das zu einer neuen Stelle verhelfen kann, Motto: „Ich kenne da jemanden, der jemanden kennt, der jemanden sucht.“ Dafür müssen Sie Ihr Netzwerk aber pflegen. Und zwar nicht erst dann, wenn die Entlassungswelle rollt – dann schreiben alle Panik-Mails. Melden Sie sich lieber heute bei früheren Kollegen und Kommilitonen. Tauschen Sie sich über private Dinge aus – und legen Sie so den Grundstein für später.

    3 Vermarkten

    Bescheidene Menschen mögen sympathisch sein – erfolgreicher sind die anderen: Eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater ergab, dass 28 Prozent falsche Bescheidenheit für einen der Karrierekiller halten. Umgekehrt: Laut einer Umfrage des Deutschen Führungskräfteverbands hält jeder dritte Manager gutes Selbstmarketing für den entscheidenden Erfolgsfaktor. Wenn Ihr Chef also nach seinen besten Leuten gefragt wird, sollte ihm Ihr Name einfallen. Wie das geht? Kümmern Sie sich um Themen und Projekte, die bisher niemand anpacken wollte, die aber für das Unternehmen wichtig sind. Bringen Sie neue Ideen ein, inspirieren Sie die Kollegen in Meetings, kurz: Verströmen Sie Euphorie. So werden Sie in Krisenzeiten zum wertvollen Unikat – von dem man sich nur ungern trennt.

    4 Sparen

    Bisher gingen Sie gerne auf Firmenkosten essen, flogen Business-Klasse, stiegen in besseren Hotels ab? Damit sollte jetzt Schluss sein. Aktuell müssen Sie dokumentieren, dass Sie unternehmerisch denken. Heißt: Kosten sparen, wo man kann. Versuchen Sie sich bei anstehenden Ausgaben zu disziplinieren – und falls Sie Abteilungsleiter sind: Disziplinieren Sie die Kollegen gleich mit. Sagen Sie Ihrem Arbeitgeber auch, wo er weitere Kosten sparen kann oder neue Einnahmequellen findet. Das erhöht indirekt Ihre Produktivität und schafft Mehrwert – auch für Ihren Marktwert.

    Vorübergehender Verzicht zeigt, dass Sie Teamspieler sind und nicht nur Ihr Wohl im Blick haben

    5 Schleimen

    Zugegeben: Schleimer sind etwas eklig. Dennoch ist Schleimen eine der erfolgreichsten Strategien. Das bestätigten etwa Chad Higgins von der Universität von Washington in Seattle und sein Kollege Timothy Judge von der Uni von Florida in Gainesville in einer Studie. Studenten, die den Personalverantwortlichen im Bewerbungsgespräch schmeichelten, bekamen häufiger einen Job als jene, die nur für ihre Kompetenzen warben.

    Chefs zu loben ist jedoch eine Kunst. Sobald er die Absicht dahinter spürt, verkehrt sich die Wirkung. Deshalb sollte Ihr Lob ehrlich sein, bleiben Sie bei den Fakten und übertreiben Sie nicht. Der zweite Trick: Seien Sie emotional. Echte Begeisterung erhöht die Glaubwürdigkeit des Laudators. Drittens: Verzichten Sie auf sämtliche Einschränkungen. Jeder Schönheitsfleck degradiert das Lob zur Fassade.

    6 Lächeln Warum ist eine Depression schlimmer als eine Rezession?

    In einer Rezession verliert nur der Kollege den Job... Derlei zynische Witze kursieren gerade zuhauf. Angesichts des Unheils sind solche Scherze naheliegend, aber gefährlich. Wer jetzt den Miesepeter gibt, verstärkt die schlechte Stimmung. Gutgelaunte dagegen erhöhen die Produktivität: Fröhliche Kollegen machen durchschnittlich 17,5 Verbesserungsvorschläge, Griesgrame nur 8,4, ermittelte das Marktforschungsinstitut Ifak.

    Wie sehr gute Laune nützt, hat auch Alice Isen, Psychologieprofessorin der Cornell-Universität in Ithaca, New York, herausgefunden: Gut gelaunte Mitarbeiter sind nicht nur beliebter, sie werden sogar häufiger befördert. Deshalb: Lächeln Sie! Das hebt bei allen die Stimmung – auch Ihre: Dem Gehirn ist es egal, ob wir aus Freude oder grundlos lächeln. Die daran beteiligten Muskeln signalisieren den grauen Zellen, dass gegrinst wird, woraufhin diese Glückshormone freisetzen. Die wirken motivierend, schmerzstillend, angstlösend.

    7 Entspannen

    75 Prozent der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich übermäßig belastet, so eine Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK.

    Das war allerdings vor der Finanzkrise. Inzwischen dürfte der Druck gestiegen sein. Versuchen Sie dennoch gelassen zu bleiben. Erst im Sturm zeigt sich, welcher Charakter souverän ist. Und Ihrem Vorgesetzten beweisen Sie so, dass er auf Sie zählen kann, während bei anderen schon die Nerven blank liegen. Mancher hat sich so schon für Führungsaufgaben empfohlen.

    8 Verzichten 

    Bei der letzten Gehaltserhöhung sind Sie übergangen worden? Weihnachtsgeld fällt aus?

    Und der Dienstwagen hat das Klassenziel nicht erreicht? Ärgerlich, das – maulen sollten Sie trotzdem nur vorsichtig. Wer für den Arbeitgeber teurer wird, erhöht das Sparpotenzial falls man ihn feuert. » Vorübergehender Verzicht wiederum zeigt, dass Sie Teamspieler sind und nicht nur Ihr eigenes Wohl im Blick haben. Womöglich denkt Ihr Chef auch gerade darüber nach, auf was er verzichten kann. Ganz oben auf der Liste landen meist notorische Forderer.

    Buckeln Sie bei strittigen Fragen vor dem Chef

    9 Benehmen

    Ganze 96 Prozent der Führungskräfte halten gute Manieren im Beruf für „enorm wichtig“, so eine Umfrage der Düsseldorfer Personalberatung LAB.

    Zugleich sehen sie einen direkten Zusammenhang zwischen gutem Benehmen und persönlichem Erfolg. Mehr noch als gute Tischmanieren sind damit Tugenden wie Pünktlichkeit, Disziplin oder Ordentlichkeit gemeint.

    Die schätzen Chefs vor allem:  Wer morgens rechtzeitig und tipptopp vorbereitet im Meeting erscheint, seine Berichte akurat aufbereitet und auch mit dem Sonnenuntergang nicht sofort den Stift fallen lässt, sammelt jetzt Pluspunkte.

    10 Ausgleichen

    Krisenzeit ist Konfliktzeit. Wenn die Aussichten düster sind und die ersten den Job verlieren, steigt die Gefahr, zu mobben oder gemobbt zu werden. Hier sollten Sie eine klare Grenze ziehen und fair bleiben.

    Wer sich aus Kleinkriegen raushält und versucht, die Rolle des Mediators einzunehmen, arbeitet dem Büroklimawandel entgegen und beweist Charakterstärke.

    Zu offenen Konflikten gesellen sich meist aber auch innere: Buckeln Sie bei strittigen Fragen vor dem Chef – oder schlagen Sie sich auf die Seite des Kollegen, der eigentlich recht hat?

    Stärken Sie einem Mitarbeiter, der auf der Kippe steht, noch den Rücken – oder halten Sie still, um keine Sippenhaft zu riskieren? Bei solchen Fragen gilt die Maxime: Verhalten Sie sich so, wie Sie es sich auch von den Kollegen wünschen würden.

    Kein Chef wird Sie feuern, weil Sie einen Fehler machen

    Mittelfristig

    11 Schweigen

    In Krisenzeiten läuft der Flurfunk heiß, auf den Büroetagen wird dann viel über die Unternehmenslage und den Subtext in der Geschäftsleitungsprosa diskutiert.

    Gegen gelegentlichen Klatsch ist nichts einzuwenden, er kann sogar die Produktivität erhöhen und Stress abbauen, wie die Arbeitspsychologin Kathryn Waddington von der City Universität London herausfand.

    Je häufiger das Gerücht aber weitergetratscht wird, desto spektakulärer wird die Erzählung, auch bekannt als Stille-Post-Phänomen. Panikmacher sind in schweren Zeiten aber nicht willkommen.

    Und wer erst den Ruf einer verorteten undichten Stelle genießt, landet auf der Abschussliste. Deshalb: Beschränken Sie sich in den Plauderrunden möglichst auf das Zuhören.

    12 Lernen

    Kein Chef wird Sie feuern, weil Sie einen Fehler machen. Ernster wird die Lage erst, wenn Sie diesen Fehler immer wieder begehen. Besteht bei Ihnen Wiederholungsgefahr?

    Dann fertigen Sie sich eine Liste mit bereits monierten Fauxpas an. Merken Sie sich, welche Fehltritte Ihren Chef besonders verärgern – und tun Sie Ihr Bestes, diese zu vermeiden. Und falls Sie doch einen Listenfehler begehen, dann stehen Sie dazu. Schönfärber stehen automatisch im Verdacht, auch Schlimmeres zu vertuschen.

    Strengen Sie weniger an!

    13 Erleichtern

    Strengen Sie weniger an! Nicht: Strengen Sie sich weniger an, sondern machen Sie weniger Mühe. Es gibt Mitarbeiter, die zapfen einem das letzte bisschen Kraft aus dem Leib. Ganz vorn dabei: die Denkfaulen.

    Das sind Kollegen, die durchaus gute Ideen haben, dann aber müde werden, sie auszureifen. Diese Leute mögen beste Absichten haben. Weil sie aber Unausgegorenes zurücklassen, sind sie eher Teil des Problems als Teil der Lösung. Sie sind wie Kinder, die sich einen Hund wünschen, ohne darüber nachzudenken, wer hinterher Gassi geht, den Tierarzt bezahlt und sich im Urlaub darum kümmert.

    Wer sich selbst einen Gefallen tun will, sollte seine Krisenhilfsprojekte zu Ende analysieren, bevor er sie vorschlägt. Perfekt muss es nicht sein – aber die wichtigsten Einwände sollten Sie berücksichtigen.

    14 Helfen

    Sie haben das Projekt eines Kollegen übernommen, weil der damit heillos überfordert war? Lobenswert! Nicht aber, falls Sie das Ihrem Chef umgehend und unverblümt mitteilen.

    Kein Vorgesetzter sieht es gerne, wenn jemand Kollegen in den Schatten stellt, um selber heller zu strahlen. Unfairer Umgang im Arbeitsalltag ruiniert nicht nur das Betriebsklima, sondern auch das Vertrauen des Chefs in Ihren Charakter. Wenn überhaupt, stellen Sie den Erfolg des Projekts hinterher als Teamarbeit heraus – und loben Sie den Kollegen mehr als sich selbst!

    Nichts wirkt nachhaltiger und negativer auf Ihr Image als Produktenttäuschung

    15 Ablehnen

    Nichts wirkt nachhaltiger und negativer auf Ihr Image als Produktenttäuschung.

    Wenn die Zeiten schwerer werden, wird zwar meist mehr von der Belegschaft verlangt. Doch sollten Sie dabei nie mehr versprechen, als Sie halten können. Die Kunst ist, im aufkommenden Aktionismus produktiv zu bleiben und Chefs, die mit ständig neuen Sonderaufgaben drängen, diplomatisch abzuweisen.

    Wer schroff kontert, à la „Dafür habe ich keine Zeit“, hinterlässt einen schlechten Eindruck. Das grenzt an Arbeitsverweigerung. Besser: freundlich begründen, warum Sie es heute nicht schaffen.

    Noch besser: sofort einen Kompromiss anbieten, Motto: „Mache ich gerne, aber dafür müsste dann Projekt XY noch etwas warten.“

    16 Nachfragen

    Wer nicht fragt, erfährt auch nichts. Noch schlimmer daran: Der Stumme signalisiert immer auch mangelndes Interesse. Vor allem von jungen Arbeitnehmern wird erwartet, dass sie durch Elan glänzen. Sie sollten sich daher regelmäßig über die Unternehmensentwicklung informieren und nachhaken, ob und wo sie mithelfen können.

    Achten Sie aber auf die richtige Dosis: Selbst engagierte Mitarbeiter können ein Unternehmen belasten, wenn sie für ihre Arbeit zu viele Ressourcen beanspruchen. Wenn Sie vor Ideen nur so sprühen und Ihrem Chef jeden Fortschritt mitteilen, erhöht das einerseits Ihre Sichtbarkeit (was gut ist). Es senkt aber zugleich die Produktivität des Chefs. Denn der hat auch noch einen Job und nicht bloß Zeit für Tausendsassas.

    Wer nicht fragt, erfährt auch nichts

    Langfristig

    17 Weiterbilden 

    Wirtschaftskrisen sind Übergangszeiten, in denen sich manche Berufsbilder, aber auch ganze Branchen transformieren können.

    Ihr eigenes Berufsprofil sollten Sie jetzt kontinuierlich im Blick haben – erst recht, falls Sie unsicher sind, ob Ihr heutiger Job morgen noch gefragt sein wird. Die beste Prophylaxe vor Jobverlust ist Weiterbildung: 90 Prozent der Arbeitgeber halten sie für essenziell, so das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im August.

    Konzentrieren Sie sich dabei nicht nur auf die Klassiker, wie Fremdsprachen, IT-Kurse oder ein Rhetorik-Seminar. Versuchen Sie vielmehr Fähigkeiten für den Job zu erlernen, den Sie künftig machen wollen (oder der künftig gefragt ist) – etwa Führungsaufgaben wahrnehmen.

    Durch die Extra-Lernschichten in der Freizeit beweisen Sie Ehrgeiz und Durchhaltewillen. Das unterstützen Vorgesetzte sogar: 72 Prozent der Personalchefs gaben in der Forsa-Umfrage an, private Weiterbildungen zu fördern – durch Kostenübernahme oder mehr Urlaubstage.

    Mentoring ist die Königsdisziplin der Kollegialität

    18 Aussitzen

    Gehen Sie einen Schritt weiter: Bevor Sie sich mit der Krise plagen, nehmen Sie sich eine Auszeit, ein Sabbatical, und absolvieren Sie entweder einen MBA oder promovieren Sie.

    Das hat gleich drei Vorteile: Ihr Arbeitgeber spart unmittelbar Personalkosten, Sie selbst ersparen sich die aufreibenden Grabenkriege im Büro, gleichzeitig steigern Sie mit dem Abschluss Ihren Marktwert.

    Wenn Sie nach einem oder zwei Jahren zurückkehren, ist das Schlimmste hoffentlich überstanden, und Sie stehen qualifizierter da als zuvor. Sogar unabhängig vom Arbeitgeber: Sollte es Ihnen dort nicht mehr gefallen, können Sie sich mit dem Titel auch woanders bewerben. Talente werden immer gebraucht.

    19 Entwickeln

    Aber nicht Sie sich, sondern andere. Mentoring ist die Königsdisziplin der Kollegialität. Dabei bieten Sie Ihren Erfahrungsschatz und Ihr Wissen meist jüngeren Kollegen an.

    Die dürfen Sie dann bei wichtigen Konferenzen und Verhandlungen begleiten oder aber bei eigenen Problemen um Rat fragen. Der Effekt: Sie leisten einen wichtigen Teil zur Personalentwicklung, bauen parallel ein Netzwerk auf und machen sich unentbehrlicher.

    Viele schaden ihrer Karriere mit chronischer Schwarzmalerei

    20 Aufmuntern

    Selbst wenn Ihnen nicht danach zumute ist, bleiben Sie positiv eingestellt.

    Viele schaden ihrer Karriere mit chronischer Schwarzmalerei. Die US-Wissenschaftler Tiziana Casciaro und Miguel Sousa Lobo fanden heraus, dass Vorgesetzte wichtige Aufgaben eher an die Mitarbeiter vergeben, die ihnen sympathisch sind, als an solche, die sie für kompetent halten.

    Wenn Sie im Büro also ständig nur Pessismismus verbreiten, könnten Prestigeprojekte an Ihnen vorbeiziehen – und damit die Chance, sich zu einer tragenden Säule im Unternehmen zu entwickeln.

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