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Auslandsüberweisung Wie überweise ich Geld ins Ausland?

Quelle: imago images

Klamotten aus den USA bestellen oder ein Haus in Schweden mieten kann schnell teuer werden. Wir zeigen, was bei der Auslandsüberweisung zu beachten ist.

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Im Jahr 2020 wurden aufgrund der Coronakrise so viele Online-Bestellungen getätigt wie nie zuvor – der Onlinehandel auf Amazon und Co. boomt durch die weltweite Pandemie. So kaufen aktuell 77 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland online ein. 

Dabei kann es vorkommen, dass Bestellungen aus dem Ausland geliefert werden – und Sie Geld ins Ausland überweisen müssen. Doch wann fallen Kosten für eine solche Auslandsüberweisung an? Und was passiert, wenn Sie in einer anderen Währung als dem Euro zahlen müssen? Wir zeigen, was beim Überweisen ins Ausland zu beachten ist und welche zusätzlichen Kosten auf Sie zukommen könnten.

Auslandsüberweisung: Kosten, Dauer und Tipps im Überblick

Wie viel kostet die Auslandsüberweisung?

Grundsätzlich sind Überweisungen im SEPA-Raum kostenfrei, doch auch hier können Gebühren auf Sie zukommen. Sollte ein Betrag beispielsweise nicht in Euro überwiesen werden oder die Höhe der Überweisung die Grenze von 50.000 Euro überschreiten, können zusätzliche Gebühren anfallen. Diese Kosten fallen auf denjenigen zurück, der die Überweisung tätigt.

Banken können außerdem Gebühren verlangen, wenn auf der Überweisung Angaben fehlen oder diese fehlerhaft waren. Dies wird mit höherem Verwaltungsaufwand begründet.

Wann ist die Auslandsüberweisung umsonst?

Im sogenannten SEPA-Zahlungsraum sind Überweisungen meistens gänzlich kostenlos. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Überweisende und der Empfänger beide über ein Bankkonto bei einem Geldinstitut innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der EU verfügen. Dann können Beträge unter 50.000 Euro kostenfrei innerhalb eines Landes sowie auch im SEPA-Raum überwiesen werden. 

Wie funktioniert eine Auslandsüberweisung?

Inzwischen werden für die SEPA-Überweisung ins Ausland nur noch wenige Angaben gefordert. Selbstverständlich müssen Sie den Namen des Empfängers angeben, damit das Geld die richtige Person erreicht. Es ist zudem die internationale Bankkontonummer (IBAN) und der Bank Identification Code (BIC) erforderlich. Beide sind auf Ihrer EC- oder Giro-Karte zu finden. Statt Ihres BIC können Sie auch den Swift Code des Empfängers angeben. Außerdem wird eine Angabe für den Verwendungszweck benötigt. 

Genau wie eine normale Überweisung können Sie die SEPA-Überweisung ganz einfach über das Onlinebanking Ihres Geldinstituts in Auftrag geben. Alternativ ist eine Überweisung auch über den Selbstbedienungsschalter oder ein Formular in Ihrer Bankfiliale möglich.

Wie lange dauert eine Auslandsüberweisung?

Tätigen Sie eine Überweisung innerhalb des SEPA-Raumes, so dauert es normalerweise bis zu vier Arbeitstage, bis das Geld auf das entsprechende Konto überwiesen wurde. Außerhalb des SEPA-Raumes kann eine Überweisung von einem Land ins andere jedoch deutlich länger dauern als vier Tage.

Innerhalb Deutschlands dauert eine Überweisung nur etwa einen Arbeitstag. Zusätzlich bieten manche Banken an, das Geld mit einer sogenannten Echtzeitüberweisung zu transferieren. Hier ist das Geld sogleich auf dem Konto des Empfängers. 

Welche zusätzlichen Kosten fallen bei der Auslandsüberweisung an?

Sowohl für Überweisungen in einer anderen Währung als Euro, als auch für Überweisungen außerhalb des SEPA-Raumes können zusätzliche Kosten anfallen. Diese Gebühren werden entweder von Ihrem eigenen Kreditinstitut oder der Bank des Empfängers erhoben.

Ein Überblick:

  • Überweisungsgebühren: Außerhalb des SEPA-Raumes fallen für eine Überweisung ins Ausland SWIFT-Gebühren an. Sie unterscheiden sich je nach Kreditinstitut und sollten im Vorfeld abgeklärt werden. In der Regel belaufen sich die Gebühren auf fünf bis zehn Prozent der Überweisungssumme.
  • Fremdwährungsgebühren: Weil die Überweisung in einer fremden Währung als Devisenhandel angesehen werden kann, ist es der Bank möglich Kosten für den An- und Verkauf von Devisen zu berechnen.
  • Wechselkursgebühren: Es kann passieren, dass der Wechselkurs der Währungen schlecht ist. In diesem Fall kostet eine Überweisung ebenfalls mehr. Vor der Überweisung in ein Land außerhalb des SEPA-Raums sollten sie deshalb mehrere Banken und Wechselkurse miteinander vergleichen. 

Wer trägt die Kosten, wenn bei der Überweisung ins Ausland Gebühren anfallen?

Vor der Überweisung sollte möglichst geklärt sein, wer die Kosten für sie trägt. Dabei kommen drei Möglichkeiten in Frage, die sie im Überweisungsformular angeben müssen:

  • OUR - sender pays cost: Als Überweisender übernehmen Sie sämtliche Kosten der Überweisung. 
  • BEN - benificiary pays costs: Hier muss der Empfänger die Kosten für die Auslandsüberweisung tragen.
  • SHARE - shared costs: Bei dieser Variante teilen sich der Überweisende und der Empfänger die Kosten. 

Meldepflicht für Auslandsüberweisungen

Egal ob für Ihre Auslandsüberweisung Gebühren anfallen, sobald sie mehr als 12.500 Euro beträgt muss sie im Rahmen des Außenwirtschaftsverkehrs (AWV) gemeldet werden. Sie können der Bundesbank entweder per Telefon oder durch das Ausfüllen des entsprechenden Online-Formulars die Überweisung melden. Die Bundesbank benötigt Ihre Angaben für statistische Zwecke und bei einer versäumten Mitteilung kommen möglicherweise weitere Gebühren hinzu.

Tipps zum Kostensparen bei Auslandsüberweisungen

Die einfachste Methode ist nicht über Ihre Hausbank Geld ins Ausland zu überweisen, sondern einen anderen Anbieter zu nutzen. Oftmals bieten sie günstigere Überweisungen ins Ausland an und nutzen bessere Wechselkurse, sowie ein System verschiedener Konten im In- und Ausland, um die Überweisungsgebühren so gering wie möglich zu halten.

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