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Birkenstock und Adilette Promis stehen auf deutsche Sandalen

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Erfolge im Ausland

Auch die Liste der prominenten Fans liest sich illuster: Die Hollywood-Schauspielerin Julianne Moore schätzt den Zehentrenner Gizeh, auch ihr Kollege Leonardo di Caprio und Rapper Jay-Z wurden schon mit Birks am berühmten Fuß gesichtet. Für den Tragekomfort mussten sie übrigens selbst bezahlen. „Wir schicken den Promis keine Gratismodelle, die kaufen sich ihre Lieblingsmodelle tatsächlich selbst“, sagt ein Sprecher des Unternehmens.

Wer solche Kunden hat, dürfte eigentlich kein Problem haben.

Das Berliner Unternehmen Trippen dürfte den meisten Lesern dennoch unbekannt sein. Anders als die Promis, die auf den extravaganten Lederschuhen herumlaufen: Ob „R.E.M.“-Sänger Michael Stipe oder die Schauspieler Jude Law und Tilda Swinton. Außerdem hat Trippen eine Reihe von Filmproduktionen mit Schuhen ausgestattet, etwa „Die Tribute von Panem“ oder „Star Trek“.

Die umsatzstärksten Modehändler der Welt

Mehr Avantgarde und Glamour geht kaum. Trotzdem tut sich der deutsche Markt schwer mit den Schuhen. 100.000 Paar verkauft das Unternehmen Trippen pro Jahr – etwa 80 Prozent davon im Ausland. „Asien ist unser größter Markt“, sagt Geschäftsführer Michael Oehler. „Die Kunden dort haben ein großes Bewusstsein für hochwertiges Design in Kombination mit Qualität, Langlebigkeit und – ganz wichtig – Komfort “, sagt er. Vor allem in Japan funktioniert diese Kombination ausgezeichnet. Rund 30 Prozent setzt Trippen dort ab.

Doch wer wie auf Wolken laufen will, zahlt mitunter modisch einen hohen Preis. Einen Trippen-Schuh muss man lieben, ansonsten bleibt nur der Hass.

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Ähnliches gilt für das Modell „Der Feine“, dem Klassiker des Unternehmens Bär aus dem baden-württembergischen Bietigheim-Bissingen. Geformt wie eine Birne, mit viel Freiraum für die Zehen – seit 1982 werden die Treter vom Industriekaufmann Christian Bär und seiner Frau Hilke verkauft. Besonders wichtig: der französische und japanische Markt, dorthin gehen jeweils knapp zehn Prozent der produzierten Schuhe. „Die deutschen Tugenden, die sich in unseren Produkten und der Firmenphilosophie widerspiegeln, genießen im Ausland ein hohes Ansehen“, sagt Sebastian Bär, Sohn des Gründers und im Unternehmen zuständig für Marketing und Vertrieb.

Doch das Unternehmen profitiert auch vom demografischen Wandel. Die meisten Bär-Kunden sind über 50 Jahre alt. Altkanzler Helmut Kohl zum Beispiel schwört auf die Schuhe. Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann lässt sich sein Modell alle zwei Jahre neu besohlen. In Frankreich hingegen wurden die Schuhe schon an Schauspieler Jean-Claude Belmondo gesehen. Und in Japan bekennt sich zum Bär-Schuh gar der Mode-Kolumnist Takanori Nakamura, in Deutschland stiltechnisch etwa mit Wolfgang Joop vergleichbar.

Joop im Birnenschuh? Undenkbar. Auch dieser Deutsche bevorzugt nichtheimische Schuherzeugnisse – und trägt am liebsten Budapester.

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