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Business-Plattform richtig nutzen Die hohe Kunst des perfekten Xing-Profils

Die meisten Deutschen sind in sozialen Medien unterwegs, doch nicht alle beherrschen die Feinheiten des Online-Netzwerkens Quelle: imago images

Die Businessportale gehören für viele Berufstätige zum Joballtag. Mit welchen Kniffen man sein Profil auf Xing und LinkedIn optimiert.

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Egal ob Berufseinsteiger oder erfahrene Führungskraft, um einen Auftritt in den Karrierenetzwerken Xing oder LinkedIn kommt heute kaum ein Arbeitnehmer herum. 14 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Konto bei Xing; beim US-Rivalen LinkedIn sind es mit 13 Millionen – inklusive Österreich und der Schweiz – nur unwesentlich weniger.

Natürlich braucht nicht jeder Deutsche gleich jene knapp 76.000 Xing-Kontakte, auf die es Alexis Eisenhofer, der Superstar der Businessplattform, bringt. Doch kann auch ein kleineres, gut gepflegtes Netzwerk wichtige Vorteile im Job und für die Karriere bringen. 

Wer sein Profil professionell gestalten und sich erfolgreich auf den Plattformen vernetzen will, sollte die folgenden Faustregeln beachten:

1. Professioneller Auftritt

Eigentlich selbstverständlich, aber doch sehr häufig missachtet: Das Profil sollte vollständig und vor allem aktuell sein. „Nichts ist peinlicher, als etwa den aktuellen Arbeitgeber nicht einzutragen“, sagt Katja von der Burg, die als Chefin der Online-Marketingagentur Projecter in Leipzig den Auftritt von Unternehmen in den Karrierenetzwerken betreut. Dazu gehört in ihren Augen auch und gerade ein gutes Profilbild: „Das muss nicht das Foto aus der letzten Bewerbung sein, sondern darf ruhig etwas mehr Individualität zeigen“, rät von der Burg, „aber eben auch nicht der Strand-Schnappschuss aus dem letzten Urlaub.“

2. Netzwerk aufbauen

Bei Xing und LinkedIn geht es unter anderem darum, passende Kontakte zu finden und so sein Netzwerk aufzubauen. „Bei Profilen mit fünf Kontakten geht der Schuss in der Außendarstellung nach hinten los und es wird wieder peinlich“, sagt von der Burg. „Niemand erwartet 2387 Kontakte, aber eine der Position angemessene Zahl sollte es schon sein.“

Wichtig bei der Ansprache: Massenmails und Anfragen im Stil von „Ich habe da Synergien festgestellt“ mag niemand. „Mein Rat: Sich mit allen vernetzen, die man im echten Leben kennengelernt hat“, sagt Felix Beilharz, Social-Media-Experte aus Köln, der Vorträge zum Thema hält und Unternehmen berät. „Und dann überlegen, zu wem man darüber hinaus Kontakt aufbauen will und warum.“ In den meisten Fällen ist in seinen Augen eine kurze Nachricht zur Kontaktanfrage sinnvoll, die individuell den Grund für die Kontaktaufnahme erklärt.

3. Profil schärfen

Auf LinkedIn und Xing spielen neben den Kontakten vor allem Inhalte wie Fremdartikel, eigene Blogbeiträge bis hin zu Videos – allerdings im professionellen Umfeld – eine große Rolle. Dinge, die man teilt, sollten professioneller als auf Facebook ausfallen, sie müssen deshalb aber noch lange nicht trocken oder steif sein. „Die hohe Kunst ist, sich im professionellen Umfeld trotzdem als Mensch und reale Person darzustellen, die nicht nur aus Zahlen, Daten und Fakten besteht“, sagt Berater Beilharz. „Das Bild vom Badesee ist vielleicht nicht angebracht, das ungewöhnlich geschossene Selfie vom letzten Meeting dagegen vielleicht schon.“

Nutzer sollten Xing und LinkedIn zudem nicht nur als Adressbuch, sondern als soziale Netzwerke betrachten – das heißt: „Beiträge anderer Nutzer liken und kommentieren, eigene Inhalte teilen und den Unternehmensblog oder eigene Quellen verknüpfen“, sagt Projecter-Chefin von der Burg. „Der Algorithmus der Netzwerke wird es danken.“ Den der funktioniert so, dass Beträge mit hoher Aktivitätsrate automatisch bei mehr Kontakten angezeigt wird – das wiederum steigert die Sichtbarkeit des Profils im jeweiligen Netzwerk. Überdies schärfen Inhalte, die zur eigenen Tätigkeit und Profession passen, die eigene Positionierung – so können Nutzer mittelfristig eine Marke in den Karrierenetzwerken aufbauen.

4. Möglichkeiten ausschöpfen

Sowohl Xing als auch LinkedIn bieten die Möglichkeit, sich in Gruppen zu engagieren. „Das kann durchaus sinnvoll sein, um Reichweite und Expertenstatus aufzubauen oder auch spannende potenzielle Kundenkontakte zu entdecken“, sagt Felix Beilharz.

Bei LinkedIn gibt es überdies die Möglichkeit, sich Empfehlungen aussprechen zu lassen, das Profil optisch aufzuhübschen und bei Fotos einen Beschreibungstext zu hinterlegen. „Das sollte man unbedingt nutzen, denn dann hebt sich das eigene Profil schnell von der Masse ab“, sagt Katja von der Burg.

5. Geduld aufbringen

Professionelles Netzwerken zahlt sich erst langfristig aus – daher müssen Nutzer Geduld aufbringen und regelmäßig auf den Plattformen aktiv sein. Zudem führen Xing und LinkedIn regelmäßig neue Funktionen ein oder ändern Felder und Einstellungen des Profils. „Das führt dazu, dass vielleicht manche Inhalte nicht mehr dargestellt werden oder die Darstellung nicht mehr so aussieht wie vorher“, sagt der Social-Media-Profi Beilharz. „Es lohnt sich also, alle paar Wochen mal über das Profil zu schauen und zu prüfen, ob noch alles top aussieht.“

Mehr zum Thema: Alexis Eisenhofer verfügt über so viele Bekanntschaften auf der Businessplattform Xing wie kein anderer. Ein Besuch bei ihm lehrt, wie ein funktionierendes Onlinenetzwerk im Job entsteht – und wo die Grenzen solcher Kontakthalden liegen.

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