Checkliste Tipps zur Wahl des richtigen Coaches

Drum prüfe, wer sich bindet. Tipps rund um die Auswahl des richtigen Coaches.

Der Wegweiser Quelle: Foto: aboutpixel.de/Ralf Nitschke

Recherche. Die Personalentwickler in den Unternehmen haben inzwischen einen guten Überblick über den Coachingmarkt und arbeiten meist mit einem festen Pool von handverlesenen Coachs zusammen. Im Top-Management dagegen finden die Kunden ihren Coach fast ausschließlich über Empfehlungen. Das ist ohnehin eine der besten Quellen: Fragen Sie die Leute in Ihrem Umfeld – Personaler, Vorgesetzte, Kollegen, Bekannte –, die bereits Erfahrungen mit einem Coach gemacht haben. Erste Orientierung bieten aber auch Datenbanken im Internet: Seriös sind zum Beispiel www.coach-datenbank.de , www.coach-gutachten.de und www.coachingportal.de.

Referenzen. Seriöse Anbieter können nachprüfbare Referenzen nennen. Meist sind das Personalentwickler in den Unternehmen. Obacht bei Zertifikaten: Im deutschsprachigen Raum gibt es rund 330 Institutionen, die Coachs ausbilden und über 20 Verbände, die teils eigene Standards propagieren. Gute Coachs haben sich meist auf bestimmte Branchen und Themen spezialisiert. Fragen Sie aber auch, ob sich der Coach selbst regelmäßig von einem Experten beraten lässt.

Ausbildung. Achten Sie auf die Qualifikation des Coachs. Er sollte mindestens 30 Jahre alt sein, ein Hochschulstudium, ideal sind Wirtschaftswissenschaften und Psychologie, sowie eine 12- bis 15-monatige Coachingausbildung absolviert haben. Zudem sollte er mindestens drei Jahre Berufserfahrung mitbringen und sich in der Wirtschaft auskennen. Jemand, der noch nie ein Unternehmen von innen gesehen hat, wird Ihre Probleme womöglich nur schwer verstehen.

Methoden. Top-Coachs sind in der Lage, verschiedene Perspektiven einzunehmen und unterschiedliche Methoden anzuwenden. Ein guter Coach versteht es, verschiedene Gesprächstechniken passend zur Situation einzusetzen. Sätze wie „Wenn Sie Karriere machen wollen, müssen Sie...“, haben dabei nichts zu suchen. Gute Coachs bilden sich regelmäßig weiter, auch das sollten sie dokumentieren können.

Vorgespräch. Üblich ist ein kostenloses Vorgespräch mit dem Coach. Vorsicht: Scharlatane laden gern zu unverbindlichen Schnuppersitzungen und stellen diese in Rechnung, falls kein Auftrag folgt. Dagegen gibt es kaum eine juristische Handhabe, weil Sie vor Gericht nur schwer nachweisen können, nicht beraten worden zu sein. Sympathie ist für den weiteren Prozess essenziell. Bitten Sie den Coach auch, einen beispielhaften Prozess zu schildern. So sehen Sie konkret, wie er arbeitet und ob Ihnen das gefällt.

Kosten. Unterschreiben Sie nie einen Vertrag beim Erstkontakt. Erst recht nichts, das eine Mindeststundenanzahl festschreibt. Seriöse Anbieter gewähren Bedenkzeit. Bezahlt wird ohnehin nur die beanspruchte Beratung. Üblich sind Stundensätze zwischen 100 und 200 Euro. Eine Sitzung dauert zwischen drei Stunden und einem Tag. Im Top-Management werden allerdings Tagessätze ab 1000 Euro verlangt. Fixieren Sie also unbedingt schriftlich die Honorare für Einzelsitzungen.

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