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Christoph Sieder Warum Lanxess in Philosophie investiert

Der Kommunikationschef des Spezialchemieunternehmens Lanxess über das Philosophiefestival Phil. Cologne und den Sinn von Kultursponsoring.

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Christoph Sieder, der gebürtige Österreicher ist seit Juli 2004 Kommunikationschef des Spezialchemiekonzerns Lanxess Quelle: Presse

Herr Sieder, Lanxess ist alleiniger Sponsor der Phil. Cologne, des Internationalen Festivals für Philosophie, das vom 26. Bis 30. Juni in Köln stattfindet. Was haben Sie sich bei diesem Engagement gedacht?

Wir glauben, dass es unserem Unternehmen gut ansteht, wenn es eine Veranstaltung unterstützt, die sich mit so wichtigen Fragen wie der „Zukunft der Arbeit“ oder dem „Rhythmus des guten Lebens“ auseinandersetzt. Kultur und Bildung stehen seit der Gründung des Unternehmens vor knapp zehn Jahren im Fokus seines gesellschaftlichen Engagements. Und als wir uns 2008 entschlossen, den Konzernsitz von Leverkusen nach Köln zu verlegen, haben wir Ausschau gehalten nach kulturellen Leuchttürmen in der Stadt. Da sind wir rasch auf zwei Projekte gestoßen: Die Kölner Philharmonie und die Lit. Cologne. Wir sind jetzt im fünften Jahr Partner des größten Literaturfestivals Europas und freuen uns, bei der kleinen Schwester Phil. Cologne Geburtshelfer spielen zu können.

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    Aber das ganz große Publikum können Sie mit Philosophie kaum erreichen.

    Warten wir doch mal ab. Als die Macher der Phil. Cologne mit ihren Ideen zu uns kamen, merkten wir schnell, dass das eine tolle, unterstützenswerte Initiative ist. Und die Vorverkaufszahlen beweisen ja auch eindrucksvoll, dass die Veranstaltungen keineswegs unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werden. Manche sind sogar ausverkauft. Offenbar trifft die Phil. Cologne mit ihrem Programm einen Nerv. In Zeiten, in denen die Menschen nach Wertorientierung suchen, wenden sie sich wieder philosophischen Fragestellungen zu.

    "Auch im Unternehmen gibt es philosophische Fragestellungen"

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    Kupferstich, auf dem der Philosoph Boethius zu sehen ist Quelle: dpa
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    Foto Trinkbecher Quelle: dpa
    Divide et impera -Teile und herrsche.Dieser weise Rat an alle Machthaber kommt nicht aus der Antike und auch nicht von Macchiavelli (obwohl er zu ihm passen würde), sondern ist vermutlich eine Latinisierung eines Ausspruchs des französischen Königs Ludwig XIV.: „Diviser pour régner.“ Quelle: dpa

    Merken Sie auch in Ihrem Unternehmen etwas davon?

    Durchaus, nehmen Sie nur die Frage: Was bestimmt den Wert der Arbeit? Was definiert den zufriedenen Mitarbeiter? Die Erfahrung der vergangenen Jahre mit etlichen Restrukturierungsmaßnahmen zeigen uns, dass das nicht nur monetäre Fragen sind. Da spielen auch andere Aspekte hinein:  Was sind die bestimmenden Werte in einem Unternehmen? Will es den eigenverantwortlichen, mündigen Mitarbeiter? Welches Maß an Freiheit und Kontrolle ist ihm zumutbar? Lauter Fragen, die auch eine philosophische Dimension haben. Insofern ist es sehr gut für uns, bei der Phil. Cologne dabei zu sein.

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      Es fällt auf, dass ökonomische Themen im Programm kaum eine Rolle spielen. Könnten Sie sich vorstellen, dass in Zukunft auch einmal ein deutscher Konzernvorstand bei der Phil. Cologne auftritt?

      Die Phil. Cologne hat in Programmfragen absolute Freiheit, wir haben da als Sponsor nicht hineinzureden. Jetzt kommt es erst einmal darauf an, dass die Veranstaltung erfolgreich aus der Taufe gehoben wird. Das Programm stimmt mich da zuversichtlich. Dass Sarah Wagenknecht mit dem Sozialphilosophen Oskar Negt über Fragen der Arbeitswelt diskutiert, ist ein verheißungsvoller Auftakt.

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      Was ist für Sie als Sponsor das Erfolgskriterium der Phil. Cologne?

      So ein Engagement messen zu wollen, hat immer etwas von Kaffeesatzleserei. Ein Konzern, der nachhaltig Erfolg haben will, muss sich heute gesellschaftlich engagieren. Wenn wir - neben der Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts in NRW - jetzt die Phil. Cologne unterstützen, dann verstehen wir das als einen Beitrag zur Kultur des Denkens, nicht zuletzt übrigens auch als Bekenntnis zum Standort Köln: Am 3. September wird unsere neue Konzernzentrale in Köln-Deutz offiziell eingeweiht. Und ganz ehrlich: Wenn die Partnerschaften mit der Lit. Cologne und der Phil. Cologne dazu führen, dass die Kölner sagen: Toll, wie Lanxess die unterstützt – dann freuen wir uns.

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