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Code-Kapital Sind Algorithmen besser als Menschen?

Algorithmen haben derzeit keinen guten Ruf: Sie sind Schuld an der Verbreitung von Fake-News und vielleicht auch am Ausgang der US-Wahl. Trotzdem kann die Wirtschaft nicht mehr ohne sie.

Treffen mit den Digital Champions
Digital transformiert: Die Moderatoren Franziska Bluhm und Maximilian Nowroth begrüßen WiWo-Digital Scout Léa Steinacker, die per Roboter auf die Veranstaltung kommt. Quelle: Jörn Wolter
Microsoft-Deutschlandchefin Sabine Bendiek betonte: „Jedes Unternehmen ist ein digitales Unternehmen.“ Quelle: Jörn Wolter
Marcus Franke, Director Business Transformation bei Coca Cola: „Menschen haben Schwierigkeiten, exponentiell zu denken.“ Quelle: Jörn Wolter
Der Ex-Profifußballer Stefan Reinartz erklärt, wie er mit seinem Start-up den Vereinen bessere Daten bereitstellt. Quelle: Jörn Wolter
Torsten Wingenter, Head of Digital Innovations bei der Lufthansa zeigt, wie eine Fluggesellschaft die Kunden mit Virtual Reality-Brillen abheben lässt. Quelle: Jörn Wolter
Pause, Kraft tanken, Netzwerken: Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich beim Digital Transformation Summit aus. Quelle: Jörn Wolter
Zeit für den Start-up-Slam: Lee Greene (MyHealthBuddy), Juliane Zielonka (Startupbootcamp) und Peter Ohnemus (dacadoo) stellen ihre Unternehmen in drei Minuten vor. Quelle: Jörn Wolter

Spätestens durch die digitale Revolution werde der Mensch zur Summe seiner Daten, sagte Fernsehphilosoph Richard David Precht in einer ZDF-Sendung Ende November. In „Herrschaft der Zahlen - Ist alles vermessbar?“ diskutierte er mit dem Physiker und Philosophen Harald Lesch, ob Zahlen – Big Data – wirklich der Schlüssel zu allem seien.

In der digitalen Welt, so Precht, versucht man sich mittels Datenanalyse an kurzfristigen Problemlösungen. Das gelte für die Politik genauso wie für die Wirtschaft.

Doch schaut man einmal genauer hin, scheint das noch nicht überall zu funktionieren:

  • Der Algorithmus von Facebook? Steht unter Dauerkritik.

  • Der Google-Algorithmus? Bringt verstörende Ergänzungen von Suchanfragen hervor.

  • Die Algorithmen bei Partnerbörsen? Sind oft unverständlich und immer  unromantisch..

  • Die Algorithmen, die autonomes Fahren ermöglichen? Könnten ein Einfallstor für Hacker sein.

  • Was Hillary Clintons Wahlkampagnen-Algorithmus Ada ihr gebracht hat, ist bekannt.

Auch dass Algorithmen Meinungen und Stimmungen durch gezielte Streuung von Nachrichten beeinflussen können, wissen Experten nicht erst seit der jüngsten US-Wahl. Sind Algorithmen deshalb gefährlich? Ja und nein.

Die Wirtschaft kann durch den Einsatz von Algorithmen profitieren. Wenn ein sogenannter Office-Manager wissen möchte, wann es sich lohnt, den Brötchen-Lieferanten einzubestellen, kann er entweder alle Mitarbeiter befragen: „Wann kommen Sie denn ins Büro und wann haben Sie Hunger?“ oder die Daten der elektronischen Stechuhr auswerten lassen. Wenn vor elf Uhr ohnehin niemand da ist, müssen auch nicht um sieben schon Croissants geliefert werden.

Konkrete Big-Data-Beispiele

Und wenn ein Verkehrsunternehmen wissen will, wann mehr Busse, Fahrer und Kontrolleure eingesetzt werden müssen, hilft ein Blick in die Bewegungsdaten der Passagiere anhand von Ticketverkäufen, App-Aufrufen und Co. Der passende Algorithmus filtert dann heraus, wann die meisten Menschen in der Region mit dem Bus fahren, welche Linien besonders stark genutzt und wo die meisten Schwarzfahrer erwischt werden. Die Alternative dazu wäre das Bauchgefühl eines Planers, das sagen könnte: Wenn es glatt ist, fahren sicher mehr Leute mit dem Bus, vermutlich fahren alle in die Innenstadt und zwar zwischen acht und neun Uhr morgens.

Die Pendler, die im Sommer um sieben Uhr ins Gewerbegebiet wollen, werden sich für diese Einschätzung bedanken.

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